Neu auf motogp.com?Hier registrieren

Ticket-Kauf
VideoPass-Kauf

Hinter den Kulissen mit Mike Leitner

Hinter den Kulissen mit Mike Leitner

Als Dani Pedrosa 2004 als regierender 125ccm Weltmeister in die 250ccm Kategorie aufgestiegen ist, trafen sich seine Wege mit denen von Mike Leitner. Seitdem arbeitet das Paar zusammen.

Der ehemalige Österreichische 125ccm WM-Pilot Mike Leitner wurde zu einer der wichtigsten Figuren in Dani Pedrosas Karriere. Seit nunmehr fünf Jahren arbeitet Leitner als Chefmechaniker an der Seite des Ausnahmekönners aus Spanien.

Leitner verfügt über eingehendes technisches Wissen und hat auch schon als Mechaniker für Piloten wie Jeremy McWilliams, Ralf Waldmann und Stefano Perugini gearbeitet. Seit dem Zusammenschluss mit Pedrosas Team hat er in seiner Rolle als Crew Chef Saisonen überwacht, in welchen der junge Star aus Katalonien zwei 250ccm Weltmeistertitel gewonnen hat und einmal Vizeweltmeister in der Königsklasse MotoGP geworden ist.

Zurzeit führt Pedrosa punktegleich mit seinem spanischen Landsmann Jorge Lorenzo die Weltmeisterschaft an. Leitners Ziel für 2008 ist ihn an der Spitze zu halten…

Q. Was sind Ihre spezifischen Aufgaben als Chefmechaniker von Dani Pedrosa innerhalb des Repsol Honda Teams?
A. `Meine Hauptaufgabe ist jede Entscheidung in Bezug auf das Motorrad, welche den Motor, das Getriebe, die Dämpfung oder die Reifen und so weiter betrifft, zu überwachen. Ich habe das letzte Wort. Wir sind ein großes Team, mit vielen Spezialisten, und ein Jeder arbeitet hart. Aber am Ende, wenn es darum geht, zu entscheiden in welche Richtung es gehen soll, dann bin das ich. Es ist eine enorme Verantwortung und das bedeutet jede Menge Druck.´

Q. Wie würden Sie Pedrosa beschreiben?
A. `Dies ist meine fünfte Saison, in der ich mit ihm zusammen arbeite, und ich kann Ihnen sagen, er ist ein ganz besonderer Fahrer. Wenn man eine Weltmeisterschaft in der 125ccm Klasse gewinnt und zwei in der 250ccm Klasse, wenn man während seiner ersten MotoGP Saison Rennen gewinnt, und im zweiten Jahr MotoGP Vizeweltmeister wird, dann ist es ziemlich eindeutig, dass man im Vergleich zum Rest ein besonderer Fahrer ist.´

Q. Ist es einfach mit ihm zu arbeiten?
A. `Wie ich schon sagte, er ist eine besondere Person, aber es ist einfach mit ihm zu arbeiten. Es sieht sich selbst nicht als Star oder Primadonna. Er ist ein lockerer, bodenständiger Kerl. Ich denke, Alberto Puig hat dazu eine Menge beigetragen. Er wurde sehr gut ausgebildet, um zu verstehen was das Leben bedeutet. Er versteht die positiven und negativen Seiten des Motorradrennsports, und er nimmt seine Arbeit stets sehr ernst.´

Q. Was ist der schwierigste Teil Ihrer Aufgabe?
A. `Es gibt nichts besonders Schwieriges. Wir versuchen immer alles so gut wir können, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es ist der Leistungswille, welcher mit der ersten Wintertrainingssitzung beginnt und bis zum allerletzten Rennen anhalten muss. Es erfordert eine Menge Energie, aber wenn man einen Fahrer wie Dani hat, der im Gegenzug so viel zurück gibt, ist es sehr motivierend für alle Teammitglieder.´

