MotoGP™ Basics

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Helme

Ohne ihn geht kein MotoGP-Fahrer auf die Strecke: Den Sturzhelm. Er zählt zu den allerwichtigsten Sicherheits-Features aller Zeiten. Die Helme gehören in der MotoGP genau so dazu, wie die Stiefel, Lederkombi, Handschuhe, Brustschützer und Rückenprotektoren. Sie alle sind mit den höchsten Sicherheitsstandards und besten Technologien ausgestattet.

In einem Sport, bei dem die Fahrer mehr als 340 km/h erreichen und Stürze an der Tagesordnung sind, ist ein verlässlicher Kopfschutz das A und O für die Piloten der Weltmeisterschaft.

GRUNDSTRUKTUR

Helme für den Renneinsatz haben die gleiche Grundstruktur wie die Helme, die frei im Handel verfügbar sind. Die Unterschiede liegen speziell bei den Fahrern und was diese hinsichtlich Größe und Form brauchen, um sich wohl zu fühlen. Auch die inneren Polster können anders sein und je nach Witterungsbedingungen variieren.

Für die Helmhersteller ist die MotoGP-Weltmeisterschaft mit ihren Millionenfans und weltweitem Medieninteresse die perfekte Bühne, um ihre Helme zu vermarkten. Außerdem werden die Daten, die sie von den besten Rennfahrern der Welt erhalten, für die Entwicklung und Verbesserung ihrer Produkte verwendet. Am Ende stehen für Jedermann erhältliche, bessere und sicherere Produkte.

Die meisten Piloten verwenden pro Wochenende mindestens vier Helme. Einer davon ist immer in einer Regenspezifikation vorbereitet. Dabei werden die Visiere und Belüftung speziell darauf angepasst, dass nichts beschlägt oder Nässe ins Innere dringen kann. Weitere Helme dienen als Ersatz, sollte der Lieblingshelm eines Piloten bei einem Sturz beschädigt werden.

BUNTE DESIGNS

In erster Linie sollen die Helme natürlich das Leben der Fahrer schützen, doch spielen sie mittlerweile beim Gesamt-Design der Piloten und ihrer Auftritte eine wichtige Rolle. Oftmals stellen die Helme die einzige Fläche dar, auf welcher sich die Piloten kreativ entfalten können. Viele Fahrer lassen ihre Helme so lackieren, dass sie ihre Persönlichkeit wiederspiegeln oder einfach nach ihrem Geschmack sind.

Die Helme der Piloten sind meist bunt lackiert und mit der Startnummer und dem Namen versehen. Sie sind zu einem Erkennungsmerkmal geworden - sei es bei den Fans, Kommentatoren, Teams bis hin zu den Offiziellen.

Die Grafiken und Designs, mit denen die Fahrer ihre Helme verzieren, haben meist einen tieferen Sinn. Die einen wollen ihren Charakter wiederspiegeln, die anderen haben ihr Maskottchen immer dabei. Mal sind es die Landesfarben, mal sind es Botschaften an Fans, Familie, Freunde oder Rivalen. Valentino Rossi arbeitete dabei mit dem berühmten Designer Aldo Drudi zusammen und hatte zeitweise fast jede Woche eine andere Lackierung auf seinem AGV-Helm. Es wurde eine ganz neue Helm-Folklore in der MotoGP eingeführt. Andere Piloten beschränkten sich auf eine Edel-Kollektion: Nicky Hayden fuhr eine „Easy Rider“ Edition, Jorge Lorenzo mit der „Grünen Mamba“. Auf den Helmen sind teilweise sogar die Motorrad-Hersteller mit ihrem Logo abgebildet, oft aber auch persönliche Sponsoren der Piloten.

WICHTIGSTE FUNKTIONEN

Mit Sicherheit ist die wichtigste Aufgabe eines Helmes, das Gesicht und den Kopf des Fahrers zu schützen, sollte dieser stürzen. Die wichtigsten Funktionen hinsichtlich der technologischen Errungenschaften sind aber um einiges vielseitiger und beeinflussen das Design eines jeden Helmes maßgeblich: Aerodynamik, Komfort, Sicherheit, Sichtbarkeit und Gewicht.

Auch im Helmbau werden extrem leichte Materialien verwendet, die aber besonders harte Schläge absorbieren können müssen. Je leichter ein Helm ist und je besser er auf den Kopf passt, desto besser wird sich der Fahrer fühlen. Form und Aerodynamik spielen eine wichtige Rolle und müssen so angelegt sein, dass der geringste Luftwiderstand besteht. Außerdem muss das Helm-Innere gut belüftet sein und dem Fahrer ein problemloses Atmen, Hören und Sehen ermöglichen. Helme bestehen grundsätzlich aus vier Teilen: Außenschale, Interieur mit Polsterung, Visier und einem Verschlusssystem am Hals.

Helme bestehen aus vier Teilen: Außenschale, Innenpolsterung, Visier und Kinn-Riemen.

Für die Außenschale werden Materialien aus Fieberglas, Karbon, Kevlar und Polyurethan verwendet. Diese werden so miteinander kombiniert, dass die Schale bei einem Aufschlag die Kraft absorbiert und nicht an den Kopf weitergibt. Die Hersteller unterziehen ihre Helme rigorosen Crash-Tests, die teilweise mit großen Hämmern durchgeführt werden. Dabei wird die Festigkeit und Stabilität der Außenschale auf Herz und Nieren geprüft.

Das Innenfutter und die Polster spielen beim Schutz des Kopfes natürlich eine ebenso wichtige Rolle. Das Polster muss sicher mit der Außenschale verbunden werden und muss perfekt an die Geschichtszüge eines jeden Fahrers angepasst werden: Schläfen, Augenbrauen, Nase und Kiefer sind dabei die wichtigsten Punkte und Faktoren. Die Akustik innerhalb eines Helmes ist ebenso wichtig: Er muss sein Motorrad und das eines nahenden Kontrahenten hören können, allerdings soll und darf es dabei auch nicht zu laut werden. Dafür werden in die Helme besondere Features eingebaut.

VISIERE

Das Visier sitzt vorn an einem Helm und wird aus spezialbehandeltem Plastik hergestellt. Ein Visier muss grundsätzlich zwei Zwecke erfüllen: Es muss den Piloten vor Wind und herumfliegenden Objekten schützen - Insekten, Regentropfen, Schmutz von der Strecke oder anderen Motorrädern und manchmal sogar Vögeln. Die zweite Funktion ist vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit und Regen wichtig: Das Visier darf nicht beschlagen und kein Wasser in den Helm lassen. Dabei kommen High-Tech-Belüftungssysteme zum Einsatz, die von den Herstellern in ihre Helme eingebaut werden.

Selbst mit dem besten Belüftungssystem kann nicht verhindert werden, dass die Fahrer ins Schwitzen kommen. Viele von ihnen benutzen dabei besondere Trockner, um in den Pausen oder nach den Sessions die Feuchtigkeit aus den Helmen herauszubekommen.

Last-but-not-least müssen die Verschlusssysteme absolut sicher sein und dürfen sich keine Fehlfunktion erlauben. Sie müssen den Helm genau in der benötigten Position halten, ohne dabei unbequem zu werden.

Die folgenden Helmhersteller sind fester Bestandteil der MotoGP-Weltmeisterschaft: AGV, Airoh, Arai, HJC, Nolan, Scorpion, Shark, Shoei und X-Lite.

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