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Die Melandri Transformation

Die Melandri Transformation

Die Melandri Transformation

Marco Melandri hat schon viel Frustration auf der Strecke erlebt. Es wäre fair zu sagen, dass der 22-jährige Italiener schon eine turbulente Karriere hinter sich hat. Seit er aber unter den Fiddichen von Fausto Gresini im Movistar Honda Team ist, scheint Melandri eine wichtige Transformation durchgemacht zu haben und das Potenzial des Fahrers kam zum Vorschein.

Bis jetzt hat Melandri, nach nur zwei Rennen der MotoGP Weltmeisterschaft mehr Punkte gesammelt als er es 2004 nach 10 Rennen geschafft hat. Unter der Führung von Fausto Gresini wurde er aufgepeppelt, umgedreht und in die richtige Richtung gerichtet wieder aufgestellt. Melandri´s positiver Start in die Saison, ein dritter Platz in Jerez, hat sein Team sprachlos über die Veränderung des Fahrers werden lassen.

Fausto Gresini erklärte die Philosophie wie man einen Fahrer auf die richtige Bahn bringt, "Meiner Meinung nach hat Marco die Chance mit uns in der MotoGP gute Erfahrungen zu sammeln. Mit 22 ist er ein sehr junger Fahrer und mit einem 250ccm Titel in der Tasche hat er sichtlich eine Menge Potenzial. Aber was im Moment am wichtigsten ist, ist dass er ein Team hat, welches wie eine Familie für ihn ist. Mein Team ist wie eine Familie."

Gresini macht den Erfolg sehr stark von den Bemühungen des Teams abhängig, welches von dem langjährigen Teammitglied Fabrizio Cecchini geführt wird. "Es gibt viele Schlüssel zu Marco´s Entwicklung", sagte Gresini. "Fabrizio Cecchini zum Beispiel, der mit Daijiro Kato auf Toplevel gearbeitet hat. Er ist ein sehr guter Chefmechaniker und kontrolliert alles für Marco. Ich kenn Fabrizio seit 20 Jahren, er war von Anfang an dabei."

Fabrizio Checchini, Chefmechaniker, glaubt, dass der Schlüssel zu Melandri´s Wechsel nicht nur in einem guten Motorrad liegt, sondern in einem konzentrierten und sicheren Fahrer. "Als Marco zu uns ins Team kam, hatte er zwei schwere Jahre in der MotoGP hinter sich, er verlor das Vertrauen in sich selbst und in das Team. Unser Plan war es, ihn nicht unter Druck zu setzen und ihm Stück für Stück alles zu erklären was er über das Motorrad wissen muss.

"Motor, Elektronik, Reifen. Dann haben wir ihn dazu gebracht eines nach dem anderen auszuwerten, er musste sich nur darauf konzentrieren. Wir wollten verstehen, was er sagte. Marco schätzte unsere Unterstützung und bekam wieder Sicherheit. Wir mussten ihn dazu bringen, uns zu vertrauen, wenn er auf der Strecke draußen war."

Melandri akzeptierte schnell die Führung des Teams und das Wissen, das das Team ihm vermittelt hatte, "Als ich in das Gresini Team kam, war das direkt nach meiner wahrscheinlich schlechtesten Periode meiner Karriere und meines Lebens. Ich war tief drin sehr traurig, weil im letzten Jahr einfach gar nichts Gutes war.

"Wenn ich an das Rennenfahren dachte, hatte ich überhaupt kein Vertrauen mehr und alles war so schwer für mich. Es war mir wichtig, eine gute Beziehung zum Team zu haben. Sie haben meine Situation verstanden und es war wirklich so, als wäre ich ein ganz kleines Baby.

"Das erste, was sie taten war, mir wieder Sicherheit zu geben und zu versuchen, mich zum Lachen zu bringen. Als ich lächelte, als ich verstand, haben wir zusammen über den Plan geredet, den ganzen Winter lang zu testen. Zu dieser Zeit war es mir unmöglich daran zu denken, dass ich beim ersten Rennen in Jerez auf dem Podium sein könnte. Aber nach dem ersten Test war ich sehr glücklich, weil ich, als ich an der Garage anhielt, auf den Gesichtern der Menschen da ein Lächeln sehen konnte, sie waren glücklich mit mir zu arbeiten. Das hat mir sehr viel Sicherheit gegeben.