Q. Gibt es aus den Jahren Ihrer Zusammenarbeit mit Pedrosa Momente, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
A. `Wir hatten so viele schöne Momente, dass es unmöglich ist auf die schnelle Einen auszuwählen. In Zeiten, in denen die Dinge nicht so gut laufen, überrascht mich seine Art wie er mit schwierigen Situationen umgeht. Und zur gleichen Zeit, wenn wir erfolgreich sind, überrascht er mich wieder mit seiner ruhigen Betrachtungsweise. Es gab viele besondere Momente. So zum Beispiel der letzte Sieg in Jerez, als es das zweite Rennen des Jahres war, und man all die Probleme bedenkt, welche wir während der Wintertests hatten.´

Q. Und Ihr schlimmster Moment?
A. `Die schlimmsten Momente sind definitiv wenn der Fahrer stürzt und sich dabei verletzt. Wir haben ein paar solche Momente in der Vergangenheit gehabt, und für jedes Team, jeden Mechaniker, ist es eine sehr harte Zeit.´

Q. Wann erreicht die Spannung ihren Höhepunkt an einem Grand Prix Wochenende?
A. `Es kann viele spannende Momente geben. Angefangen damit, wenn man etwas Wichtiges ausprobiert und hofft, dass alles gut geht. Oder sogar vor den Trainingseinheiten, wenn wir am Donnerstag über die Reifen entscheiden, welche wir während des Grand Prix verwenden werden. Der härteste Moment für Jeden im Rennsport ist aber kurz vor dem Start des Rennens.´

Q. Braucht ein Chefmechaniker besondere psychologische Fähigkeiten bei der Arbeit mit einem Fahrer?
A. `Definitiv. In unserem Fall kümmert sich Alberto Puig um diese Dinge und ich konzentriere mich hauptsächlich auf die technischen Aspekte. Aber nach so vielen Jahren wurden wir Danis Freunde und er vertraut mir jetzt viel mehr als noch zu Beginn unserer Zusammenarbeit; In der gleichen Art und Weise verstehe ich ihn viel besser und weiß genau den Zeitpunkt zu bestimmen, ihm etwas zu sagen. Entweder ihn zu beruhigen oder ihn zu motivieren. Ich glaube, dass wir jetzt ein gutes Verhältnis haben. Mit der Zeit wächst man zusammen.´

Q. Wie viele Stunden verbringen Sie an einem Rennwochenende an der Rennstrecke?
A. `Eine Menge! Ich habe zu zählen aufgehört, denn dieser Job verlangt von Jeden eine Menge Energie. Jeder Mechaniker arbeitet hart, denn es ist eine verrückte Welt in der wir uns befinden und es besteht sehr viel Druck. Man ist ununterbrochen unter Druck, und die Stunden verrinnen förmlich, während wir an der Rennstrecke sind.´

Q. Als letzte Frage, würden Sie uns erzählen wie ein Renntag für den Chefmechaniker von Dani Pedrosa abläuft?
A. `Der Tag beginnt um punkt 7 Uhr im Hotel. Wir kommen zur Rennstrecke und bereiten das Motorrad für das Warmup vor, welches um 9:40 Uhr beginnt. Die Abstimmung wurde bereits am Abend zuvor gemacht. Dann haben wir das Warmup, indem wir die letzten Informationen vom Fahrer bekommen. Danach wird das Motorrad für das Rennen vorbereitet. Falls notwendig werden noch einige Änderungen vorgenommen, wie zum Beispiel die Reifen.´

`Wir prüfen das Wetter, den Wind, und alles was auf die Leistung des Motorrades Einfluss haben kann. Die Meisten der Einstellungen wurden am Nachmittag zuvor entschieden, und wir versuchen so wenig wie möglich in letzter Minute zu ändern. Ist das Rennen gestartet, der Sonntag ist in der Regel der einfachste Tag für einen Chefmechaniker, ist auch die meiste Arbeit getan. Die stressigsten Tage sind Freitag und Samstag. Sonntag, wenn alles wie erwartet abläuft, ist unser einfachster Tag. Aber es ist auch der härteste Tag für einen Fahrer.´

Interview freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Repsol Honda.

Tags:
MotoGP, 2008, Dani Pedrosa, Repsol Honda Team

Weitere Updates, an denen du interessiert sein könntest ›