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Bradley Smith über die Saison 2012 und darüber hinaus

MotoGP.com traf sich mit Bradley Smith nach zwei schwierigen Vorsaisontests für das Tech 3 Team, um über die bevorstehenden Herausforderungen zu reden und einen Blick darüber hinaus in die MotoGP™ zu wagen.

Bei Bradley Smith' Debüt in der Moto2™ im letzten Jahr erreichte er drei Podestplätze, einen siebten Gesamtrang in der Meisterschaft und einen Drei-Jahres-Vertrag mit dem Tech 3 Team, das ihn ab 2013 in der MotoGP™ sehen will. Für den Briten sind die Erwartungen in diesem Jahr hoch, aber bisher haben die Vorsaison-Tests viel Arbeit für das Tech 3 Team gebracht, die vor der Saisoneröffnung in Katar erledigt werden muss.

Nach schwierigen drei Tagen in Jerez bist du zurück zu den Settings im November gegangen. Hast du bei diesem Test etwas Positives erreicht?

“Es waren viele Runden mit wenig Gewinn, aber sie gaben uns eine gute Richtung. Wir lernen die ganze Zeit und ich denke nicht, dass wir zu weit weg sind. Wenn dann jeder den gleichen Motor benutzt, dann denke ich, dass es sehr eng wird, aber ich wäre lieber in der Situation [unserer Rivalen] als in meiner, denn wir haben noch viel Arbeit zu erledigen. Ich mache es mir selbst nie leicht!"

Hast du den Test mit einer Basis für den nächsten Test beendet?

“Das Verrückte ist, dass wir das Bike wieder verändert haben, also werden wir beim nächsten Test wieder mit einem neuen Bike starten. Wir haben seit dem Ende des letzten Jahres nicht mit dem gleichen Bike getestet. Wir haben uns schon um eine halbe Sekunde verbessert - aber das hat jeder andere auch - also müssen wir diese nächste halbe Sekunde finden. Aber das ist der Grund, aus dem ich bei einem Team wie Tech 3 bin. Ich will ein Bike, das den Unterschied machen und das entwickelt werden kann. Wir hoffen, dass wir in Katar und in den ersten vier oder fünf Rennen konkurrenzfähig sind."

Wird das Motorrad beim nächsten Test das finale Bike oder wird es vor Katar noch weitere Änderungen geben?
“Eines der großartigen Dinge in diesem Team ist, dass wir jede Änderung vornehmen können, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Wir können vor Katar kein brandneues Motorrad bauen, aber wir können noch mehr Änderungen vornehmen. Ich werde in Jerez mit zwei Bikes anreisen, also wird das Bike, für das ich mich entscheide unser finales Motorrad für Katar. Wenn es nicht gut genug ist, werde ich den Unterschied machen müssen, aber ich bin ziemlich sicher, dass es gut genug sein wird."

Wie viel Vertrauen hast du in das Tech 3 Bike gegenüber den Kalex- und Suter-Maschinen?
“Um ehrlich zu sein war das Bike im letzten Jahr viel schlechter und ich war trotzdem konkurrenzfähig, also wenn man die Verbesserungen bedenkt, die wir vorgenommen haben, und da sehe ich auch auf Xaviers [Simeon, Tech 3 Teamkollege] Rundenzeiten, sind wir definitiv viel näher dran. Ich war noch nie ein Typ, der in der Qualifikation eine perfekte Rundenzeit fahren kann. Ich war immer in der Lage die gleichen Rundenzeiten zu fahren, die ich in der Qualifikation hingelegt habe, also sind die Rennen mein starker Punkt, in denen andere meiner Meinung nach Probleme haben. In Aragon lag ich nach der ersten Runde auf 18 und beendete das Rennen auf dem 6. Platz, also wissen wir, dass wir insgesamt eine gute Renn-Pace haben, aber du kannst nicht erwarten ein Rennen zu gewinnen, wenn du an 18. Position liegst. Du musst innerhalb der Top-6 sein und von der ersten Runde an kämpfen. Daran werden wir arbeiten, sobald wir das Bike haben, mit dem wir glücklich sind. Das bedeutet, ich muss meine Augen vielleicht schließen und in der Qualifikation auf das Beste hoffen, um in die ersten Reihen zu kommen!"

Denkst du, dass du mit dem Bike in der Lage bist konstant um das Podium und um Siege zu kämpfen?
“Ein Rennen zu gewinnen ist im Moment ein Bonus für uns: Wir denken realistisch darüber, von welchem Punkt aus wir starten. Wir sind in besserer Form als wir im letzten Jahr waren, aber ob wir gewinnen können, bleibt noch abzuwarten. Ich denke, die Zeit wird es zeigen, sobald wir in Katar sind und die 20 Runden hinter uns gebracht haben und sehen, wie weit entfernt wir sind. Wir haben einen weiteren dreitätigen Test, weitere 150 Runden, um das Bike richtig einzustellen, dann werden wir in bestmöglicher Form in Katar ankommen und das beste Ergebnis holen, das geht und dann arbeiten wir weiter."

