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MotoGP Mitarbeiter: Pramac d´Antin Mechaniker Liam Shubert

MotoGP Mitarbeiter: Pramac d´Antin Mechaniker Liam Shubert

Für das zweite Interview der MotoGP Mitarbeiter traf motogp.com Liam Shubert, ein Mechaniker beim Pramac d´Antin Team, der sich um die Ersatzteillieferung für die 800cc Ducati Desmosedici GP7 Maschinen von Alex Barros und Alex Hofmann kümmert.

Für das zweite Interview der MotoGP Mitarbeiter traf motogp.com Liam Shubert, ein Mechaniker beim Pramac d´Antin Team, der sich um die Ersatzteillieferung für die 800cc Ducati Desmosedici GP7 Maschinen von Alex Barros und Alex Hofmann kümmert.

Während der Sommerpause 2007 wird Ihnen motogp.com mit dieser Serie einen Einblick hinter die Kulissen des MotoGP Fahrerlagers bieten, in dem wir ihnen einige Leute vorstellen, die Schlüsselrollen außerhalb der Piste in der Weltmeisterschaft spielen und uns etwas mehr über ihre Arbeit in der Welt der Großen Preise verraten.

Da Pramac dAntin eine Privatmannschaft ist, schließt Shuberts Arbeit die Beziehungen zu Ducati Corse für die Lieferung von Teilen für Barros und Hofmanns Motorräder ein. Zudem muss er in der Garage mithelfen, wenn seine Erfahrung beim Zusammen- und Auseinanderbauen der Maschinen benötigt wird

Welche sind deine wichtigsten Verantwortungen?
Ich bin hauptsächlich für alle Ersatzteile zuständig, die wir für den Service, Wartung und Reparatur der vier Ducati Prototypen während der ganzen Saison in der Weltmeisterschaft brauchen. Ich bin der erste Kontaktpunkt zwischen dem Pramac d´Antin MotoGP Team und Ducati Corse, und mein Job ist es den Einsatz der Teile zu überwachen, wie auch die Lagerbestände, und wenn erforderlich neue Teile zu bestellen, während wir neue Lösungen und neue Teile für die Maschine testen.

Ich habe die Übersicht über unser Ersatzteil-Budget und überprüfe, dass die Geschäftsbeziehungen und Rechnungen zwischen meinem Team und Ducati stimmen. An der Rennstrecke verwalte ich unsere Lagerbestände und arbeite eng mit den Mechanikern zusammen um sicherzustellen, dass auch die richtigen Teile zum richtigen Zeitpunkt gewechselt werden und, im Falle eines Sturzes, wähle ich die Teile aus, die benötigt werden um das Motorrad zu reparieren manchmal greife ich auch ein, wenn Hilfe am Mann und die Zeit knapp ist.

Welche sind die harten Seiten deines Jobs?
Mit der neuen Ducati GP7, sind wir dabei verschiedene Km-Grenzen und Lebensdauern der Teile und des Materials festzustellen, deshalb muss ich in die Zukunft sehen und unser Lagerbestand nach meiner eigenen Einschätzung und den Empfehlungen unserer Chefingenieure, Emanuele Martinelli und Fabiano Sterlacchini auf den Stand halten. Es ist nicht so einfach, denn man fragt nicht einfach das Werk um neue Teile, da einige Teile nicht gleich verfügbar sind und es bestimmte Lieferzeiten gibt, bevor ein Teil an das Team geliefert werden kann - üblicherweise so um die 2-3 Monate.

Deshalb ist es sehr wichtig alles genau zu übersehen, welche Teile werden öfter benutzt, diese Trends zu erkennen und entsprechend zu reagieren so dass wir so gut vorbereitet wie möglich sind um die Maschinen stets bereit zu haben. Egal was passiert. Ich bin außerdem der einzige Amerikaner in der Mannschaft, deshalb gibt es dann einige kulturelle und sprachliche Schwierigkeiten, da mein Team hauptsächlich aus Italienern und Spaniern besteht. Ich habe hart gearbeitet um ein Kommunikations- und Zusammenarbeitssystem zwischen mir und meinen Leuten zu entwickeln, von dem ich mir einbilde, dass es uns stärker macht und enger zusammen gebracht hat. Das, glaube ich, sind wichtige Aspekte um ein erfolgreiches Team zu werden.

Welche sind die aufregendsten und die befriedigendsten Momente deines Jobs?
Wenn ich meine Teamkollegen lachen sehe und sie sich gegenseitig nach einem guten Rennen oder einem harten Wochenende beglückwünschen; wenn ich weiß dass alle gut zusammen gearbeitet und nicht aufgegeben haben, dann bin ich zufrieden. Ich kann nicht alles kontrollieren, wenn ich aber sehe, dass ein Motorrad richtig funktioniert, die Einstellungen alle richtig sind, die Bridgestone Reifen sich weiter entwickeln und verbessern, und wenn meine Fahrer hart für jede Position kämpfen, dann weiß ich, dass ich dazu beigetragen habe, dass mein Team auf diesem Niveau mithalten kann und das macht mich sehr glücklich. Natürlich möchte ich auch um Podestplätze kämpfen, Rennen siegen und schließlich Weltmeister werden, aber jedes abgeschlossene Rennen ist für mich ein kleiner Erfolg, weil mein Job darin liegt, die Maschinen mit allem was sie brauchen auszurüsten, und ein Rennen zu beenden heißt, dass ich meinen Job gut gemacht habe.

