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Eine Führung mit Dr. Costa durch das Clinica Mobile

Eine Führung mit Dr. Costa durch das Clinica Mobile

Eine Führung mit Dr. Costa durch das Clinica Mobile

Diese Woche werfen wir im "In der MotoGP" Abschnitt einen Blick auf einige vergessene Helden der Weltmeisterschaft. Auf die, welche unermüdlich daran arbeiten, anderen die Sicherheit in der mobilen Klinik zu gewähren.

Alles begann als ein Traum vor 33 Jahren über den Bergen Mugello´s. Fünf Jahre später wurde dieser Traum unter der alpinen Pracht Österreichs Realität. Heute ist die medizinische Behandlung auf jeder MotoGP Rennstrecke selbstverständlich. Sei es ein gebrochener Knochen eines Rennsuperstars oder der abgeschnittene Finger eines Teamchefs, man kann sich immer im Clinica Mobile behandeln lassen.

Heutzutage wird ein Fahrer wenn er stürzt sofort in die Klinik gebracht. Das war nicht immer so. In den Fünfzigern, Sechszigern und Anfang der Siebziger war die medizinische Versorgung auf manchen Rennstrecken entsetzlich. Es waren schlechte Umstände in denen Fahrer nicht rechtzeitig oder korrekt behandelt wurden und ein Italienischer Arzt und Sohn des Renndirektors entschied das zu ändern.

Am 23. April 1972 fand das 200 Meilen Rennen nach amerikanischem Stil in Imola in Italien statt. Checco Costa, der Vorstand des Organisatoren Clubs, rief nach seinem Sohn, um die medizinische Versorgung für ein wichtiges Meeting zu verbessern. Dr. Claudio Costa, der fünf Jahre zuvor die medizinische Schule beendet hatte, war nur zu glücklich diese Aufgabe zu erhalten. Er nahm einige der besten Spezialisten Bologna´s auf und begann mit der Gründung, die den medizinischen Standard der Grand Prix Veranstaltungen über alle Vorstellungen veränderte.

Zuerst war es für Dr. Costa und seine Spezialisten nicht einfach. Sie reisten zu allen Grand Prix mit dem Auto, dem Schiff oder der Bahn, trugen Boxen voller medizinischer Ausrüstung, um die verletzten Fahrer behandeln zu können. Manche medizinischen Bedingungen auf manchen Rennstrecken konnte man regelrecht als „primitiv" bezeichnen. Es war ganz klar mehr, was man brauchen würde, wenn man ernsthafte Verletzungen schneller und effektiver behandeln wolle. Dr. Costa´s Traum war eine mobile Klinik, die zu jedem Event reisen könnte. Fünf Jahre und eine Woche nach der Grundbrechenden Versammlung in Imola wurde sein Traum realisiert und die Clinica Mobile nahm auf dem Salzburgring in Österreich das erste Mal ihren Platz im Fahrerlager ein.

Die allererste Klinik war vielleicht klein, aber seine Präsenz und die Fähigkeit der Spezialisten, die mit ihr reisten, hat das Leben vieler Fahrer gerettet. Ihre schnelle Handlungsweise während der lebenswichtigen Minuten nach einem Sturz hat in den ersten Jahren ganz sicher die Leben von Franco Uncini, Philippe Coulon, Michael Rougerie und Virginio Ferrari gerettet.

1981 wurde eine neue Klinik gebaut, mit zwei Behandlungsbetten anstelle von einem. Über 3000 Patienten werden jährlich behandelt. Darunter sind über 300 Fahrer und der Weltmeister Franco Uncini und Graziano Rossi, Valentino´s Vater, wurden beide nach schweren Stürzen lebensrettenden Maßnahmen unterzogen. Die Weltmeister Giacomo Agostini, Kenny Roberts und Franco Uncini präsentierten 1988 die dritte Klinik, Passenderweise in Imola, wo 16 Jahre zuvor alles begann.

Einer der regelmäßigsten Besucher der Klinik war der damalige 500ccm Weltmeister Wayne Gardner. Er stürzte beim Testen in Jugoslawien eine Woche zuvor und brach sich fünf Knochen in seinem rechten Fuß, wurde aber beim Rennen in Imola trotzdem Zweiter und er spendete sein Preisgeld der Klinik, um ihnen für die Behandlung und die Ermutigung, die er erhalten hatte, zu danken. Der letzte Papst, Johannes Paul II segnete die Klinik in Rom, nach diesem Rennen in Imola setzte die Klinik ihre Europa Tour fort. 1996 wurden bei den 15 Grand Prix über 7000 Behandlungen ausgestellt.

Die vierte Klinik wurde 1997 gebaut und Mick Doohan führte den Spanischen König Juan Carlos herum, um ihm die neue fünf Betten Einheit zu zeigen und auch um ihn dem neuen Spezialisten der Physiotherapie vorzustellen. Auch die Rolle der Klinik änderte sich. Ihre immerwährende Präsenz erbrachte die Notwendigkeit eines Medizinischen Direktors auf jeder Rennstrecke, was das ganze Verhalten und die Struktur des medizinischen Services änderte. Oft waren es die Ärzte der Klinik, die in die Rolle des Medizinischen Direktors sprangen.

Die permanenten Medizinischen Zentren auf den Rennstrecken müssen jetzt das Equipment, das Personal und die medizinischen Geräte für lebensrettende Maßnahmen zur Verfügung stellen. Alles was kein Notfall ist wird noch immer im Clinica Mobile behandelt und das Personal gibt den lokalen Ärzten und Krankenhäusern die Anweisungen. Die Klinik übernimmt die Rolle einer Top-Unfalleinheit eines guten Krankenhauses.

Jeder, der im MotoGP Fahrerlager arbeitet (bis zu 3000 Leute bei manchen Grand Prix), weiß, dass er 24 Stunden lang medizinische Unterstützung bekommt, falls diese notwendig ist. Das ist nicht nur eine Versicherung für die, die weit weg von zu Hause sehr viele Stunden arbeiten müssen, sondern auch für die daheim gebliebenen.

Die momentane Klinik wurde vor drei Jahren in Jerez präsentiert, wieder einmal von einer Hand voll Weltmeistern. Die 24-stündige Erreichbarkeit ist für jeden in der MotoGP eine Sicherheit, doch es sind die Fahrer, denen Dr. Claudio Costa seinen Traum widmete, der an diesem einen Frühlingstag in Imola begann.

Tags:
MotoGP, 2006

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