MotoGP™ Basics

Zurück zum Index

Wildcards / Gaststarter

Wildcards sind in allen drei Klassen der MotoGP eine gute Chance für Nachwuchstalente, Weltmeisterschafts-Luft zu schnuppern.

Vor dem Beginn eines GP-Wochenendes werden die Start- und Einschreibelisten herausgegeben. Neben den permanenten Piloten erscheinen dort die Namen der Wildcard-Piloten. In den meisten Fällen stammen diese Wildcard-Piloten aus den Ländern, in denen der Grand Prix gefahren wird. Die Piloten kennen ihre Heimstrecken meist und sollen damit die Gelegenheit bekommen, sich in einem viel härter umkämpften Umfeld messen zu können - mit der Unterstützung der heimischen Fans. Gerade in den kleineren Klassen ist dies für junge Nachwuchstalente die ideale Chance, auf Strecken die sie kennen, Grand Prix-Luft zu schnuppern.

Für die Teams stellt das Wildcard-System eine gute Möglichkeit dar, bei einem Heimrennen oder anderem für Team, Sponsoren oder Hersteller wichtigen Grand Prix, durch einen weiteren Piloten mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Doch nicht nur das: Ein weiterer Fahrer sammelt auch mehr Daten und er kann sich mit seinem Können unter Beweis stellen und sich für eine permanente Verpflichtung empfehlen. Wildcard-Fahrer können allerdings keine WM-Punkte für die Team-Meisterschaft sammeln.

Folgende Bedingungen/Regeln gelten bei der Vergabe von Wildcards:

Moto2 und Moto3 Wildcards:

In jeder Klasse werden maximal zwei Wildcards vergeben. Wildcards können vom nationalen Motorsport Verband, der FIM oder der Dorna vorgeschlagen werden. Wildcard-Fahrer müssen eine gültige FIM-Lizenz für einen Grand Prix besitzen (One Event Road Racing Grand Prix Licence), welche vom nationalen Motorsport Verband ausgestellt wird. Die Anmeldung muss mit den offiziellen Formularen bei der FIM spätestens 45 Tage vor dem Event erfolgt sein.

MotoGP Wildcards:

Es werden maximal zwei Wildcards vergeben. Wildcards können vom nationalen Motorsport Verband, der FIM oder der Dorna vorgeschlagen werden. Wildcard-Fahrer müssen eine gültige FIM-Lizenz für einen Grand Prix besitzen (One Event Road Racing Grand Prix Licence), welche vom nationalen Motorsport Verband ausgestellt wird.

Wildcards werden in der gesamten MotoGP-Saison vergeben, sind aber gerade in Italien, Japan und Spanien am üblichsten. Dort haben Teams, Sponsoren und Hersteller den größten Einfluss, außerdem stehen in diesen Nationen viele junge Talente bereit.

Gerade der Japan Grand Prix ist in Punkto Wildcard-Einsätzen eine Institution geworden. Immer wieder wurden hier Wildcard-Fahrer in die Welt der Stars katapultiert, um ihre Talente auf der Weltbühne unter Beweis zu stellen.

Eine der größten Leistungen der Neuzeit eines Wildcard-Piloten in der Weltmeisterschaft schaffte der mittlerweile leider verstorbene Norick Abe 1994 beim Suzuka Grand Prix. Mit nur 19 Jahren ging er furchtlos ans Werk und kämpfte mit Größen wie Mick Doohan und Kevin Schwantz ganz vorn mit, stürzte aber wenige Runden vor der Ziellinie.

Mit dieser Leistung empfahl sich Abe für einen Stammplatz und unterschrieb im Marlboro Yamaha Team von Kenny Roberts. Nur zwei Jahre später holte er in Suzuka seinen ersten Sieg. Er stieg in seiner Heimat zum Nationalhelden auf, denn er holte als erster Japaner seit 1982 wieder einen WM-Sieg. Abe starb 2007 leider bei einem Verkehrsunfall.

Der ebenfalls leider verstorbene Daijiro Kato machte sich zunächst auch als Wildcard-Pilot einen Namen. Die heutige MotoGP-Legende überraschte die ganze Welt, als er den Suzuka Grand Prix von 1996 in der Klasse bis 250ccm als Dritter beendete. In den Jahren 1997 und 1998 gewann er an gleicher Stelle die Viertelliter-Kategorie als Wildcard-Pilot. 1998 zog er zwei weitere japanische Wildcard-Fahrer im Schlepptau über die Ziellinie: Shinya Nakano und Naoki Matsudo. Bis heute ist dieses Rennen das einzige der Geschichte, in dem drei Wildcard-Piloten auf dem Podest gestanden haben.

Aber nicht nur Japan ist dafür bekannt, dass die Wildcard-Piloten die Weltelite an der Nase herumführen können. Der Italiener Stefano Bianco schrieb Geschichte, als er beim Saisonauftakt 2000 auf Phillip Island als er mit 15 Jahren und 2 Tagen als jüngster Debütant in die Weltmeisterschafts-Geschichtsbücher einging. Er hält diesen Rekord des jüngsten Wildcard-Piloten nach wie vor. Der jüngste Fahrer aller Zeiten wurde Jorge Lorenzo im Jahre 2002 - er stieg zu seiner ersten kompletten Saison in die 125ccm-Klasse und war dabei 15 Jahre und 1 Tag alt.

Mit 15 Jahren und 8 Tagen wurde einer der heutigen Stars, Pol Espargaro, im Jahre 2006 beim Catalunya Grand Prix der jüngste Pilot aller Zeiten, der mit einem 13. Rang WM-Punkte sammeln konnte. Er fuhr im Anschluss die letzten sechs Grands Prix der Saison 2006 und stieg 2007 als Permanentstarter in die Weltmeisterschaft ein.

Werbung