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Dani Pedrosa zu spanischen Erfolgen in der MotoGP

Dani Pedrosa zu spanischen Erfolgen in der MotoGP

Es war ein brillanter taktischer Sieg von Repsol Honda Fahrer Dani Pedrosa in Portugal am letzten Wochenende beim Grand Prix in Estoril und der weitere Triumph eines Spaniers.

Nach den Triumphen in der MotoGP Weltmeisterschaft in der letzten Saison, sollten alle Zweifel ausgeräumt sein, dass die besten MotoGP-Fahrer auch aus Spanien kommen. Zum ersten Mal konnten in allen drei Klassen der WM alle Titel durch Spanier gewonnen werden.

Weltmeister aus Spanien sind hingegen keine Neuheit. Angel Nieto holte insgesamt 13 Titel und liegt damit auf Rang zwei in der ewigen Bestenliste. Diese Titel holte er allerdings in den 60er, 70er und 80er Jahren und in kleineren Klassen. Erst 1999 holte Alex Criville den ersten Titel für Spanien in der Königsklasse und es sollte mehr als zehn Jahre dauern, ehe es dem nächsten Spanier erneut vergönnt sein sollte. Namentlich Jorge Lorenzo, der die WM-Krone zurück nach Spanien holte. Bis zum nächsten Titelgewinn sollte es nicht noch einmal so lange dauern.

In keinem anderen Land wird Motorradrennsport so unterstützt, wie in Spanien und kein Fahrer spiegelt das spanische System besser wieder, als Dani Pedrosa. Der dreifache Weltmeister aus Sabadell, in der Fahrerhochburg Katalonien, ist aber nicht nur ein Produkt des Systems, das schon viele erfolgreiche Fahrer hervor gebracht hat, sondern ist auch selbst aktiv wenn es darum geht, dass das System auch in Zukunft Erfolg hat.

Im letzten Jahr absolvierte Pedrosa seine bislang beste MotoGP-Saison. Er holte vier Siege und kam zweimal auf Rang zwei. In diesem Jahr ging es noch besser für Pedrosa los. In Katar wurde er Dritter, in Jerez Zweiter und am letzten Wochenende in Portugal holte er den Sieg nach einem spannenden Zweikampf mit Landsmann Jorge Lorenzo. Er triumphierte und holte etwas überraschend seinen 13. MotoGP-Sieg. Pedrosa ging mit kleinen Unsicherheiten in das Rennen, nachdem er sich erst vor wenigen Wochen erneut an der Schulter operieren lassen musste. Zum Ende des Rennens gab er noch einmal alles und führte das Repsol Honda Team zu einem beeindruckenden 1-3-4 Ergebnis. Casey Stoner kam auf Drei und Andrea Dovizioso wurde Vierter.

Die spanische Regierung, die den Ausbau der Rennstrecken fördert, muss man beim Feiern von Erfolgen ebenfalls benennen. Dieses Land hat mehr top Rennstrecken, als jedes andere. Vier Rennen der MotoGP-Weltmeisterschaft werden in Spanien ausgetragen und es gibt noch weiter extrem gute Strecken, die fast auf WM-Niveau sind. Die jungen Fahrer erlernen ihr Handwerk auf den sichersten Strecken und können sich daher voll und ganz auf das Rennfahren konzentrieren und sich auf die Weltbühne vorbereiten. Fünf der sieben Rennen in der CEV Buckler werden auf Grand Prix Strecken ausgetragen.

Die CEV Buckler wird seit 1998 von der Dorna ausgerichtet, also dem Rechteinhaber der MotoGP und gilt als Sprungbrett. Ziel ist es, junge Fahrer an das Weltniveau heran zu führen und sie zu fördern. Die Struktur ist gleich der, der MotoGP, mit 125cc und Moto2, nur dass die Motoren für alle gleich sind.

Am Vortrag seines Estoril Triumphs, zwischen Qualifikation und Nachbesprechung und der Physiotherapie, nahm sich Dani Pedrosa Zeit für ein Gespräch in der Hospitality von Honda und redete über die Erfolge seiner Landsmänner.

Kannst Du uns erklären was das spanische System so gut macht?

