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Luca Montiron steht Rede und Antwort

Luca Montiron steht Rede und Antwort

Luca Montiron steht Rede und Antwort

Die Meisterschaft 2005 ist die Debüt-Saison des Konica Minolta Honda Teams, das von Luca Montiron geführt wird. Der 35-jährige Team Manager hat früher schon mit berühmten Rennfahrern wie Tetsuya Harada, Max Biaggi, Loris Capirossi, Valentino Rossi und Marco Melandri zusammen gearbeitet. Seit Makoto Tamada 2003 das erste Mal im MotoGP startete arbeitet Montiron exklusiv mit dem japanischen Fahrer. Der Italiener erläutert das Debüt der neu geschaffenen Strukturen und deren Perspektiven.

Lass uns ganz an Anfang beginnen. Was hat Sie dazu bewogen ein komplett neues Team aufzubauen?

Zuerst einmal natürlich die Leidenschaft. Sie ist der wahre Grund, warum wir diese Arbeit machen. Außerdem wollten wir diese neue Herausforderung bewältigen.
In der Geschichte unseres Sports gab es bisher noch keine Organisation, die extra für einen japanischen Fahrer aufgebaut war. Normalerweise werden sie in die verschiedenen Strukturen der Teams einbezogen, weil sie dem Team die Unterstützung der japanischen Hersteller sichern. Ich stellte mich dieser speziellen Herausforderung bereits 1993 als ich mit Testuya Harada als Fahrer meine erste Weltmeisterschaft in der 250 Kubik Klasse gewann.
JiRs Aufgabe ist es, unter bestmöglichen Vorraussetzungen für die Rennfahrer gleiche Bedingungen zu schaffen. Wir würden allen Fahrern die gleichen Möglichkeiten geben ihr Potential zu zeigen egal aus welchem Land sie kommen.

Worauf habt Ihr das JiR-Rennteam aufgebaut? Wir sind glücklich, dass wir mit Honda zusammenarbeiten können. Honda ist die weltweite Messlatte für jeden der in unserem Bereich arbeitet. Sie verstehen unsere Ziele und ermöglichten uns die Arbeit mit zwei RC211V.
Dann haben wir einen Fahrer, der im letzten Jahr zwei Grand Prix in der angesehensten Klasse gewinnen konnte. Das hat ganz sicherlich seine Stärke aufgezeigt. Dank dieser beiden fundamentalen Faktoren konnten wir finanzielle Unterstützung für unser Projekt finden.

Wie gelang es Ihnen einen neuen Sponsor gewinnen?

Unseren Fokus bei der Suche nach einem Partner haben wir natürlich von Beginn auf Japan gerichtet. Wenn man den Weltmarkt analysiert, bemerkt man, wie viele japanische Unternehmen in der ganzen Welt präsent sind. Zum Beispiel findet man überall auf der Welt einen Honda Auto- oder Motorradhändler. Wir versuchten unseren Gesprächspartnern zu klar zu machen, wie es möglich ist die Interessen mehrerer Investoren zu vermitteln und die Marken auf der ganzen Welt bekannter zu machen. Der internationale Konzern Konica Minolta führte erst vor einigen Jahren die Marken Konica und Minolta zusammen. Aus diesem Grund suchte man dort den effektivsten Weg die neue Marke zu bewerben. Das Paket, das wir durch JiR anboten, wurde dank der Präsenz der MotoGP als der richtige Weg angesehen um das Image der Marke weiter zu streuen.

Auf diesem Weg ist das Konica Minolta Honda Team entstanden...

Ja und eine unserer Eigenarten ist, dass wir unserem eigenen Weg gehen, der sich komplett vom dem der anderen unterscheidet. Jeder von uns glaubt fest an was wir tun.
Zum Beispiel ist unsere Teamstruktur aufgeteilt in verschiedene Zuständigkeitsbereiche. In jedem dieser Bereiche wird unabhängig gearbeitet.
Ich denke, dass wir das einzige nicht offizielle Werksteam sind, das einen Ingenieur hat, der die technischen Arbeiten koordiniert. Ich glaube es ist ungeheuer wichtig zu verstehen, welchem spezifischen technischen Druck man sich auferlegt. Heute regelt die Elektronik so viele Parameter des Motorrads, dass es von ganz entscheidender Bedeutung ist einen guten Austausch von Daten und Meinungen zwischen HRC und unseren Technikern zu gewährleisten.

