Ticket-Kauf
VideoPass purchase

Interview Jonas Folger: Mit Mapfre Aspar hat sich alles verändert

Dass das MAPFRE Aspar-Team die Fähigkeit hat, Meister zu erschaffen, ist nicht neu. Dass Jonas Folger das Zeug zum Champion hat, ist auch nichts Neues. Nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte, als der Deutsche darum kämpfen musste, Rennen zu Ende zu fahren, holte Folger für sein neues Team gleich zwei Podiumsplatzierungen hintereinander. In Brünn fuhr er den erstaunten Blicken seiner Gegner davon, um sich einen überlegenen Sieg zu sichern.

Zunächst herzlichen Glückwunsch! Wie fühlst du dich, nachdem du die Podiumsplatzierungen deiner bisherigen Karriere in den letzten zwei Rennen fast verdoppelt hast?

Ich fühle mich sehr stark. Letztes Jahr hatte ich einen Sieg, aber das war in einem Regen-Rennen, das war eine ganz andere Situation. Ich persönlich finde es viel bedeutender, einen Sieg im Trockenen zu holen, so wie es in Brünn der Fall war. Die Podiumsplatzierungen und vor allem der Sieg machen mich um einiges stärker. Es bestätigt auch, dass ich mit harter Arbeit und dem guten Material, was mir jetzt zur Verfügung steht, in jedem Rennen ums Podium kämpfen kann.

Schade, dass deine Saison erst in Indianapolis richtig „begann"...

Die erste Hälfte der Saison war sehr schwierig für mich, ich bin für ein anderes Team gefahren und mein Ziel war es, zu versuchen, Rennen zu Ende zu fahren. Jetzt ist alles anders, ich bin viel entspannter, muss mich nur noch aufs Fahren konzentrieren. Alles im MAPFRE Aspar Team funktioniert perfekt.

Wie schätzt du die Moto3-Kategorie ein?

In Wirklichkeit unterscheidet sie sich nicht sehr von der 125er-Klasse. Ich sehe zum Beispiel zwischen der Moto2- und der 250er-Klasse einen größeren Unterschied. Offensichtlich haben sich Motorbremse und Chassis geändert, aber ich persönlich erkenne beim Fahren viele Ähnlichkeiten zwischen der vorhergehenden 125er-Klasse und der aktuellen Moto3-Klasse.

Was wünschst du dir für die nächste Zukunft?

Ich möchte von Grand Prix zu Grand Prix denken und die Rennen ohne zusätzliche Probleme genießen. Ohne davon abhängig zu sein, dass etwas mit dem Motorrad passieren könnte. Mein Ziel ist es, in jedem Rennen auf dem Podium zu stehen oder wenigsten in der Nähe davon zu sein. Außerdem möchte ich mich im Qualifying verbessern. In Indianapolis sind wir von Position 15 und in Brünn von Position 10 aus gestartet, daran müssen wir arbeiten und uns für einen Startplatz weiter vorn qualifizieren. Natürlich dürfen wir den Boden unter den Füßen nicht verlieren, es waren nur zwei Rennen und wir haben noch Arbeit vor uns.

Wie hat dich das MAPFRE Aspar Team empfangen?

Mit offenen Armen. Sie sind sehr kontaktfreudig, da gibt es keine Unterschiede zwischen den Teammitgliedern. Jeder weiß, was seine Aufgabe und Verantwortung ist, so gibt es keine Missverständnisse und es herrscht immer Ordnung. Die Atmosphäre ist sehr freundlich und die Kommunikation fällt leicht. Und wenn irgendetwas mal nicht funktioniert, dann wird schnell eine Lösung gefunden.

Was hat sich in einem neuen Team für dich verändert?

Das Wichtigste ist die Erfahrung des MAPFRE Aspar Teams. Die Arbeitsweise unterscheidet sich sehr zu den Teams, für die ich bisher gefahren bin. Jeder Einzelne hat seine klar festgelegten Aufgaben, alles ist super koordiniert, das erleichtert die Arbeit sehr. Außerdem hat man immer das Gefühl, dass sie für dich da sind, sie fragen nach und wollen wissen, was ich brauche, um schneller sein zu können.

Hast du schon mit 'Aspar' persönlich gesprochen?

Es ist großartig, ihn in der Nähe zu haben. Bei beiden Podiumsplatzierungen hat er mir gratuliert, er hat sich sehr für mich gefreut. Er sagte mir, dass dies ein wunderbarer Start war, aber dass wir weiter arbeiten müssen. Er ist immer in der Box, fragt und beobachtet, was wir machen und kümmert sich um unsere Leistung. Er lässt uns aber auch die Freiheit, unsere Arbeit zu tun. Ich bin bisher nur zwei Rennen für das MAPFRE Aspar Team gefahren, aber ich hoffe, dass sich mein Verhältnis zu Jorge Schritt für Schritt weiter vertieft.