Also denkst du nicht über den Titelkampf nach?
“Über den Titelkampf kann ich, um ehrlich zu sein, von der ersten Runde an nicht nachdenken. Das Wichtigste ist, in den ersten drei Rennen Punkte zu holen. Die Moto2 ist eine dieser Klassen, wo es am Samstagnachmittag so aussieht als hättest du keine Chance, dann wachst du am Sonntagmorgen auf und deine Renn-Pace ist um einiges besser, einige Jungs fallen zurück und du findest dich selbst auf dem Podium wieder. So funktioniert diese Meisterschaft. Also versuchen wir nur, unser Bestes zu geben und das ist alles, was ich vom Team und mir selbst verlangen kann."

Wird dein Vertrag für die [MotoGP] 2013 etwas an deinem Fahrstil in diesem Jahr ändern, nun wo du dich nicht ab Mitte der Saison darum kümmern musst, wo du 2013 unterkommst?
“Ich habe seit September des letzten Jahres schon einen Plan für die nächsten drei Jahre, also kann ich definitiv sagen, dass es bequem ist, einen Langzeitvertrag zu haben. Mein Herz und meine Seele sind zu 100% in diesem Team. Ich will dieses Moto2 Projekt wirklich zum Funktionieren kriegen, es ist für alle im Team eine große Leidenschaft. Ich werde mich für die ganzen 17 Rennen darauf konzentrieren bis ich in Valencia über die Ziellinie fahre und dann kann ich zur MotoGP schauen. Bis dahin ist es schön, die Sicherheit zu haben, zu wissen, dass das Bike da sein wird und zu den Übersee-Rennen zu fahren und nicht die anderen Boxen abklappern zu müssen, um einen Platz im nächsten Jahr zu finden. Alles wird unterschreiben, besiegelt und sortiert sein und ich denke, das wird eine unserer Stärken sein."

Setzt dich der Vertrag für die MotoGP in diesem Jahr mehr unter Druck?
“Ja, da ist schon etwas Druck. Man will die Meisterschaft gewinnen, um zu sagen "Ich bin der Champion, ich verdiene es, auf diesem Bike zu sitzen", aber es muss einen Grund geben, warum sie mich für einen Platz in der MotoGP ausgesucht haben. Du bekommst nicht einfach so einen Vertrag, du musst ihn dir verdienen, also was auch immer ich im letzten Jahr und im Jahr zuvor getan habe, hat mir die Möglichkeit gebracht, um diesen Vertrag zu bekommen. Ich muss nur weiter lernen, mich weiter verbessern, um sicherzustellen, dass ich für die MotoGP bereit bin, anstatt irgendjemandem zu beweisen, dass ich es verdient habe."

Wirst du darauf schielen, was Crutchlow und Dovizioso in dieser Saison erreichen?
“Das schöne an Tech 3 ist, dass wir mit Moto2 und MotoGP ein gemeinsames großes Team sind. Ich war erst kürzlich in der Werkstatt und bekam Feedback von Cals Daten-Jungs und ich habe mit Guy [ Coulon, Doviziosos Cheftechniker] gesprochen. Alle sind optimistisch was die M1 betrifft und sie glauben, dass sie die Lücke zu Honda schließen konnten. Die Ergebnisse die Cal und Andrea in Malaysia einfahren konnten, sind sehr viel versprechend. Ich habe ein Auge auf sie, ich frage Cal immer über bestimmte Sachen aus. Ich versuche so viel wie möglich zu lernen, bevor ich ins tiefe Becken geworfen werde und selber schwimmen muss.”

Du bist mit Cal gut befreundet – ist es komisch, dass dein Vertrag mit Tech 3 ihm mehr Druck bringt?
“Es ist keine angenehme Situation, das fiel mir nicht leicht, aber ich muss auch sehen, was das Beste für mich ist und was das Team will. Ich werde einen Dreijahresvertrag nicht ablehnen, nur weil ich mit jemandem befreundet bin. Cal wird auch im kommenden Jahr noch in der Meisterschaft sein, er ist eine tolle Rookie-Saison gefahren und ich glaube, das zweite Jahr wird noch besser für ihn.”

Was wird mit dem Tech 3 CRT Projekt, was glaubst du, welche Maschinen 2013 gefahren werden?
“Soweit ich weiß warten alle noch mit CRT auf die endgültigen Regeln. Guy ist in Sachen Entwicklung sehr leidenschaftlich, aber momentan ist das Projekt auf Eis gelegt, bis wir mehr Informationen bekommen. Es sieht so aus, als fahren nächste Saison zwei Fahrer mit der M1 und die CRT-Maschine ist so eine Art Notfallplan. Vielleicht für 2014, bei diesen Projekten muss man immer 12 Monate im Voraus planen. Soweit ich also weiß, wird es CRT-Maschinen geben, aber solange Tech 3 eine Yamaha M1 bekommt, werden sie damit arbeiten.”

Tags:
Moto2, 2012, Bradley Smith, Tech 3 Racing

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