Wie bereitest du dich für einen Grand Prix vor?
Wenn ich meinen Job richtig gemacht habe, hätte ich mich für das nächste Rennen vor vier oder fünf Jahren vorbereitet müssen! Auf jedem Rennen gibt es jedoch unterschiedliche Probleme und unterschiedlicher Bedarf, also bereite ich mich seelisch für jedes Rennen vor, um so viele Probleme wie möglich zu lösen, und auch so schnell und einfach wie ich kann. Manchmal bringe ich neues Material für das Team, wie Reinigungsmittel oder Papierkram, aber meistens stelle ich sicher, dass ich meine Computer, meine Dateien, und vor allem eine Siegereinstellung bei jedem Rennen dabei habe.

Wie unterscheidet sich deine tägliche Arbeitsroutine an einem GP-Wochenende?
Ein Rennwochenende ist eigentlich eine Rennwoche für alle Teams. Wir kommen Mittwochmorgen an der Rennstrecke an, stellen unsere Box im Fahrerlager auf und beginnen mit der Motorradvorbereitung. Wenn es einen Sturz gab, dann fangen wir sofort mit der Reparatur an und Donnerstagnachmittag sind alle Maschinen bereit und die Elektroniksysteme und die Sensoren überprüft. Das sind die Tage an denen ich am Meisten zu tun habe auf der Rennstrecke. Freitag und Samstag sind etwas Einfacher, da wir genaue Uhrzeiten haben an denen die Maschinen auf der Rennstrecke sein müssen und an denen wir an den Maschinen arbeiten können.

Ich verbringe einen Teil vom Mittwoch und Donnerstag mit der Überprüfung von neuen Teilen von Ducati, und Freitag und Samstag bereite ich die ´schnellwechsel´ Sets vor, so dass, wenn wir Übersetzungsverhältnisse oder Motoren wechseln alles so reibungslos wie möglich geht. Während der freien Trainingssitzungen suchen wir immer nach dem besten Feeling für die Fahrer und für die längste Dauer der Reifen, also wechseln wir einige Sachen, die mit dem Chassis und der Federung zu tun haben. Es macht Spaß, da jeder Tag etwas anders ist und wenn man dann auch noch das Wetter bekommt, das wie in den letzten Jahren gehabt haben dazu tut, dann wird es sogar spannend.

Wie hat sich dein Job verändert seit deinem Anfang bei der MotoGP Meisterschaft?
Meine Karriere in der MotoGP startete ich als Mechaniker, und das erlaubte es mit die verschiedenen Teile der Maschine kennen zu lernen und auch das Arbeitssystem in der Garage. Als ich zum Ersatzteil- und Logistikmanager wurde, war es für mich einfacher die Sachen zu sehen. Die Tatsache, dass ich vorher Mechaniker gewesen war, machte es alles viel leichter für mich, weil ich sofort weiß, was oft gewechselt wird, was kaputt gehen könnte und was ich Zukunft brauchen werde damit alles wie am Schnürchen läuft.

Als ich enger mit Ducati Corse zu arbeiten begann, erstellten wir zahlreiche neue Systeme um Teile zu finden, Teile zu bestellen und Konten zu verwalten. Ich arbeite ständig daran, die Sachen effizienter zu gestalten und die Kosten für beide Organisationen in Grenzen zu halten. In diesem Sinne bin ich sehr stolz darüber, dass ich einer italienischen Firma wie Ducati und meinem spanischen Team, Pramac d´Antin, geholfen habe mit klareren Objektiven zusammen zu kommen, eine solide Arbeitsstruktur zu bilden und dadurch die Konkurrenzfähigkeit auf der Rennstrecke gestiegen ist. Früher war ich eine der Hände, die an der Maschine gearbeitet hat, jetzt bin ich eher Teil des Teamgerüsts und ich bin glücklich meinem Boss wo immer ich auch kann zu helfen.

Wie kamst du überhaupt in das MotoGP Fahrerlager?
Ich verliebte mich in GP-Rennen gegen Ende des 500er-Zweitakter Zeitalters. Sie waren fremd für mich, wie auch die Rennstrecken, aber es war immer erstaunlich zu sehen, was man auf zwei Rädern alles machen kann. Als sie dann auf Viertakter in 2002 umstiegen, wusste ich, dass ich irgendwie an der Meisterschaft beteili

Tags:
MotoGP, 2007

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