Wie fühlt sich die Kalex-KTM an?

Es ist ein sehr sensibles Motorrad, ich bin seit dem ersten Tag begeistert davon. Wir haben in kürzester Zeit größere Veränderungen vorgenommen und jetzt sind wir auf dem richtigen Weg, das optimale Setup zu finden. Sowohl das Team, als auch ich, mussten meinen Fahrstil mit diesem Motorrad verstehen lernen, jetzt führen wir kleine Anpassungen durch, um der Basis, die wir haben, einen Feinschliff zu verpassen. Es ist ein sehr zuverlässiges Motorrad und nicht zu klein, wie andere Moto3-Motorräder, somit ist es perfekt für mich.

Wie ging es dir während dieser schwierigen ersten Hälfte des Jahres?

Das Motorrad ist bei fast jeder Trainingssitzung sowie während der Rennen kaputt gegangen. Meistens schaffte ich nur 5 oder 6 Runden. Das war schwer zu ertragen und meine Motivation war im Keller. Glücklicherweise drängte mich mein Manager dazu, weiter zu arbeiten, auch wenn das Motorrad nicht konkurrenzfähig war. Ich habe weiter mein Bestes gegeben, um für eine eventuell bessere Chance bereit zu sein. Er half mir, geduldig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn die Bedingungen schwierig waren. Schließlich gab mir das MAPFRE Aspar Team diese Chance und jetzt schwebe ich auf Wolke sieben. Wenn man eine schwere Zeit durchgemacht hat, dann weiß man zu schätzen, gutes Material und eine gute Mannschaft zur Verfügung zu haben.

In Indianapolis gelang dir ein sehr erfolgreiches Podium. Es schien, dass du dir eine gute Taktik zurecht gelegt hattest.

Ich bin von Position 15 gestartet. Die Wahrheit ist, dass ich niemals dachte, so viele Plätze am Start gutmachen zu können. Es war ein hartes Rennen, am Anfang fiel es mir schwer, der Spitzengruppe zu folgen. Ich machte ein paar Fehler und verlor den Kontakt zu den Jungs vorne. Danach habe ich so stark gepusht, dass ich sie wieder einholen konnte. Ich fuhr in der Gruppe und wartete auf meine Gelegenheit, um in der vorletzten Runde an zwei Piloten vorbeizugehen. Danach kämpfte ich so hart wie ich konnte, um meine Position zu halten und der Sturz von Viñales führte schließlich dazu, dass ich aufs Podium fuhr. Es war ein fantastisches Rennen.

Und eine Woche später hast du in Brünn gewonnen.

In der Startaufstellung wusste ich, dass es ein schwieriges Rennen werden würde. Es gab nur eine trockene Linie und ich wusste, dass alle darauf fahren wollen. Ich startete von Platz zehn und es war schwierig, nach vorn aufzuholen. Ich musste viele Risiken eingehen und meistens auf der Außenseite überholen, dort wo es nass war. Die ersten acht Runden waren die Hölle. Ich fuhr sehr konzentriert am Limit und mir war bewusst, dass jede kleinste Unaufmerksamkeit zum Sturz führen könnte. Aber ich wusste, wenn ich von Anfang an Druck machen und Risiken eingehen würde, um eine große Lücke herauszufahren, wäre es für die anderen schwierig, mich einzuholen. Und so war es dann auch.

Was hast du gedacht als du über die Ziellinie gefahren bist?

Wow! Es ist sehr schwer zu erklären, denn ehrlich gesagt habe ich keine Worte. Ich war so konzentriert während des Rennens, dass ich kaum realisierte, dass ich gewonnen hatte. Es kamen viele Gefühle in mir hoch; zwei Rennen in Folge auf dem Podium zu beenden, nachdem ich eine so schwierige Zeit durchgemacht habe, wieder zu gewinnen, wieder konkurrenzfähig zu sein, zu zeigen, dass man mit einem guten Motorrad und einer guten Mannschaft alles erreichen kann, ein Rennen so zu genießen ... Es war traumhaft.

Zum Abschluss des Interviews eine weitere Frage: Wie würdest du Jonas Folger beschreiben?

Ich bin eine ruhige Person, ich habe mich in den letzten eineinhalb Jahren sehr verändert und bin entspannter geworden. Ich konzentriere mich mehr auf meine Arbeit und genieße sie mehr und mehr. Jetzt habe ich sehr klare Vorstellungen.

Pressemitteilung mit freundlicher Genehmigung von Mapfre Aspar Team Moto3.

Tags:
Moto3, 2012

Weitere Updates, an denen du interessiert sein könntest ›