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Redding: "Ein Titel wäre dieses Jahr so gut"

Redding: "Ein Titel wäre dieses Jahr so gut"

MotoGP.com traf sich vor dem letzten Test in Jerez mit Scott Redding, um mit ihm über die Entwicklungen in der Winterpause zu sprechen, welche die Titelerwartungen 2012 erneuert haben.

2011 war für Scott Redding ein enttäuschendes Jahr, er stand nicht ein Mal in der Moto2 auf dem Podium, obwohl er bei den Wintertests eine starke Leistung zeigte. Dieses Jahr war der Marc VDS Pilot bei den ersten beiden offiziellen Moto2 Tests wieder an der Spitze, nachdem er sein Suter-Chassis gegen eines von Kalex eingetauscht hatte, das direkt gute Ergebnisse lieferte.

Du hattest einen erfolgreichen Jerez Test. Auf was hast du dich konzentriert?
“Abgesehen von einem Sturz war es gut, der war auch nicht allzu schlimm. Alles andere funktionierte wirklich gut: Wir haben ein paar Probleme gelöst und es sind nur noch ein paar kleinere Dinge übrig, aber nichts Spektakuläres. Wir haben hauptsächlich für das Gefühl mit dem Bike gearbeitet und ein bisschen am Kurveneingang. Ich habe sehr viel gelernt und ein gutes Gefühl."

Wie unterschiedlich ist die Kalex im Vergleich zur Suter?
“Die Suter war an der Front gut, aber wir beginnen ähnliche Verbesserungen zu machen [auf der Kalex]. Die Front arbeitet wirklich gut und wir haben ein ziemlich gutes Gefühl damit, sie ist berechenbar, das hilft. Wir versuchen nur, dass sich das Bike an der Front ein bisschen mehr wie die Suter anfühlt. Ich denke, es hat das Potential, besser als die Suter zu sein, wir müssen nur die richtige Richtung damit finden. Insgesamt, wenn man äußere Einflüsse einmal außer Acht lässt, hab ich ein sehr gutes Gefühl mit der Maschine. Sie ist so großartig, dass ich am liebsten die ganze Zeit fahren will, was auch für mein Vertrauen gut ist."

Wie viel der Änderungen liegen am Bike und wie viel liegt an dir?
“Das Bike hilft mir. Ich arbeite hart auf dem Motorrad und es arbeitet mit mir. Das Bike und ich sind zusammen eine gute Kombination. Um gute Ergebnisse zu holen ist es besser für mich, mehr Vertrauen zum Bike zu haben, es bringt mich dazu, dass ich rausgehen und immer mehr fahren will und dadurch fühle ich mich so wohl darauf, dass ich rausfahren und viele Runden zurücklegen kann."

Was hat sich noch verändert? Du scheinst in diesem Jahr zuversichtlicher.
“Ich habe das Leben ein bisschen mehr genossen, alles zuvor war reines Training, Training und nochmal Training, aber nun trainiere ich zwar immer noch und habe Leidenschaft für den Sport, aber ich habe Dinge wie die [Scott Redding Young Riders] Akademie, die unterhaltsam ist. Solche Dinge helfen mir dabei, das Leben ein bisschen mehr so genießen, wie es kommt, anstatt nur jeden Tag zu trainieren, jeden Tag durchzuziehen. Mit dem neuen Bike ist es viel einfacher zu fahren, also kann ich mich ein bisschen zurücklehnen, ich habe mehr Motivation, es macht mich einfach zu einer glücklicheren Person und alle wissen, dass ein glücklicher Fahrer ein schneller Fahrer ist."

Wie hast du dein Training geändert?
“Ich bin was das Training angeht ein bisschen ruhiger geworden, ich ziehe nicht alles die ganze Zeit knallhart durch. Ich renne mehr, schwimme mehr, gehe für eine 3-stündige Wanderung raus, so etwas eben. Ich habe die Arbeit als Kern abgelegt, ich mache es nur, um den Körper in guter Form zu halten, aber ich werde nicht mehr für 3 Stunden pro Tag zum Radfahren raus gehen, dann ins Fitnessstudio und dann noch woanders hin. Es fühlt sich einfach besser an und ich fühle mich nicht jeden Tag erschöpft, wenn ich morgens aufwache. Mit dem neuen Bike brauche ich nicht so viel Kraft, denn es scheint bei den Richtungswechseln nicht so schwer zu sein. Also kann ich es mir leisten, den Oberkörper und die Beine ein wenig zu trimmen, um mein Gewicht herunter zu bekommen, das ist unser Ziel."