Ein anderes Beispiel für unseren Ansatz stellt unsere Abteilung für Marketing und PR-Aktivitäten dar. Diese schlägt den Sponsoren breit gefächerte Programme für maximale Präsens der Marke vor. Dies bezieht sich nicht nur auf die sportlichen Aktivitäten sondern genauso auf begleitende Aktionen. Andere Teams delegieren diese Aufgaben an ihre Sponsoren um die Kosten niedrig zu halten. Wirtschaftlich gesehen ist dies zweifelsohne angenehmer. Jedoch ist es die Strategie von JiR weiter in die Zukunft gerichtet. Wir sind davon überzeugt, dass unsere aktuellen Investitionen sich in der Zukunft auszahlen werden.
In Assen waren wir die Botschafter des Films "Batman Begins". Diese Aktion zielte darauf MotoGP über die Motorradfans hinaus in weit größeren Kreisen publik zu machen. Ich glaube ein grundlegendes Erfolgsrezept in unserem Sport liegt darin die Qualität zu steigern und die Meisterschaft wirklich weltweit zu vermitteln.

Wo sehen Sie die Zukunft des Motorradsports?

In unserem ersten Jahr ist es für uns ganz klar, dass wir vor einer langen Entwicklung stehen. Deshalb müssen wir die Situation in seinen generellen Aspekten analysieren. Derzeit gibt vie japanische und einen europäischen Motorradhersteller, die den MotoGP repräsentieren. Ich hoffe, dass zukünftig weitere Konstrukteure gibt, die in die Königsklasse des Motorradsports einsteigen um das Interesse an unserer Welt zu vergrößern.

Wie könnte das aussehen?

Das einzige was ich von der Formel 1 wirklich als Beispiel in Betracht ziehe, ist die Funktion der Teams. Ich glaube eine ähnliche Klasse konnte das Interesse potentieller Investoren wecken in im Motorradsport einzusteigen. Zum Beispiel arbeitet in der Formel 1 immer ein Team mit einem Motoren-Hersteller zusammen. Honda mit BAR, BMW mit Williams, Mercedes mit McLaren. Ich glaube diese Arbeitsweise in einer Motorrad-Rennserie wäre attraktiv für viele potentielle Konstrukteure und daraus auch für neue Investoren interessant. In der jetzigen Situation wäre kein normales Team bereit für eine solche Motorrad-Klasse.

Stellt sich dieses Problem auch bei den Fahrern, die eine MotoGP-Maschine fahren können?

Dies ist einer der Gründe warum es wichtig ist den Herstellern zu helfen eine breitere Basis mit kleinen Meisterschaften auf verschiedenen Kontinenten zu schaffen. Diese Grundlage wird gebraucht um unseren Sport weiter zu fördern und auch um neue Fahrer auszubilden. Heute steht Spanien und Italien sehr gut da, weil es in diesen Ländern für junge Fahrer sehr gute Möglichkeiten in nationalen Meisterschaften beginnend schon bei Minibikes gibt.

Was haben Sie in naher Zukunft vor um dies zu ändern?

Die Teilung der orientalischen und der abendländischen Kultur besteht noch immer. Darin liegt der Grund für die Schwierigkeiten, die japanische Fahrer immer wieder haben, wenn sie sich in ihrer ersten Saison in der Weltmeisterschaft an den europäischen Lebensstil gewöhnen müssen. JiR will hier ansetzen und eine Struktur aufbauen, die ihnen erlaubt in Europa zu bleiben ohne in Nostalgie ihre Heimat zu vermissen.
Deswegen werden wir ein "College" für Fahrer bauen, wo sie die meiste Zeit mit Training in speziellen Zentren verbringen können . Dort können sie sich physisch und technisch vorbereiten und außerdem können sie regelmäßig Sprach- und Public Relations-Kurse besuchen. Die Welt des Motorradsports verlangt mehr und mehr nach Professionalität. Wir wollen die Fahrer darauf vorbereiten, dass nicht nur die Motorräder sondern auch sie selbst ernsthafte Profis sind. Wir möchten, dass sie Vorbilder für die jungen Fahrer sind.
In diesem "College" werden wir auch Trainings-Kurse für professionelle Instruktoren und technische Kurse für junge Nachwuchsmechaniker anbieten um auch die weiteren Profis in der Motorradwelt weiter zu bringen.

Was ist für das kommende Jahr vorgesehen?

Wir wollen gute Arbeit abliefern. Wir haben sehr viel Unterstützung für unser Projekt bekommen und wir wollen das in uns gesetzte Vertrauen voll zurückzahlen. Unser Projekt basiert auf einer ausgeklügelten Strategie mit Honda und Konica Minolta. JiR hat die Managment-Rechte am Fahrer Makoto Tamada, deshalb werden wir gemeinsam abwägen wie wir weiter vorgehen werden. Ich erwarte eine Steigerung in Makotos Resultaten, weil wir alle in sein Potential vertrauen.

Tags:
MotoGP, 2005

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