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Casey Stoner: Der Weltmeister im Interview

Casey Stoner: Der Weltmeister im Interview

Der MotoGP Weltmeister 2011 nach seinem Heimsieg beim Rennen in Australien und dem Gewinn seines zweiten Titels im Interview mit motogp.com.

Herzlichen Glückwunsch Casey, wie fühlt es sich an der MotoGP Weltmeister 2011 zu sein?
“Fühlt sich ziemlich gut an! Auf diesen Moment haben wir sein einigen Rennen gewartet, wir wussten, dass wir eine Chance haben, es hier zu schaffen, aber sie war nur sehr klein. Jorge war in dieser Saison so gut und konstant unterwegs, er hatte eine solide Saison und dann kam heute Morgen der Sturz. Das war kein schöne Art den Titelkampf aufgeben zu müssen und dann noch eine Verletzung. Für uns hat das natürlich alle Türen geöffnet und wir konnten den Titel klar machen. Wir haben es mit einem Sieg bei meinem Heimrennen geschafft und das an meinem Geburtstag... das ist etwas Besonderes.“

Wie besonders ist es, dass du es beim Heimrennen geschafft hast?
“Es ist etwas, dass nicht viele erfahren, beim Heimrennen Weltmeister zu werden, zudem am Geburtstag und dann noch der fünfte Sieg auf einer Strecke in Folge. Alles an einem Tag. Das ist sehr besonders und ich bin sicher, wir werden uns lange daran erinnern.“

Es ist dein zweiter WM-Titel und drei Jahre Wartezeit. Wie fühlt sich dieser im Vergleich zum ersten von 2007 an?
“Dieser fühlt sich extrabesonders an. 2007 haben einige versucht meine Leistung herunter zu spielen und versucht damit den Wert des Vollbrachten für mich und mein Team zu mindern. Seither und besonders in dieser Saison konnten wir aber zeigen, was wir drauf haben und die Leute haben es wahrgenommen. Wir konnten elf Poles und neun Siege bislang erzielen. Es war eine richtige Traumsaison und ich möchte mich beim Team und allen ganz herzlich bedanken. Danke auch an Repsol Honda, die mir die Chance ermöglicht haben.“

Gibt es einen Punkt im Saisonverlauf auf den du zurückblicken kannst und der als Wendepunkt in der Saison gesehen werden kann?
“Ich glaube zu viele Menschen suchen nach diesen einzelnen Momenten und Wendepunkten. Ich glaube eine Saison verläuft eben, wie sie verläuft und der einzige Wendepunkt den es gibt ist der, wenn die Weltmeisterschaft vorbei ist. In dieser Saison gab es keinen richtigen Wendepunkt und ich sehe sie auch nicht in anderen Saisonen. Wir sind konzentriert gewesen, haben alles gegeben und das Siegkonto und die Podestplätze aufgestockt und das alles hat uns zu diesem Punkt geführt. Wir sind sehr stolz, dass wir schon zu Beginn der Saison so viele Punkte einfahren konnten und einen guten Vorsprung erarbeiten und konnten darauf aufbauen und das hat uns hier her geführt.”

Was war der schönste Sieg in dieser Saison?
“Ich würde sagen Laguna Seca war der Schönste. Das erste Rennen in Katar lief fantastisch, aber die Leute sehen mich als eine Art Katar-Spezialist, also denke ich Laguna in diesem Jahr, als wir von hinten nach vorn gefahren sind, obwohl das niemand erwartet hatte. Wir waren aber da, wir waren im Rennen geduldig, haben versucht zu lernen und das Gelernte taktisch anzuwenden und die Maschine ein wenig anders zu fahren. Einmal den Speed gefunden, griffen wir an und konnten den Sieg holen. Das war bei weitem das Beste.“

Lass uns über das Rennen hier in Australien sprechen. Du hattest eine gute Führung aufgebaut und dann hat sich das Wetter geändert, was hast du gedacht, als es angefangen hat zu regnen?
“Zu Beginn des Rennens war alles richtig gut. Ich denke, wir hätten ein paar mehr Probleme gehabt, wenn Jorge im Rennen mitgefahren wäre, ich denke, er war unter trockenen Bedingungen viel besser und ist dieses Wochenende richtig gut gefahren, also hätte wir zu Beginn des Rennens vielleicht ein bisschen härter pushen müssen. Wir konnten den Abstand aber halten und eine ziemlich große Führung ausbauen, ohne Risiken einzugehen, also fühlte sich alles komfortabel an, auch als der Regen kam. Als es zunächst mit Regnen begann, habe ich einfach nur die Lücke gehalten und versucht sie auf dem gleichen Niveau zu belassen und wir haben das geschafft, aber dann kam der Regen zum zweiten Mal und war viel stärker und hat mich fast abgeworfen, also mussten wir sehr behutsam fahren, sehr vorsichtig in diesen folgenden Runden, aber dann trocknete die Strecke wieder ab. Erneut war ich nicht sicher, wie hart ich pushen kann und ich habe einfach nur alles Nötige gegeben, um den Sieg nach Hause zu fahren."

