About MotoGP
Ärztliche Anlagen
Auf Motorrädern mit über 300 km/h zu rennen kann eine gefährliche Angelegenheit sein und die Anzahl an stürzen bei Trainingssitzungen und Rennen im Laufe der Saison kann manches Mal bis auf 500 im Jahr steigen. Deshalb ist die ärztliche Betreuung vor Ort lebenswichtig.
Die Schwerkraftgesetze herausfordernd lehnen sich die Fahrer bei unglaublicher Geschwindigkeit gegen den Asphalt, dabei kann es natürlich passieren, dass der eine oder andere die Kontrolle über den Vorder- oder Hinterreifen seines Motorrads verliert und schon ist es passiert: Sie stürzen oder schleifen über die Piste bis oder über dem Sicherheitskiesbett am Rande der Fahrbahn.
CLINICA MOBILE
Einige Stürze sind ernster als andere aber die tatsächliche Anzahl an Fahrern, die in die Notaufnahme eines Krankenhauses eingeliefert werden ist eher gering (4-5 pro Saison in den letzten Jahren). Das hat man den immer besser werdenden Sicherheitsausrüstungen der Fahrer, der immer höheren Zuversichtlichkeit der Maschinen, der Sicherheitsvorkehrungen auf der Rennstrecke, den permanenten ärztlichen Einrichtungen und selbstverständlich auch der Arbeit der Clinica Mobile zu verdanken.
Dr. Claudio Costa und seine Clinica Mobile Einheit feiert im Jahre 2007 sein 30-jähriges Jubiläum. Sie sind zu einem festen Bestandteil des MotoGP Zirkus geworden und der Italiener und sein Team spielen entscheidende Rollen bei jedem Großen Preis.
Alle Grand-Prix-Fahrer haben schon mal das kleine mobile Krankenhaus besucht, obwohl nicht nur die Rennteilnehmer ärztliche Betreuung brauchen. Jeder der bei den Großen Preisen arbeitet kann zur Clinica Mobile gehen und Beratung oder Behandlung bekommen, angefangen bei Journalisten, über Kommissare und Köche bis zu Mechaniker und Teamleiter. Sei es ein gebrochenes Bein eines MotoGP Stars oder ein entzündeter Hals eines Kommentators, die Clinica Mobile ist immer bereit um Hilfe zu leisten.
GESCHICHTE
Zu Beginn der Weltmeisterschaft der Straßenrennen, waren die ärztlichen Einrichtungen oft mehr als dürftig und die Sicherheitsvorkehrungen auf den Rennstrecken hatten überhaupt nichts mit dem zu tun, was sie heute sind.
Dr Claudio Costa, Sohn eines Rennorganisators, beschloss Anfang der 1970er Jahre etwas dagegen zu tun. Die mobile Einheit wurde in Italien gegründet, wo Dr. Claudios Vater, Checco, Organisator des ersten 200-Meilen Rennens in Imola, im April 1972 war. Costa Senior bat seinen Sohn sich um die ärztlichen Einrichtungen des historischen Events zu kümmern und Dr. Claudio merkte bald, dass er und sein Team von Spezialisten aus Bologna bei den Großen Preisen auf der ganzen Welt von großer Hilfe sein könnten.
Die Anfangszeit war gar nicht einfach für das mutige Team von Dr. Costa. Sie fuhren zu den Großen Preisen mit dem Zug, mit dem Auto oder auf dem Schiff, bepackt mit der medizinischen Ausrüstung, die se für die Betreuung ihre Patienten benötigten.
Eine mobile Klinik die zu jedem Rennen gebracht werden könnte war ganz klar das, war gebraucht wurde, und fünf Saisons später schafften Sie es. Die Clinica Mobile hatte ihren ersten Einsatz auf dem Salzburgring in Österreich, am 1. Mai 1977.
An diesem ersten Wochenende hatten die Ärzte vor Ort auch ihren ersten großen Einsatz, als fünf Fahrer gleichzeitig bei einem Unfall in der 250cc Klasse schwer verletzt wurden, einschließlich Franco Uncini, der lebensrettende Versorgung brauchte. Leider konnten die Ärzte für den Schweizer Fahrer Hans Stadelmann nichts mehr machen. Seine Verletzungen waren so ernst, dass jede Hilfe zu spät kam.
Gäbe es die Clinica Mobile nicht, könnte es vielen Fahrern im Laufe der Jahre ähnlich ergangen sein. Uncini, Philippe Coulon, Michael Rougerie und Virginio Ferrari verdanken ihr Leben sicherlich dem Einsatz der Wanderärzte der Clinica Mobile.
Seit den 1970er Jahren hat es bereits 5 verschiedene Ausführungen der Clinica Mobile gegeben. Sie wurde stets verbessert um sich den Fortschritten der Medizin anzupassen, oft dank Spenden von den Fahrern, die von Dr. Costa und seinem Team behandelt wurden. Wie sehr diese Versorgungseinrichtung geschätzt wird wurde deutlich als eine der Einheiten im Jahre 1988 in Rom von Papst Johannes Paulus II in Rom gesegnet und im Jahre 1997 von König Juan Carlos von Spanien besucht wurde.
DIE CLINICA HEUTE
Die Rolle der Clinica Mobile hat sich im Laufe der Zeit auch geändert. Es wurde zum Beispiel die Rolle des Medizinischen Direktors - Dr. Claudio Macchiagodena – eingeführt, und permanente Einrichtungen auf den verschiedenen Rennstrecken gebaut, die mit den notwendigen Geräten und Personal ausgestattet sind und von Krankenhäusern bei lebensbedrohlichen Verletzungen unterstützt werden – die Arbeit, die in den Vorjahren von Dr. Costa und seinen Mitarbeitern gemacht wurde. Heutzutage gibt es auch spezielle Helikopter, die verletzte Fahrer sofort zum nächstgelegenen Spezialisten fliegen, wenn es notwendig sein sollte.
Die Einheit behandelt alle Verletzungen außer Notfälle, bei denen allerdings Dr. Costa und sein Personal die örtlichen Ärzte und Krankenhäuser betreut, wenn spezifische Anweisungen notwendig sind. Die Klinik agiert also grundsätzlich als Unfallstation eines Krankenhauses. Zusätzlich ist es auch noch der Ort, an dem viele Fahrer am liebsten zu Mittag essen! So gut verstehen sich die größtenteils italienischen Mitarbeiter der Klinik und die restlichen Mitglieder der MotoGP Familie.
Die heutige Klinik wurde in Jerez im Jahre 2002 eröffnet, von einer Gruppe von Weltmeistern, einschließlich dem fünfmaligen Titelgewinner Mick Doohan – ein Fahrer, der eine sehr enge Beziehung zur Geschichte der Clinica Mobile hat. Der beliebte Australier Doohan wurde von den Mitarbeitern der Klinik behandelt, als er den Unfall im Jahre 1992 erlitt, bei dem er fast ein Bein verloren hätte, und auch im Jahre 1999 wo er wieder eine Beinverletzung erlitt die schließlich zu seinem Rücktritt führte.
Die 24-Stunden Verfügbarkeit ärztlicher Hilfe an der Rennstrecke ist eine große Beruhigung für alle, die bei der MotoGP arbeiten und ein Beweis der harten Arbeit und Vorsorge von Dr. Claudio Costa und seinem Team.

