Ticket-Kauf
VideoPass-Kauf

Louis Rossi zu seinem ersten Sieg vor heimischem Publikum

Unter horrenden Wetterbedingungen beim Monster Energy Grand Prix de France verzeichnete der aus Le Mans stammende Fahrer Louis Rossi seinen allerersten Sieg in der Moto3™-Klasse vor den Augen des begeisterten Heimpublikums.

Der junge Franzose, der zu Beginn des Jahres 2012 zu Racing Team Germany hinzugestoßen war, hat in der laufenden Saison über immer wieder sein Potenzial und Talent durchscheinen lassen, bevor er beim Rennen am vergangenen Sonntag Renngeschichte geschrieben hat – nicht nur, weil er bei dieser Gelegenheit seinen ersten Sieg überhaupt verbuchen konnte, sondern weil er zum ersten Mal wieder auf der Traditionsstrecke einen Sieg für Frankreich holen konnte, seit Mike Di Meglio 2008 in der 125-ccm-Klasse gewonnen hatte.

Rossi, dessen bisher bestes Ergebnis ein neunter Platz gewesen war, lieferte eine grandiose erste Runde, in der er sich bei extremer Nässe von der 15.&nspb;Position auf den sechsten Platz nach vorn schob. Anschließend fuhr er mit der Spitzengruppe, die langsam zusammenschrumpfte, da Luis Salom (RW Racing GP), Héctor Faubel (Bankia Aspar), Jakub Kornfeil (Redox-Ongetta-Centro Seta), Miguel Oliveira (Estrella Galicia 0,0) und letztendlich auch Maverick Viñales (Blusens Avintia) nacheinander zu Sturz kamen und das Rennen nicht beenden konnten. Acht Runden vor Rennende führte der Franzose mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung gegenüber seinem Verfolger. Dank einer sehr reifen und beherrschten Leistung in den letzten Runden konnte sich der Lokalfavorit den Sieg sichern, wodurch er in der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft auf den siebten Platz vorrückte.

Das Rennen hat unter sehr schwierigen Bedingungen mit sehr viel Wasser auf der Strecke begonnen. Wie sind Sie damit zurechtgekommen und woraus bestand Ihre Strategie?

„Ich hatte einen sehr guten Start. Ich habe schnell den richtigen Rhythmus gefunden, konnte eine Menge Fahrer überholen und gelangte zur Spitzengruppe nach vorn. Ich wollte aber nicht direkt mit ihnen fahren, sondern hielt mich etwas dahinter, denn bei Regen gibt es immer eine Menge Stürze und ich wollte auf keinen Fall auf oder in jemand anders fahren und stürzen. Für mich war es wichtig, mich zurückzuhalten, abzuwarten und zu beobachten, was passierte, denn ich wusste ja, dass ich die Geschwindigkeit habe. Dann stürzten die ersten Fahrer. Bei Regen gibt es immer Fahrer, die ganz besonders schnell fahren wollen und irgendwann dann Fehler machen."

„Als nur noch Oliveira und Viñales vor mir waren, klebte ich mich an sie. Ich hätte nicht gedacht, dass sie Fehler machen würden, aber irgendwann kam Viñales zu Sturz, nachdem es Oliveira kurz zuvor erwischt hatte, und plötzlich war ich selbst in Führung, und das mit einem ganz schönen Vorsprung von über einer Sekunde. Dann drosselte ich mein Tempo etwas, um keinen Fehler zu machen. Ich war es nicht gewöhnt, vorn die Pace machen, mit der ich eineinhalb oder zwei Sekunden schneller war als die anderen. Ich habe dann versucht, so präzise wie möglich zu fahren und konzentriert zu bleiben und das Rennen zu Ende zu fahren."

Was ist Ihnen durch den Kopf geschossen, als Viñales direkt vor Ihnen stürzte und Ihnen klar wurde, dass jetzt Sie die Führung haben?

„Einen Augenblick lang war ich so aufgedreht wie ein kleines Kind. Das dauerte vielleicht eine Sekunde, denn ich wusste, dass ich stürzen würde, wenn ich so fahre, also habe ich mich zusammengerissen und mich sofort wieder konzentriert. Direkt nach dem Sturz von Viñales kam eine Gerade, auf der ich kurz nachdenken und mich selbst ermahnen konnte, in den folgenden Kurven keine Fehler zu machen."

Das war ja nicht nur Ihr erster Sieg, sondern auch ihr erstes Podium in Frankreich in Ihrer Heimatstadt …

„Es war ein traumhaftes Szenario. Mein erstes Podium und zugleich meinen ersten Sieg zu holen war toll. Wenn ich das nächste Mal stark pushe, werde ich unter etwas weniger Druck stehen, weil ich mich nicht mehr fragen muss, wann ich denn endlich zum ersten Mal siegen werde. Gestern Abend sind wir das Rennen mit ein paar Freunden und einigen meiner Partner noch einmal durchgegangen und das hat wirklich Spaß gemacht. Bei solchen Gelegenheiten sieht man, welchen Fortschritt man gemacht hat."

Früh in der Saison haben Sie sicher gewusst, dass Sie bei diversen Rennen dieses Jahr Gelegenheit haben würden, um das Podium zu kämpfen. Ändert sich durch den Sieg bei Ihrer vierten Ausfahrt die Art und Weise, in der Sie die Meisterschaft angehen?

„Das ändert überhaupt nichts. Mir ist klar, dass das unter außergewöhnlichen Umständen war und es schwer ist, das regelmäßig zu bringen. Ich bewege mich nicht auf dem Niveau von Viñales oder Cortese (Sandro, Moto3-Leder von Red Bull KTM Ajo). Man muss weiterhin arbeiten. Es ändert nichts an unserer Zielsetzung oder Arbeitsweise. Ich habe aber in meiner Karriere einen Schritt nach vorn gemacht, denn jetzt kann ich mich an Laurent Fellon und Johann Zarco (Vizeweltmeister in der 125-ccm-Kategorie, für den die Moto2™-Saison hervorragend begonnen hat) orientieren, wenn es darum geht, was ich erreichen will."

„Diese Woche werde ich mit ihnen trainieren. Dabei werde ich lernen, wie man die Hinterradbremse benutzt, die ich normalerweise nicht verwende, und werde versuchen, in technischer Hinsicht Fortschritte zu machen, an meiner Fahrposition arbeiten, der Rennstrategie, Konstanz, Konzentration und an vielen anderen Dingen. Das ist für mich sehr wichtig, da ich eine Menge Dinge in meinem Leben selbst manage (Louis ist sein eigener Manager). Ich muss jetzt mehr Zeit darauf verwenden, um mich ganz auf das Fahren zu konzentrieren."

Tags:
Moto3, 2012, Louis Rossi, Racing Team Germany

Weitere Updates, an denen du interessiert sein könntest ›