Wir wissen, dass du bei jedem GP der Saison gesagt hast, dass du dich zur richtigen Zeit auf jedes Rennen einzeln konzentrierst, aber gab es einen Moment im Jahr, in dem die Meisterschaft in dein Bewusstsein Einzug hielt?
“Ja, ich denke ab einem gewissen Grad war das in jedem Rennen so. Es scheint dich ein bisschen davon abzuhalten, noch ein bisschen mehr zu pushen und ich denke, wenn die Dinge für uns zu einer absoluten Katastrophe wurden, sind wir Dritter geworden, also mussten wir damit umgehen und das hinunterschlucken, was manchmal nicht allzu gut schmeckte, aber das waren unsere schlechtesten Tage, die wir möglicherweise haben konnten, also denke ich, dass wir diese Positionen für die Meisterschaftswertung akzeptieren mussten und dann zum nächsten Rennen denken und sehen mussten, ob wir das dann wieder gewinnen können."

Was hast du zu Beginn der Saison erwartet?
“Ich denke, ich hatte keine wirklichen Erwartungen, ich habe die Saison nicht als Ganzes betrachtet, sondern Rennen für Rennen. Wenn man sich das Ende der Saison ansieht, dann bist du erst am Anfang, es ist nicht wirklich der beste Weg zum Starten, also sahen wir uns nur Rennen für Rennen an, versuchten, so viele Punkte wir holen konnten mitzunehmen und zu Beginn der Saison haben wir viele Punkte verloren und mussten diese wirklich erst zurückgewinnen, also war das eine Zeitlang unser Hauptfokus, einfach rausfahren und so viel gewinnen, wie wir können, so viele Punkte mitzunehmen, wie wir können und dann wenn dann die Dinge manchmal nicht richtig liefen, mussten wir trotzdem noch Positionen aufgeben und uns mit Plätzen abfinden, mit denen wir nicht glücklich waren. Aber insgesamt haben wir in dieser Saison großartig gearbeitet und konnten die Meisterschaftsführung halten."

Du hast die ganze Saison über immer sehr entspannt, ruhig und konzentriert gewirkt, aber gab es auch einzelne Momente, in denen du vielleicht ein wenig Druck oder Ähnliches verspürt hast?
“Ehrlich gesagt nicht allzu viele. Ich denke der Druck kam vielleicht nach dem Jerez Grand Prix, an dem ich so viele Punkte hinten lag und dann kamen wir nach Portugal und ich hatte Probleme, ich fühlte mich im Rennen nicht zu gut und hatte dort auch noch ein bisschen mit meiner Rückenverletzung zu kämpfen. Dann haben wir uns selbst aber auf den Dritten gerettet, aber wir waren mit dem Tempo nicht wirklich glücklich, also denke ich, dass wir seit diesem Moment einfach begonnen haben, nach vorn zu blicken und alles war gut. Da wir wussten wie stark und konstant Dani und Jorge sind, wussten wir auch, dass es definitiv hart werden würde, Punkte zurückzuerobern und da Dani noch lange Zeit in diesem Jahr gefehlt hat war es noch schwieriger, Punkte auf Jorge gutzumachen oder irgendeinen Vorteil zu ziehen – Dani hat Punkte auf ihn gutgemacht oder Dani hat Punkte auf mich gutgemacht. Es änderte den Verlauf der Meisterschaft. Wir schafften es trotzdem, viele Topzeiten zu fahren und das war großartig für uns."

Du bist als Mick Doohan Fan groß geworden und hast ihn beobachtet. Wie hat es sich angefühlt, ihm in seinen Team Farben nachzueifern?
“Das war ein großer Traum von mir, für Repsol Honda zu fahren und in Micks Fußstapfen zu treten und für das Team zu starten. In seinem ersten Jahr gewann er die Meisterschaft in diesen Farben und das Gleiche gilt jetzt für mich. Wir konnten in diesem Jahr den 100. Grand-Prix-Sieg für Repsol Honda holen und es war einfach ein fantastisches Jahr für uns – so viele Leistungen, Meilensteine und hoffentlich geht es so weiter. Aber wir haben wieder viel harte Arbeit vor uns."

Es gibt viele Faktoren, die zum Gewinn eines WM-Titels beitragen, aber gibt es ein oder zwei Schlüsselpunkte, die du in dieser Saison herausheben kannst, was hat so gut funktioniert und dir beim Titelgewinn geholfen?
“Ich denke die zwei Dinge sind, nicht zu weit nach vorn zu schauen oder nicht zu weit über den Tellerrand. Du musst dir nur anstehen, was du an diesem Tag oder an jenem Wochenende erreicht hast, du kannst deine Ziele hoch stecken, aber deine Schritte nicht schon zu weit nach vorn machen, also das haben wir in diesem Jahr getan und einfach alles Schritt für Schritt genommen und wir haben es geschafft, dahin zu kommen."

Dein Geburtstag und die Weltmeisterschaft an einem Tag. Wie wirst du das heute Abend feiern?
“Seit 2001 war mein Geburtstag immer um diese Zeit im Jahr, also bin ich es schon gewöhnt, während dieser Zeit der Saison Geburtstag zu haben. Aber alles zu gewinnen, die Meisterschaft, fünf aufeinanderfolgende Siege hier, an meinem Geburtstag, zum Heim-Grand-Prix, es kann eigentlich kaum besser kommen. Ich bin mir sicher, wir werden das heute Abend genießen!"

Tags:
MotoGP, 2011, IVECO AUSTRALIAN GRAND PRIX, Casey Stoner, Repsol Honda Team

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