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Rossis rechter Arm: Uccio

Rossis rechter Arm: Uccio

Valentino Rossis Freund und Vertrauensperson, Alessio Salucci – im MotoGP-Fahrerlager auch bekannt als “Uccio”– spricht in einem besonderen Interview über seine Beziehung zum neunfachen Weltmeister.

Sie können das Interview im angehängten Video sehen. Unten sehen Sie eine Auswahl von Uccios Antworten….

Wie begann die Freundschaft mit Valentino?
“Es ist schon lange her, ich kann mich kaum noch daran erinnern! Vale war schon in meinen frühsten Erinnerungen da, unsere Eltern waren befreundet und wir sind praktisch miteinander aufgewachsen. Wir kommen aus einem kleinen Dorf und gingen schon in denselben Kindergarten, Schulen… wir waren immer sehr eng zusammen."

Was sind deine frühesten Erinnerungen an Valentino?
“Ich habe so viele! Ich kann mich daran erinnern, dass unsere Freunde im Kindergarten immer Fußball gespielt haben, aber wir sind auf einen Hügel gegangen und mit dem Dreirad runter gefahren! Das war nur eine Gruppe von uns, drei Freunde, Valentino und ich. Das ist eine Erinnerung, die sich in meinem Kopf festgesetzt hat, denn selbst in diesem Alter sind wir schon hohe Risiken eingegangen – es gab nämlich eine große Linkskurve am Ende!"

Wie begann die Leidenschaft für Motorräder?
“Ich bin mit Motorrädern aufgewachsen, ich liebte sie schon, als ich noch ein Kind war. Ich mochte Fußball nicht, ich mochte (Kevin) Schwantz. Das habe ich meinem Vater zu verdanken. In Pesaro war jeder ein Fan von Graziano (Rossi, Vater von Valentino) und deshalb war der Zweiradsport wichtiger als alle anderen Sportarten. Ich mochte auch die F1, aber ich entschied mich für Motorräder, weil das der Weg war, den Vale eingeschlagen hatte."

Was machst du an einem GP-Wochenende?
“Meine Hauptaufgabe besteht darin, das Motorhome zu allen Rennen zu fahren, selbst wenn es in diesem Jahr kein Motorhome, sondern ein Truck, der als Unterkunft genutzt wird, weil das alte Motorhome zu klein wurde. Über den Winter haben wir viel an dem neuen Truck gearbeitet und ich passe auf ihn auf. Das ist eine große Aufgabe, weil er mehr oder weniger auch eine Hospitality ist. Ich achte außerdem auf Kombis, Handschuhe, Stiefel, Helm… jedes Detail, damit Valentino sich komplett auf die Rennen konzentrieren kann."

Wie ist das Fahrerlagerleben so?
“Meine Erfahrung im Fahrerlager ist sehr positiv. Als ich noch ein Kind war, träumte ich immer davon, das Fahrerlager nur einmal betreten zu dürfen. Ich erinnere mich daran, dass Valentino und ich einmal stundenlang außerhalb Mugello auf Eintrittskarten von Maurizio Vitali gewartet haben. Jetzt ist das Leben perfekt, ich könnte nicht mehr anders leben. Ich komme mit allen gut klar."

Was ändert sich nach dem Wechsel zu Ducati 2011 jetzt?
“Meine Rolle hat sich nicht zu sehr verändert, denn ich arbeite für Valentino. Ein wenig Personal im Team hat sich verändert, aber nicht so viel, denn 15 Leute sind ja von Yamaha mitgekommen. Die Atmosphäre bei Ducati ist wundervoll. Ich habe hier viele Menschen mit einer großen Leidenschaft kennen gelernt, Italiener mit einem außergewöhnlichen Willen zum Sieg und mit Rennsport in ihren Herzen, vielleicht sogar mehr, als bei Yamaha, denn die Japaner gehen da anders heran."

Valentino arbeitet schon sehr lange mit Jeremy Burgess zusammen und dazu erfolgreich...
“Jeremy spricht nicht ein Wort Italienisch, was mich ein bisschen ärgert. Ich musste mir das Englisch angewöhnen, wir sprechen Englisch. Er kennt mich seit ich 20 bin und jetzt bin ich 32, er hat mich vieles gelehrt und ich habe immer zugehört, ich habe großen Respekt vor ihm. Für Mich ist er eine Legende.”

Wie sieht es mit der Zukunft aus?
“Ich hoffe, dass ich noch zehn Jahre weiter machen kann, mit Valentino. Ohne ihn wäre meine Motivation dahin. Ich bin wegen ihm hier und auch für ihn. Wobei ich anfügen muss ich wäre gern für den Rest meines Lebens hier, bis ich 60 bin. Deshalb habe ich mich umgesehen und ich habe die Chance erhalten an einem Projekt mit Andrea (Iannone, Moto2 Fahrer) teilzunehmen. Vielleicht werde ich in Zukunft mit ihm weiter machen, aber ich hoffe bis dahin vergeht noch viel Zeit. Abgesehen von der Schulter ist Valentino in einer ausgezeichneten Form, körperlich wie auch mental und mit dieser Herausforderung hier bei Ducati ist die Motivation noch größer.”

Gab es Zweifel über die Entscheidung von Valentino zu Ducati zu gehen?
“Um ehrlich zu sein ja, vor allem als er die Maschine in Valencia testete und sagte: 'Meine Güte, diese Maschine ist kompliziert.' Er hat danach auch recht schnell verstanden, das die Schulter ein ernstes Problem ist, denn er hatte immer noch keine OP vornehmen lassen. Ich würde sagen die Verletzung war schwer wiegender, als die Entscheidung Ducati. Jetzt denkt er 'Es ist keine schlechte Maschine, wir können das schaffen!' Aber ja, man könnte sagen ein paar Sorgen hatte er schon nach dem ersten Test”

Was ist mit der Mugello Verletzung aus der letzten Saison?
“Das war ein schrecklicher Moment und auch ein sehr schwerer. Wir hatten die Schulterverletzung gerade hinter uns und dann passierte das. Es waren schreckliche Tage, besonders die ersten zwei. Wenn man einen Freund so leiden sieht, dann will man mit ihm die Plätze tauschen. Vale ist eine Legende, denn am Samstagabend scherzte er bereits wieder und versuchte locker zu bleiben. Er hat uns beruhigt!

Wann denkst du, wird Valentino sein erstes Rennen auf der Ducati gewinnen können?
“Ich denke nach dem Sachsenring. Nach diesem Rennen wird es einen großen Schritt nach vorne gehen. Ich bin ein realistischer Typ, er ist noch nicht bei 100% und wenn du gewinnen willst, dann musst du das sein. Er wird es aber nach dem Sachsenring sein und ich denke, dann ist es auch möglich zu gewinnen."

Tags:
MotoGP, 2011

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