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Shell gibt technologischen Transfer zwischen MotoGP und F1 preis

Shell gibt technologischen Transfer zwischen MotoGP und F1 preis

Shell gibt technologischen Transfer zwischen MotoGP und F1 preis

Es werden oft zwischen den beiden Königsklassen des Motorsports, der MotoGP und der Formel 1, Parallelen gezogen. Mit dem Wechsel zum 4-Takt Geschehen 2002 hat die MotoGP einen Schritt zu feineren Technologien gemacht und sämtliche Hersteller begonnen damit Technologien zu entwickeln, die sie von ihrem weit entfernten Cousin übernommen haben, vom Motor Mapping über das Traktions-Kontrollsystem bis hin zur pneumatischen Ventilverteilung.

Über die letzten paar Jahre sind sich die beiden Disziplinen trotz der Differenzen näher gekommen und einige technische Lösungen können jetzt von der einen zur anderen übertragen werden. Das war auch die Motivation hinter dem Besuch von Mike Copson von Shell am letzten Wochenende in Brno. Copson ist ein Motorradfan, aber als erstes ist er der technische Manager Shell´s für das F1 Ferrari Team. Nach einer Sondereinladung von Shell Advance zum Tschechischen Grand Prix hatte er als enger Partner des Ducati Marlboro Teams einen Einblick in das Mitwirken des Unternehmens in der MotoGP.

Copson erklärte motogp.com wie Shell die MotoGP und die Formel 1 unterstützt und was die beiden Disziplinen voneinander lernen können.

"Bei Ferrari bin ich technisch für das Entwicklungsprogramm aller Produkte, die wir für das Team entwickeln verantwortlich, vom Benzin über die Schmiermittel bis hin zu den Fetten", erklärte Copson. „Ich habe ein sehr gutes Team an Leuten, die mit mir am Entwicklungsprogramm arbeiten und ich nehme an allen Rennen als technischer Berater für das Ferrari Team teil. Ich gehe sicher, dass Shell technisch das richtige für Ferrari macht, aber auch, dass sich Ferrari gut genug bei Shell integriert, weil es so wie bei Ducati und Shell eine Partnerschaft ist. Die Art, wie Shell die beiden Disziplinen, also MotoGP und Formel 1 unterstützt, ist dieselbe."

"Bei Shell reden wir viel zusammen, der Shell Advance Typ redet mit dem Shell Helix Typ und ich rede mit allen darüber, was wir im Bereich des Schmiermittels tun, weil es Dinge gibt, die wir für die Formel 1 noch lernen können. Es ist aber nicht so, als wäre ich bei einem Event, die Atmosphäre zu fühlen, mit vielen Menschen reden und lernen, das sind aus meiner Sicht die wichtigsten Dinge – zusehen und lernen."

MotoGP ist das Höchste im Motorradrennsport und Formel 1 ist das Höchste im Autorennsport, es ist gut, die verschiedenen Aktivitäten, die vor sich gehen zu beobachten, denn selbst wenn sie beide ganz oben stehen sind sie doch absolut verschieden. Das ist schön, dass man das mal sehen kann", fuhr Copson fort.

Er erklärte, dass das Schmiermittel, welches im Ducati Marlboro Team benutzt wird, auf dem Standard Shell Advance Ultra 4 Öl basiert, welches so verändert wurde, um den Bedürfnissen der Desmosedici GP5 gerecht zu werden, während der Prozess in der Formel 1 wieder unterschiedlich ist.

"Aus meiner Sicht heraus ist der Hauptunterschied zwischen der MotoGP und der Formel 1, dass die Schmiermittel in jeder der beiden Disziplinen etwas Bestimmtes tun müssen. In der Formel 1 müssen wir Schmiermittel für den Motor und das Getriebe finden, wir fertigen komplett vorherbestimmte Produkte. Auch die Regeln sind komplett frei in diesem Bereich, daher haben wir technisch gesehen besseres Schmiermittel."

"In der MotoGP basiert alles auf Standardprodukten, die wir dann verändern und den Ansprüchen der MotoGP anpassen. Aber das Wichtigste, was man über die MotoGP nicht vergessen darf, ist dass Shell Advance hier mehr Aufgaben hat, weil es den Motor, das Getriebe und die Kupplung schmieren muss – es gibt hier viele unterschiedliche Dinge zu tun. Es basiert alles zuerst auf Shell Advance und dann auf dem Produkt, ich denke, das ist eine gute Art und Weise."

"Wir könnten zum Beispiel in der Formel 1 nicht einfach ein Standradöl nehmen und es dann für die Formel 1 verändern, wir müssen von den ersten Prinzipien anfangen. Shell Advance hat sich wertvolle Technologie von der MotoGP abgeschaut, weil es ein geschäftigeres Unfeld ist und drei komplett verschiedene Dinge geölt werden müssen. Wir können Teile aus der Technologie auf die Formel 1 übertragen und wir können Teile aus der Formel 1 auf Shell Advance übertragen. Es ist also eine vielseitige Straße, keine Einbahnstraße, sondern mit 3 oder 4 Wegen."

„MotoGP und Formel 1 sind sehr unterschiedliche Disziplinen, in der Formel 1 gibt es höhere rpms und es ist mehr G-force involviert, aber in der MotoGP kann man sich auf das Motorrad stützen und dieses in Betracht ziehen und die Rennen sind kürzer, man kann also aggressiver mit den Ölen vorgehen, die man macht. Technisch ist das faszinierend, weil in der Formel 1 immer darüber geredet wird, das Öl für den Motor und das Getriebe zu kombinieren und eines daraus machen, aber es passiert nie. Also, wann auch immer ich hier bin versuche ich zu verstehen, wie es in der MotoGP läuft, denn ein Getriebe zu ölen und einen Motor zu ölen und eine Kupplung zu ölen sind drei verschiedene Dinge. Die Kupplung wird von der Friktion sehr heiß, das Getriebe hat beim Gangwechsel ganz spezielle Ansprüche an sein Schmiermittel, wohingegen man beim Motor die rotierenden Teile gut ölen muss. Wie diese drei Dinge also zusammen kommen ist sehr faszinierend."

Als die Federation Internationale de Motocyclisme diese Saison bekannt gegeben hat, dass die Motorkapazität in der MotoGP Klasse 2007 auf 800ccm reduziert wird, wird erwartet, dass die Hersteller jetzt nach höheren rpms streben, um die Power in den 4-Takt Motoren beizubehalten. Höhere Drehzahlen bedeuten auch mehr Stress für die rotierenden Teile und als Ergebnis könnte die MotoGP von der Erfahrung von der Formel 1 mit deren 20.000 rpm Motoren profitieren.

"Das wird definitiv der Fall sein", stimmte Copson zu. „In der Formel 1 haben wir 2006 auch eine Reduzierung der Motorkapazität und hier gibt es die Spekulation, dass die Geschwindigkeit der Motorenrotation höher sein wird. Das Großartige bei der Shell Partnerschaft, zwischen Shell Advance und Ducati und Shell Helix und Ferrari, ist dass wir alle ständig miteinander reden. Das sind keine strikt separaten Projekte, wir alle reden und lernen voneinander. Ich bin mir also sicher, dass die spezielle Technologie, die wir von der Formel 1 lernen sicher ein Filter ist, der durch das Shell Advance Portfolio geht, um dann in der Zukunft in der MotoGP genutzt werden zu können."

Tags:
MotoGP, 2005

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