Dani Pedrosa: Ob ein Fahrer gut ist oder nicht, ergibt sich meiner Ansicht nach aus drei Punkten. Erst einmal würde ich sagen, braucht er Talent, er muss volle Hingabe zeigen und als drittes, hart arbeiten. Einige haben mehr Talent, als andere und diese zeigen noch mehr Einsatz. Einige wiederum versuchen es mit noch mehr Hingabe auszugleichen. Es ist ein Sport in dem du jahrelang die gleichen Abläufe hast und manchmal kannst du ganz nach oben kommen, denn die Konkurrenz ist ausgeglichen und in anderen Jahren gibt es keinen Level. Daher passiert es, dass eines Tages jemand ganz vorn sein kann. Grundsätzlich würde ich sagen, haben wir ein gutes System in Spanien, mit den Strecken, der spanischen Meisterschaft. Es wird sehr darauf geachtet richtig für die Fahrer zu sorgen. Es fahren auch viele in dieser Meisterschaft, die nicht aus Spanien kommen. Wir haben meist gutes Wetter, was auch sehr wichtig ist. Die spanische Föderation, Katalonien, sie alle bemühen sich sehr um die jungen Fahrer, die meist nur zwischen acht und zehn Jahre alt sind und vielleicht werden wir genau diese in zehn Jahren hier an dieser Stelle fahren sehen. Ich glaube der Schlüsselpunkt ist, dass Spanien an den Motorradrennsport glaubt und ihm verbunden ist.”

War das schon so, als Du aufgestiegen bist, oder ist es in den letzten vier, fünf Jahren mehr geworden?

DP: Ich glaube das war schon so, als ich angefangen habe. Sie haben versucht diese Philosophie zu etablieren und Fahrern schon in jungen Jahren zu helfen und mir wurde das auch zu Teil.

Das System hat im letzten Jahr drei WM-Titel hervorgebracht und alle haben auch Deine Karriere genau verfolgt. Warum glaubst Du ist das so?

DP: Ihr wollt meine Meinung wissen? Die ist recht seltsam. Ich glaube, dass andere Fahrer glauben, dass wenn ich es geschafft habe, sie es auch können, denn ich war sehr klein. Ich glaube nur weil sie gesehen haben, dass ich es geschafft habe. Ich habe es in der 125 mit einer Honda hinbekommen. Das heißt für sie also mit einer Aprilia ist es noch viel einfacher, aber wie gesagt, das ist nur mein Eindruck. Ich glaube, wenn sie sehen wie so ein kleiner Kerl es schaffen kann, der aus der gleichen Gegend kommt wie sie, dann können sie es auch schaffen. Das breitete sich aus, andere folgten und und dann wieder andere die gesehen haben, die können es auch. Dann sind es schon Drei oder Vier, ich glaube so ist es passiert.

Interessant an der spanischen Meisterschaft ist auch, dass sie so aufgebaut ist, wie die MotoGP. Es scheint, als hätten sie es so aufgebaut, um den Einstieg in die Weltmeisterschaft leichter zu machen.

DP: Natürlich. Nicht jeder Fahrer ist in der gleichen Situation, aber in meinem Fall war es genau so, wie Du sagst. Ich war voll darauf getrimmt mich auf Rennen zu konzentrieren und mein fahrerisches Können zu verbessern und damit meine Ziele zu erreichen. Ein paar andere, hatten ein paar mehr Schwierigkeiten, denn sie brauchten auch Sponsoren, oder solche Dinge. Vielleicht glauben andere Länder aber einfach auch nur an andere Sportarten für ihre Jugend, wie Fußball oder Schwimmen, oder was auch immer. Doch in Spanien und Katalonien pflegen wir die Motorradrennfahrer-Kultur.

Als Du angefangen hast, wer waren da Deine Idole?

DP: Ich habe die Rennen Anfang der 90er verfolgt und alle aus dieser Zeit haben mich irgendwie beeinflusst. Sie waren,... ich weiß nicht, aber so wie sie die Dinge angegangen sind, das war einfach beeindruckend mit den 500ern.

Wärst Du gern die 500er gefahren?

DP: Ich durfte sie fast einmal fahren, als ich in der 125 war, es war eine Art Testfahrt für Journalisten, aber sie wurde leider gestrichen. Ich war auf dem Weg die 250 und dann die 500er zu testen.

Warum ist Katalonien aktiver als andere Regionen in Spanien?

DP: Das ist seltsam, denn wenn man zum Beispiel schaut, die Region wo (Valentino) Rossi her kommt, hat auch viele andere Fahrer hervor gebracht. Wenn man in Barcelona ein Taxi nimmt und damit an der roten Ampel steht, dann sind vor dir so viele Maschinen, dass du den Eindruck hast, du stehst an einem Rennstart. Ich weiß es nicht, Katalonien ist nicht nur auf der Rennstrecke stark vertreten, auch im Trial oder der Enduro. Nur im Motocross sind wir nicht so stark. In Katalonien gibt es eine tiefe Verbundenheit mit Motorrädern.

Der nächste Fahrer, der etwas großes werden könnte ist Marc Marquez. Hast Du schon mit ihm gearbeitet?

DP: Wir haben uns in der Vergangenheit schon ausgetauscht, er ist ein cleverer Kerl und sehr talentiert. Er ist vor allem sehr mutig und ich glaube er braucht nicht wirklich Ratschläge, er braucht nur noch etwas mehr Erfahrung.

Tags:
MotoGP, 2011, bwin GRANDE PREMIO DE PORTUGAL, Dani Pedrosa, Repsol Honda Team

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