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Menschen aus dem Fahrerlager: Toni Finsterbusch

Menschen aus dem Fahrerlager: Toni Finsterbusch

Hinter den MotoGP™-Stars, den Hauptakteuren der Motorrad-WM, stehen Hunderte von Menschen, die im Fahrerlager „Hinter den Kulissen” dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert. In dieser Serie stellen wir Ihnen eine Auswahl der Menschen vor, die auf unterschiedlichen Wegen ins MotoGP™-Paddock gekommen sind, aber auch junge Talente, die erst am Angang ihrer Karriere stehen.

Nachdem Toni Finsterbusch 2010 den Vizemeistertitel in der IDM-125 erzielen konnte und 2011 bei seinem Wildcard-Start auf dem Sachsenring einen beachtlichen 12. Platz belegte, bekam er 2012 endlich die Chance, mit MZ Racing in die Moto3™-WM einzusteigen. Doch die erste WM-Saison des 19-Jährigen war alles andere als einfach. Denn nach den ersten schwierigen Rennen folgten eine Verletzung, der Ausstieg von MZ und schließlich der Wechsel ins Racing Team Germany. Für die neue Saison hat der Leipziger bereits einen Vertrag mit Kiefer Racing für die Moto3-Klasse in der Tasche. Lesen Sie im folgenden Interview mehr über Tonis Anfänge, Umfeld und Ziele. 

Toni, du bist aus Krostitz bei Leipzig - wie bist du zum Rennsport gekommen?

Mein Vater ist damals aus Spaß Rennen gefahren.  Da war ich als Vierjähriger schon immer mit und bin da irgendwie reingewachsen. Mit fünf Jahren habe ich dann von meinen Eltern das erste Motorrad bekommen. Ich habe mit Motocross angefangen. Nach einem Jahr Pause aufgrund einer Verletzung bin ich dann in die Supermoto gegangen. Seit 2007 fahre ich erst Straßenrennen.

In meinem ersten Jahr im Junior Cup habe ich gleich das erste und auch das zweite Rennen gewonnen. Am Ende bin ich Vizemeister geworden und bin danach in die Deutsche Meisterschaft gewechselt.

Du machst gerade eine Berufsausbildung zum Bürokaufmann. 2012 war deine erste volle Saison. Wie konntest du deine Ausbildung mit dem Rennsport vereinbaren?

Von der Berufsschule habe ich frei bekommen. Sie meinten, solange die Noten stimmen, ist das kein Problem. Dafür muss ich dann halt den verpassten Stoff nachholen. Bis jetzt klappt das ganz gut.

Der Betrieb, wo ich meine Ausbildung mache, gehört meinen Eltern. Ich denke, ansonsten wäre es kaum möglich, nebenbei Rennen zu fahren. Das Unternehmen ist auf Abwasseranlagen spezialisiert.

Was sagen deine Mitschüler zu deinem zeitintensiven Hobby? Finden die das toll?

Manchmal beschweren sie sich, dass ich so selten da bin. Aber das ist nicht so ernst gemeint. Nach dem Wochenende fragen sie mich manchmal, wie es gelaufen ist. Einige verfolgen die Rennen auch im Fernsehen mit.

Wie hältst du dich fit?

Ich mache ab und zu einen Leistungstest und erstelle mit einem Sportarzt einen Trainingsplan. Der besteht hauptsächlich aus Konditionstraining. Ich trainiere fast jeden Tag mit dem Fahrrad und gehe Joggen. Und ab und zu steht Krafttraining auf dem Plan. Das muss man aber immer gut kombinieren, damit man nicht zu schwer wird.

Bleibt noch Zeit für andere Hobbies?

Motorradfahren und auch Rennradfahren machen mir Spaß, daher sind das quasi schon meine Hobbies. Ab und zu spiele ich auch gern Fußball oder unternehme etwas mit meinen Freunden. Manchmal braucht man auch etwas Ablenkung.

Du hast jetzt dein erstes Jahr in der WM hinter dir. Wie hat dir das Leben im Fahrerlager gefallen?

Das WM-Fahrerlager ist eine komplett andere Welt als alles was ich vorher kannte. In der IDM ist das Ganze doch auf einem anderen Niveau. Es war die erste Zeit ungewohnt, aber mittlerweile komme ich gut damit zurecht.

Hast du unter den anderen Fahrern neue Freunde gefunden?

Ja zum Teil. Es ist schwierig, denn an einem Rennwochenende ist jeder auf seinen Job konzentriert. Man sieht sich dadurch nicht so oft.

Kommen deine Eltern mit zu den Rennen?

Ab und zu, ja. Meistens bin ich aber alleine unterwegs. Mein Vater war dieses Jahr bei vier Rennen dabei.

Welche Vorbilder hast du?

Rossi ist schon ein Vorbild. Aber auch Stefan Bradl. Er hat gezeigt, wie es geht und hat seinen Weg gemacht, angefangen in der 125er-Klasse, dann Moto2 und jetzt MotoGP. Davor ziehe ich meinen Hut und ich hoffe, dass ich das auch irgendwann erreichen kann.

Du hattest vor diesem Jahr ein paar Wildcard-Starts. Anfang 2012 bist du mit MZ schließlich komplett in die WM eingestiegen. Dennoch war deine Saison mit einigen Problemen überschattet. Was war das Schwierigste für dich?

Es ging so los, dass wir vor dem ersten Rennen nicht wirklich testen konnten. Ich bin drei Tage vorher mit dem Motorrad gefahren, mit dem ich dann in die Saison gestartet bin. Wir hatten bei den ersten Rennen große Probleme mit dem Fahrwerk und ich bin nicht so richtig damit klar gekommen. Dann hatte ich mich in Le Mans verletzt. Mein Schlüsselbein war gebrochen und musste operiert werden. Als ich in Silverstone zurück war, lief eigentlich alles besser. Dann kam aber die Geschichte mit MZ und der Insolvenz. Das war sehr schwierig und die ganze Saison nervenzehrend.

Du hattest dann aber die Möglichkeit, im Racing Team Germany unterzukommen. Wie war der Wechsel in ein neues Team für dich?

Das war sehr gut und eine positive Erfahrung für mich. Das Team hat professioneller gearbeitet und es lief alles ruhiger und geregelter ab als bei MZ. Es ist halt schade, dass ich dort, wo ich die Chancen hatte, keine Punkte holen konnte. Das ärgert mich, denn ich hätte dem Team gern etwas zurückgegeben.

Diese Saison wirst du deine zweite Vollzeitsaison bestreiten und hattest das Glück, bei Kiefer Racing einen Vertrag abschließen zu können...

Wir hatten zum ersten Mal beim Rennen in Brünn Kontakt aufgenommen. Bei den Überseerennen wurden die Gespräche dann weitergeführt. Ich habe mich natürlich gefreut, dass es dann schließlich bei Kiefer geklappt hat.

Du wirst auf einer Kalex-KTM an den Start gehen. Welche Ziele hast du für dieses Jahr?

Ich will versuchen, auf jeden Fall regelmäßig um die Punkte mitzufahren. Die Kalex ist grundsätzlich ein Motorrad, mit dem man Einiges erreichen kann. Das haben Jonas und Salom gezeigt.

 

Tags:
MotoGP, 2013, Toni Finsterbusch

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