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Randy de Puniet spricht über seine Eingewöhnung in die MotoGP

Randy de Puniet spricht über seine Eingewöhnung in die MotoGP

Randy de Puniet spricht über seine Eingewöhnung in die MotoGP

Randy de Puniet hat Kawasaki´s Vertrauen mit der schnellen Anpassung an die Ninja ZX-RR während der Wintertests schon zurückgezahlt und bewies, dass er einen Platz auf dem MotoGP Grid für die Saison 2006, die am 26.03. in Jerez startet, wert ist. Dieses ausgedehnte Interview gibt Ihnen einen Einblick in die Gewöhnung des Franzosen an die MotoGP.

Das wird deine Rookie Saison in der MotoGP sein, aber was bedeutet es für dich als Fahrer in die Königsklasse des Motorradrennsports einzusteigen?

Für mich ist es ein großer Schritt in die MotoGP zu wechseln, weil das die beste Klasse ist, mit den Top Fahrern und den schnellsten Motorrädern. Das ist das Ziel eines jeden Rennfahrers. Das ist eine fantastische Chance für mich, gegen die besten Fahrer der Welt mit einer Werks-Kawasaki zu fahren und ich hoffe, dass ich dem Team das Vertrauen, das sie in diesem Jahr in mich gesteckt haben, auch zurückzahlen kann.

Was waren deine ersten Gedanken, als du von Kawasaki das Angebot für eine MotoGP Fahrt bekommen hast?

Ich konnte es nicht glauben, es war als würde ein Traum wahr werden. Ich war mitten in einer schwierigen Saison in der 250ccm Weltmeisterschaft, für 2006 also ein Angebot für einen Werksvertrag in der MotoGP zu bekommen, war unglaublich.

Es muss gut für dich gewesen sein, mit einem sicheren Vertrag für die Saison 2006 in die Winterpause zu gehen.

Definitiv. Dass ich ganz genau wusste, wo ich 2006 fahren würde hieß, dass ich mich voll und ganz auf meine Vorbereitung auf die kommende Saison konzentrieren konnte. Seit wir Ende November den Test in Sepang beendet hatten, war alles worum ich mir Sorgen machen musste, meine Vorbereitung auf die kommende Saison. Und das hat sich bezahlt gemacht, weil ich 100% vorbereitet war, als wir im Januar wieder nach Sepang zurückgekehrt sind, um den ersten Test der Vorsaison auf der neuen Ninja ZX-RR zu fahren.

Hast du in den Wintermonaten ein bestimmtes Trainingsprogramm befolgt?

Ich habe immer hart trainiert, aber dieses Jahr folgte ich einem Programm, das Kawasaki´s Sportexperte, Dr. Tony Head entwickelt hat. Ich bin Ende letzten Jahres nach England geflogen, wo Tony mich körperlich ausgewertet hat und dann hat er mir ein Trainingsprogramm aufgestellt, dem ich dann im Winter gefolgt bin.

Er hat auch einen Trainingsplan vorbereitet, dem ich während der Rennsaison folgen werde, so dass ich vor den Rennen nicht müde werde. Letztes Jahr habe ich zwischen den Rennen viel trainiert und ich konnte es nicht verstehen, warum ich nach der Hälfte der Rennen müde wurde. Tony hat mir erklärt, dass der Körper Zeit zum ausruhen braucht und dass es nicht möglich ist 100% zu fahren und dann zwischen den Rennen 100% zu trainieren. Er geht also sicher, dass ich während der Saison auf der Höhe bin und daher hat Tony mir einen Trainingsplan erstellt, der auch Erholungspausen beinhaltet.

Es muss ein großer Schritt gewesen sein, von einer leichten 250ccm 2-Takt Maschine zu einer 4-Takt Ninja ZX-RR zu wechseln. Gibt es irgendwelche Parallelen zwischen den beiden?

Nicht eine. Alles ist anders. Das einzige was sie gemeinsam haben ist, dass sie zwei Räder haben und einen Motor in der Mitte! Mein erster Eindruck der Ninja ZX-RR war, dass ich nicht glauben konnte, was für ein gutes Motorrad das ist, es ist wirklich die ultimative Rennmaschine. Nachdem ich das erste Mal ein MotoGP Bike gefahren bin, wollte ich nie wieder irgendein anderes Motorrad fahren. Die Power der Ninja ZX-RR allein ist schon unglaublich und es ist eine fantastische Erfahrung sie zu fahren.

Wie alle MotoGP Maschinen benutzt auch die Ninja ZX-RR ein ziemlich hoch entwickeltes Elektronik Paket. Wie viel einfacher haben es die elektronischen Hilfen, wie Traktion und Wheelie Kontrolle für dich gemacht, deinen Fahrstil an das MotoGP Bike anzupassen?

Natürlich haben wir ein komplexes Elektronik System am Motorrad, nicht nur um die Traktion und die Wheelies zu kontrollieren, sondern auch wie der Motor zu Power kommt. Um ehrlich zu sein produziert das Motorrad so viel Power, dass es ohne die elektronischen Kontrollen ziemlich hart wäre, oder sogar unmöglich wäre, es zu fahren.

Aber die Elektronik, wie die Federung und das Fahrgestell, müssen auf die Charaktere jeder einzelnen Rennstrecke eingestellt werden. Wie schwer ist es das richtige Set up zu finden, wenn man so viele Parameter hat, die man ändern muss?

