MotoGP™ Basics

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Lederkombis

Lederkombis bieten den Piloten der MotoGP den grundlegenden Schutz. Jeder Fahrer kommt hin und wieder an den Punkt, wo er stürzt, wegrutscht, oder über den Asphalt schlittert. Mit schnelleren Kurvengeschwindigkeiten denn je, sind auch die Schräglagen immer größer geworden. Gute Lederkombis sind damit unablässig, um den Piloten ordentlich zu schützen.

Die häufigste Art der Stürze in der MotoGP ist, wenn das Vorder- oder Hinterrad in einer Kurve wegrutscht. Normalerweise rutscht der Fahrer dann auf dem Asphalt in das Kiesbett am Rande der Strecke. Manchmal geht das eine aufgrund der hohen Geschwindigkeiten nahtlos in das andere über. Jeder kann sich vorstellen was passiert, sollte dies auf der nackten Haut, normaler Kleidung oder mit unpassendem Leder passieren: Haut und andere Teile des Körpers würde schwere Verletzungen davon tragen.

SCHUTZ

Die unterschiedlichen Schutzbekleidungshersteller beliefern die MotoGP-Piloten mit Lederkombis, die darauf ausgelegt sind, den bestmöglichen Schutz zu garantieren. Trotzdem müssen diese aerodynamisch, atmungsaktiv, komfortabel, haltbar, flexibel, leicht und wasserdicht sein.

Hauptsächlich werden die Kombis aus Känguru-Leder hergestellt. Dieses ist widerstandsfähiger und flexibler als Rindsleder und wiegt dabei weniger. Die Lederkombis müssen viel aushalten und vor allem Hautabschürfungen vermeiden, dazu verwundbare Körperteile wie den Rücken, die Ellbogen und Knie schützen. Trotzdem müssen sich die Piloten in ihnen gut bewegen können, wenn sie schnell auf dem Motorrad herumturnen müssen.

Ein weiterer Faktor ist, dass die Lederkombis auch gut mit dem Helm zusammenpassen, um beispielsweise den Kopf zu stabilisieren. Die Buckel auf dem Rücken der Kombis sind daher so angelegt, dass sie in der Standardsitzposition der Piloten aerodynamisch mit dem Kopfschutz harmonieren. Wenn ein Fahrer in seiner Lederkombi aufrecht steht, sind diese eingebauten Rückenprotektoren und Buckel gut zu sehen. Diese sind auch so flexibel gebaut, um die Bewegungsfreiheit der Piloten zu garantieren, sodass sie ihren Rücken auch in die richtige Richtung beugen können.

Die eingebauten Rücken- und Brustprotektoren bestehen hauptsächlich aus Karbon-, Kevlar- und Titan-Legierungen, um die Fahrer bei wenig Gewicht bestmöglich zu schützen. Eine volle Ledermontur eines Grand Prix-Kombis variiert in Punkto Gewicht natürlich je nach Größe und Statur der Piloten, liegt im Normalfall aber zwischen 3 und 3,5 Kilogramm.

STIEFEL, HANDSCHUHE, KNIE- & ELLBOGEN-SCHLEIFER

MotoGP-Piloten werden meist von einem Schutzbekleidungshersteller komplett ausgerüstet, lediglich Helme zählen da nicht darunter. Die Fahrer bekommen speziell designte Stiefel, Handschuhe und Knie- und Ellbogenschleifer. Auch all dies zählt zur Schutzausrüstung für die Piloten.

Extrem leichte, flexible, aber robuste Stiefel stellen sicher, dass der Fahrer nicht „nach unten gezogen“ wird und dass sie Verletzungen im Falle eines Sturzes bei hoher Geschwindigkeit reduzieren.

Ebenso sieht es bei den Handschuhen aus. Die müssen so leicht sein, dass der Pilot das Gefühl für die Lenkerstummel nicht verliert. Dabei wird aber auch darauf geachtet, dass die verletzungsanfälligen Stellen der Hand besonders geschützt und verstärkt werden: Der Daumen, das Handgelenk und die Handfläche.

Die Fahrer nutzen auch Knieschleifer, die unabhängig vom Rest der Lederkombi betrachtet werden können. Damit haben die Piloten durch die Kurven nahezu ständig Bodenkontakt, was ein häufigeres Ersetzen und Tauschen der Schleifer erforderlich macht. MotoGP-Piloten tauschen ihre Knieschleifer nach nahezu jeder Session, um die 100 Paar kommen pro Saison zum Einsatz. In der Moto3-Klasse ist der Verschleiß geringer, denn das Knie ist nicht ganz so oft am Boden, wie in der Königsklasse.

Knieschleifer bestehen meist aus hitzebeständigen Plastik-Verbindungen. Sie dienen dem Fahrer als Anhaltspunkt, wenn er bei Schräglagen von über 60 Grad durch die Kurve fährt und dabei mit dem Knie auf dem Boden ist. Mit immer größeren Schräglagen und sich weiter entwickelnden Fahrstilen, benutzen manche Piloten heute auch Ellbogenschleifer. Sie versuchen mit dem Oberkörper noch weiter auf den Boden zu kommen, um damit noch schneller zu werden und weitere Zehntelsekunden schneller zu fahren.

Bei Regenrennen benutzen die Piloten oft durchsichtige Plastiküberzieher, um die Lederkombi vor eindringendem Wasser zu schützen. Dabei geht es den Piloten nicht nur ums Trockenbleiben an sich, sondern auch um Gewicht: Eine Regennasse Lederkombi kann gut und gerne doppelt so viel wiegen, als eine trockene. Klar ein Hindernis.

KÜHLUNGSSYSTEME

Die Lederkombis können auch mit Kühlsystemen ausgerüstet werden. Gerade bei heißen Witterungsbedingungen sorgt man damit für aushaltbare Temperaturen im Leder. Dabei gibt es zum Beispiel Kühlwesten, die unter die Lederkombi gezogen werden und an Brust und Rücken anliegen. Diese sind mit zirkulierendem Kältegel gefüllt und werden von extrem leichten Batterien und Pumpen betrieben. Einige Hersteller nutzen diesen Standard bereits. Außerdem können in den Buckel der Lederkombis Trinksysteme untergebracht werden, die mit dem Helm verbunden sind.

Selbst in Lederkombis sind oft Systeme integriert, die Daten aufzeichnen. Diese werden direkt am Körper des Piloten gemessen und die Techniker können dann analysieren, welche Prozesse ein Pilot auf dem Motorrad alle durchmacht - beim Testen wie im Rennen.

Eine Reihe von Sensoren werden am Leder oder direkt auf der Haut aufgebracht. Diese messen alle Daten und legen den Grundstein für eine nützliche Analyse von Druckpunkten, G-Kräften, Puls des Fahrers und Körpertemperatur. Die Sensoren können auch den Aufschlag eines Piloten im Falle eines Sturzes messen. Damit bekommen die Techniker wichtige Einblicke in die bestehenden Schutzsysteme - und wie sie weiterhin verbessert werden können.

FARBE & DESIGN

Wie bei den Helmen der Fahrer auch, sind die Lederkombis meist bunt und auffällig durchgestaltet. Meist finden sich hier die Teamfarben, Sponsorenlogos, Startnummer und ganz persönliche Gimmicks bis hin zu den Nationalfarben wieder. Jeder Pilot bringt sein ganz eigenes Design an den Start, was den Offiziellen, anderen Fahrern, bis hin zu Kommentatoren und Teammitgliedern das Erkennen des Piloten wesentlich leichter macht.

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