Ist es gerecht zu sagen, dass du letztes Jahr Probleme mit deinem Vertrauen hattest?
“Es war nicht wirklich mein Vertrauen; es lag daran, dass das Bike im letzten Jahr nicht wirklich für mich gearbeitet hat. Ich weiß, dass ich die Fähigkeit in mir hatte, es zu schaffen, wenn ich also auf ein Bike steige, das funktioniert, dann kann ich mich beruhigen, dass alles funktioniert, denn dann kommen auch die Zeiten."

Was sind deine Erwartungen für diese Saison?
“Ich denke, dass wir es in die Top-5 oder Top-3 schaffen, das ist unser Ziel. Es wird beim letzten Test gut, wenn alle die gleichen Motoren haben und wir ein richtiges Timing haben, um zu sehen, was momentan passiert, denn im Moment weißt du nicht, was die anderen tun, einige Fahrer könnten nicht alles herausgeben. Aber ich denke, wir können in jedem Rennen in diesem Jahr in den Top-5 oder Top-3 landen."

Wie heißen die Titelfavoriten?
“Lüthi scheint recht schnell zu sein und auch konstant, derzeit denke ich er ist es. Marc Marquez habe ich noch nicht gesehen in diesem Jahr, den kann ich also noch nicht einschätzen. Andrea Iannone scheint ein paar Schwierigkeiten zu haben, aber er kann am Renntag immer noch eins drauf setzen. Bradley Smith scheint sich noch ans neue Chassis zu gewöhnen, aber er wird diese Saison mit dabei sein. Viel kann man einfach nicht vorhersagen.”

Dein Teamkollege Mika Kallio war am Ende der letzten Saison stark unterwegs und auch bei den Wintertests. Denkst du er kann dich dieses Jahr fordern?
“Ich denke Mika hat noch etwas in der Rückhand. Beim Testen fuhr er Rennsimulationen und er legte gute Rundenzeiten hin. Es ist schwer zu sagen, denn manche fahren nur auf eine Runde, andere absolvieren Long-Runs. Nach dem nächsten Test wissen wir mehr.”

Was glaubst du braucht es, um in dieser Saison den Titel zu gewinnen? Es gibt viele gute Fahrer.
“Man muss auf jeden Fall konstant sein und alle Rennen beenden. Man muss versuchen immer in den Top-3, Top-5 zu sein, denn in dieser Klasse geht es recht eng zu. Wir bereiten uns aber so gut es geht vor. Wir werden zu den Jungs gehören, die an der Spitze mitmischen und den anderen einheizen. Natürlich wird das nicht einfach, aber das erwarten wir auch nicht. Der Schlüssel ist, in allen Rennen konstant zu sein und keine Dummheiten zu begehen.”

Die starken Testfahrten kamen nach ein paar klaren Worten von Michael Bartholemy (Teamleiter) zur Saison 2011. Jetzt werden die ersten Stimmen laut, dass du zu den Titelkandidaten gehörst. Erzeugt das für dich mehr Druck?
“Ich denke nicht, dass es mehr Druck gibt. Alle scheinen entspannter, denn sie wissen, dass dann auch die guten Ergebnisse kommen. Ich habe Spaß, das Team hat Spaß und die Stimmung ist gut. Wenn es nicht funktioniert, dann ist keiner gut drauf und irgendwer muss die Schuld auf sich nehmen. Man muss die Dinge einfach nehmen wie sie kommen und versuchen, das Beste daraus zu machen.”

Denkst du schon an die Zukunft in der MotoGP?
“Ich will es erst einmal in die Top-3 schaffen oder den Titel in diesem Jahr holen, das wäre natürlich auch etwas. In den letzten Jahren ging es immer auf und ab. Es wäre also gut Meister zu werden oder Zweiter. Wir müssen sehen, wie es diese Saison läuft und dann kann man auf 2013 schauen.

Tags:
Moto2, 2012, Scott Redding, Marc VDS Racing Team

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