Das MotoGP Bike ist definitiv schwieriger einzustellen, als eine 250ccm Maschine, aber dafür sind die Tests da. Während der Tests schauen wir nach einem guten Basis Set up, das wir dann nur noch wenig verändern, um es an den Charakter der verschiedenen Rennstrecken anzupassen. Die meiste Zeit funktioniert das auch, aber manchmal haben wir auf manchen Strecken ein paar Probleme, an denen man arbeiten muss. Da ist dann die Erfahrung deiner Crew wichtig, weil man eng mit ihnen zusammen arbeiten muss, um eine Lösung in ganz kurzer Zeit, die man vor dem Training oder der Qualifikation noch hat, zu finden.

Gibt es bei dem Motorrad einen Bereich bei dem du denkst, dass man die Entwicklung konzentrieren sollte?

Im Moment nutze ich nicht das volle Potenzial des Motorrades, weil ich mich noch immer an den Fahrstil gewöhnen muss, um mit der Extra Power und dem einzigartigen Charakter eines MotoGP Bikes umgehen zu können. Zu diesem Zeitpunkt denke ich, dass es wichtiger ist, sich mehr darauf zu konzentrieren mein Fahren vor der kommenden Saison zu verbessern, als darüber nachzudenken, bestimmte Bereiche zu entwickeln.

Du und dein Kawasaki Teamkollege Shinya Nakano seid durch die Reihen der 250ccm gegangen, aber wie gleichen sich eure Fahrstile und das Set up eurer Motorräder und teilt ihr Informationen über die Einstellungen und die Reifen?

Mein Fahrstil ist ein bisschen anders als der von Shinya, wir tendieren also nicht dazu identische Einstellungen am Bike zu benutzen. Wir positionieren uns auch unterschiedlich auf dem Motorrad und das wirkt sich auch aufs Set up aus. Aber der Fakt, dass wir fast dieselbe Größe haben und das Gewicht heißt, dass unsere Einstellungen am Motorrad nicht so weit voneinander entfernt liegen.

Wir teilen Informationen in der Box und tendieren auch dazu dieselben Reifen zu benutzen.

Denkst du, dass es dir helfen wird, jemanden so erfahrenen wie Shinya als deinen Teamkollegen zu haben, hilft dir das dabei, dich in dieser Saison als MotoGP Fahrer zu entwickeln?

Natürlich ist es ein großer Vorteil für mich Shinya als Teamkollegen zu haben. Er ist ein ehemaliger 250ccm Fahrer, der in die MotoGP gewechselt ist, daher weiß er auch, wie es im Moment für mich ist. Er ist ein guter Teamkollege, man kann gut mit ihm auskommen und er geht offen damit um, was er am Motorrad ausprobiert. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Jahr viel von ihm lernen werde.

Was sind deine Ziele für deine erste Saison in der MotoGP?

Mein Ziel ist es bei jedem Rennen diese Saison 100% zu geben und jedes Mal, wenn ich auf die Strecke fahre mehr dazu zu lernen. Ich habe ein gutes Ziel, auf das ich mit Shinya zielen kann und ich hoffe, dass ich im Laufe der Saison in der Lage sein werde, die Lücke zu ihm aufzuschließen. Ich denke wir haben ein gutes Potenzial, das Motorrad, das Team und ich, und ich denke, dass es für uns möglich sein wird, dieses Jahr ein paar gute Ergebnisse einzufahren. Aber wie ich schon sagte, das Wichtigste ist für mich bei jedem Rennen etwas dazu zu lernen und deshalb muss ich immer ins Ziel kommen, ein großer Sturz würde mich wertvolle Lernzeit kosten.

Das ist dein erstes Jahr auf Bridgestone Reifen. Wie fandest du es während der Winter Tests mit den Bridgestone Jungs zu arbeiten?

Es ist gut für mich, weil ich noch nie Reifentechniker hatte, die so nah neben dem Team gearbeitet haben. Es sind alles gute Jungs und die wissen ganz sicher, worüber sie reden, wenn es um die Reifenperformance geht. Reifen sind in der MotoGP kritisch und es ist gut ein Unternehmen wie Bridgestone hinter einem zu haben, die wissen was es heißt auf Top-Niveau zu fahren. Ich hatte bisher in diesem Jahr immer ein gutes Gefühl mit den Bridgestone Reifen.

Stehst du durch die Tatsache, dass du der einzige Französische Fahrer in der MotoGP bist unter zusätzlichem Druck gut zu sein, besonders bei deinem Heimrennen in Le Mans?

Natürlich erwarten die Französischen Fans, dass ich dieses Jahr gut sein werde, besonders in Le Mans. Das steigert den Druck, aber es ist ein guter Druck, weil er hilft die Unterstützung der Fans zu bekommen. Ich habe in Le Mans schon viermal auf dem Podium gestanden, aber ich muss wegen meines ersten Heimrennens in der MotoGP realistisch sein. Ja, ich möchte eine gute Performance bieten, aber ich muss auch an meine Ziele für die ganze Saison denken, nicht nur an das eine Rennen.

Was ist deine Lieblingsstrecke auf dem MotoGP Kalender?

Es ist schwer nur eine auszuwählen. Ich mag die wirklich schnellen Strecken wie Jerez, Mugello, Katalonien und Brno. Ich denke Jerez ist meine Lieblingsstrecke, weil es eine technische Strecke ist, aber in den letzten Abschnitten ist sie sehr schnell und wirklich aufregend zu fahren.

Was ist das Beste daran ein MotoGP Fahrer zu sein?

Das Beste ist bei weitem, dass man die schnellsten Motorräder der Welt fahren kann. Was könnte besser sein als das?

Tags:
MotoGP, 2006, Randy de Puniet

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