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Goubert spricht über Qualifikationsreifen

Goubert spricht über Qualifikationsreifen

Goubert spricht über Qualifikationsreifen

Nicholas Goubert, der Manager von Michelin im Motorradrennsport, spricht mit motogp.com darüber, wie Fahrer ihre Qualifikationsreifen nutzen und was Michelin im Speziellen tut, um den Fahrern jeden möglichen Vorteil zu bescheren.

Da die MotoGP immer enger wird und der Reifenkrieg immer heißer, werden dadurch die Qualifikationsreifen immer wichtiger?

Ich würde nicht sagen immer wichtiger. Es ist ziemlich wichtig, aber wir sind nicht im Autorennsport, Fahrer können also immer noch Rennen gewinnen, auch wenn sie nicht aus der ersten Reihe starten. Wir haben das in diesem Jahr schon bei Valentino und bei Marco Melandri gesehen, als er von der fünften Reihe gestartet ist. Natürlich ist es psychisch wichtig für die Fahrer an der Spitze zu stehen, aber die Positionen können sich innerhalb einer oder zwei Runden völlig ändern.

Welche Aspekte der Performance verbessert ein Michelin Qualifikationsreifen?

Der extra Grip verbessert vielleicht die Einfahrt in die Kurven ein bisschen, aber der Hauptunterschied ist der Grip, wenn das Motorrad im maximalen Winkel übergelehnt ist, vor allem aber die Traktion im Kurvenausgang.

Manche Fahrer sind besser als andere auf abgenutzten Qualifikationsreifen, warum ist das so?

Ich würde sagen, dass die Benutzung von Qualifikationsreifen eine ganz spezifische Übung ist. Manche Fahrer mögen es nicht ihr Motorrad/Reifenpaket von der ersten Runde an voll auszufahren. Normalerweise sind es die Jungs, die nicht die besten auf Qualifiern sind, sie ziehen es vor langsam zur maximalen Geschwindigkeit hoch zu fahren. Valentino ist ein gutes Beispiel. Ich will nicht sagen, dass er nicht gut auf Qualifiern ist, weil er überall gut ist, aber wenn man sieht, was er mit einem Rennreifen machen kann, würde man denken, dass er mit Qualifiern unschlagbar ist. Aber er mag es nicht 100% zu geben, bis er sich nicht mit dem Motorrad und den Streckenbedingungen wohl fühlt. Es gibt ein paar Jungs, die mit Qualifiern Vorteile zu haben scheinen, vielleicht Loris Capirossi und es scheint so als wäre auch Casey Stoner einer von ihnen, sie haben das Potenzial. Wann auch immer Casey raus fährt, egal ob auf Qualifiern oder auf Rennreifen, kann man sich sicher sein, dass er gleich das maximale Potenzial der Reifen nutzt.

Warum produziert Michelin keine Regen-Qualifikationsreifen? Sie wären einfach herzustellen…

Vielleicht haben einige unserer Rivalen bereits Regen-Qualifikationsreifen hergestellt! Aber wir planen das nicht.

Und was ist mit Vorder-Qualifikationsreifen, werden wir die in der Zukunft sehen?

Wieder wäre es nicht zu schwierig einen Vorder-Qualifikationsreifen herzustellen, aber die Fahrer würden die Zeit brauchen sich an sie auf den verschiedenen Rennstrecken zu gewöhnen. Die Fahrer finden es immer schwieriger die volle Performance eines Vorderreifens heraus zu fahren. Wir haben noch nie Vorder-Qualifikationsreifen benutzt, aber Capirossi hatte normalerweise immer den weichsten Vorderreifen, der erhältlich ist während der Qualifikation genommen, als er noch 500ccm für Sito Pons gefahren ist. Er hatte Vertrauen in diesen Reifen, weil er schon ein oder zweimal mit ihm gefahren war. Doch wenn Fahrer die Möglichkeit hätten Qualifikations-Vorderreifen zu benutzten und mit ihnen zurecht kämen, wäre es sicher ein Vorteil. Wir wollten nie zuviel Gewicht auf einen Qualifikationsreifen legen. Wir waren noch nie wirklich zufrieden mit dem Konzept der Qualifikationsreifen. Sie verbessern vielleicht die Rundenzeiten im Qualifying, aber sie kürzen auch die Zeit, die die Fahrer für das Renn-Set up haben, was viel wichtiger ist. Wir benutzten Qualifikationsreifen, weil wir das müssen um konkurrenzfähig zu sein, aber sie verbessern nicht die Show für die Fans, doch sie erhöhen die Sicherheitsprobleme. Wenn ein Fahrer auf einem Qualifikationsreifen draußen ist, den er kennt, dann kann er nur eine gute Runde fahren, er wird alles tun, um jeden langsameren Fahrer in dieser einen Runde zu überholen.

Wann hat Michelin begonnen Qualifikationsreifen zu produzieren?

Wir begannen zuerst sie in der Superbike WM zu benutzen, nach der Einführung der Super Pole (die den Fahrern nur eine Qualifikationsrunde erlaubt). Wir haben sie in den GPs nicht gebraucht, bis einige unsere Rivalen anfingen sie zu benutzen. Wir haben 1999 begonnen in der 500ccm Qualifikationsreifen zu benutzen.

Wie viele Qualifikationsreifen geben Sie jedem Michelin Fahrer?

Wir haben mit zwei Sorten pro Fahrer angefangen, pro Event, aber dann haben wir mitbekommen, dass einige unserer Mitstreiter ihren Fahrern mehr Qualifier gegeben haben, daher mussten wir folgen, um nicht zu riskieren nicht auf der ersten Reihe zu stehen. Seit Mitte letzten Jahres beliefern wir jeden Fahrer mit drei Qualifiern, aber nicht alle Fahrer nutzen immer ihre volle Auswahl. Manchmal geben wir auch einen Qualifier an einen Fahrer, der schauen will, ob der extra Grip ihm helfen kann ein Problem zu lösen oder ihm mehr Informationen geben kann. Beim spanischen GP haben wir Casey Stoner am Samstagmorgen einen Qualifikationsreifen gegeben, einfach weil er zuvor noch nie einen benutzt hatte, er musste also herausfinden, wie das sein würde.

Tags:
MotoGP, 2006

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