"2004 ist nicht einfach zu vergessen, aber das neue Team half mir, mich wieder selber leiden zu können. Man kann erst wieder anfangen etwas neues aufzubauen, wenn man vergessen hat, was man zuvor getan hat."

Melandri hat jetzt viele verschiedene 2-Takt Motorräder gefahren und hat jetzt 2 Jahre auf den 4-Taktern gesessen. Deshalb weiß der Italiener viel über ein Motorrad, wenn er es sieht und weiß daher auch, dass die RC211V bei seiner Verwandlung eine große Rolle gespielt hat.

"Die Balance der Honda ist einfacher und gut, weil man nicht so viele Dinge bewegen kann. Man kann nicht viel an der Geometrie des Motorrades verändern. Manchmal hat man ein paar Probleme, aber man sieht ja, dass auch andere Hondafahrer sehr schnell sind. Und dann denkt man sich `die können mit demselben Motorrad wie du es hast so schnell fahren`. Ich denke, das gibt einem dann die nötige Motivation. Meine Yamaha letztes Jahr war ganz anders als Valentino´s Bike. Man konnte jede Art der Geometrie verändern. Wenn man seine Bahn verloren hatte, war es so schwer wieder zurück zu finden."

Nach Gresini´s Meinung ist der Fehler bei jungen Fahrern, dass sie versuchen, das Motorrad so sehr zu pushen, dass sie es bis ans Limmit fahren, ohne es vorher zu kennen. "Das erste, was Marco sehen wollte, waren die Zeiten, also war das erste was ich gemacht habe, das Display der Computer in der Box abzudecken. Marco konnte keine Zieten sehen. Er fragte mich nach ihnen und ich sagte ihm, dass er sich darüber keine Gedanken machen sollte und fragte ihn wie er sich fühle. Es gab einen direkte Veränderung als er die Zeiten nicht mehr sehen konnte. Er war nur drei Zehntel langsamer als Sete, ohne zu wissen, welche Zeiten er gefahren war, ohne Druck zu machen um gute Rundenzeiten zu haben.

"Bevor er die Zeiten abdeckte sagte Marco: "morgen werde ich schneller sein, definitiv schneller" und er fuhr eine halbe Sekunde langsamer. Er war nur darauf besessen Gas zu geben, nicht mit dem Motorrad zu arbeiten. Das andere, was ich festgestellt habe war, dass wenn ein anderer Fahrer vor Marco war, er nur noch daran gedacht hat, diesen einzuholen. Auch wenn er kein gutes Gefühl für das Motorrad hatte, hat er nur daran gedacht, den Fahrer vor sich einzuholen. Deshalb hat er viele Fehler gemacht und als er in die Box zurück kam, hat er sich immer über das Motorrad aufgeregt.

"Aber nur so konnte er schneller fahren als der andere Fahrer. Daher haben wir ihn jedes Mal, wenn er hinter einem anderen Fahrer gefahren ist, wieder in die Box geholt! In den ersten paar Wintertests ist er immer allein gefahren! Alles was wir wollten war, ihn an das Motorrad zu gewöhnen. Nur wenn er sich vorbereitet fühlte haben wir ihn zusammen mit anderen Fahrern schnelle Runden fahren lassen."

Cecchini´s Meinung nach war Melandri ein guter Student, der alle ersten Hürden hinter sich gelassen hat. Selbst Marco´s Podium beim ersten Rennen hat er nicht durch Aggression geschafft, sondern durch einen klaren Kopf und Aufmerksamkeit für den Job.

"Das erste Rennen ist wie eine Prüfung der ganzen Wintertests, es ist wichtig, nicht bis an die Grenze zu fahren, man könnte sonst stürzen und die ganze Arbeit zerstören, die man über den Winter geleistet hat. In Jerez, als wir sahen, dass Marco am Limit war, haben wir das Brett raus gehängt, welches sagt „okay - beruhige dich", weil er einen guten Abstand zum Fünften hatte. Marco hat auf uns gehört, wurde etwas ruhiger und das war unser Sieg. Dass der Fahrer vor ihm gestürzt ist und er dadurch aufs Podium kam, war nur der verdiente Lohn."

Tags:
MotoGP, 2005, TAOBAO.COM GRAND PRIX OF CHINA, Marco Melandri

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