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Salom auf Moto3™-Titelkurs

Vor der Saison war er ein echter Außenseiter. Nach sieben Rennen hat er vier davon gewonnen, allein davon die letzten drei Rennen in Mugello-Barcelona-Assen. Soweit es seine Rivalen betrifft, gilt es, Luis Salom aufzuhalten.

Salom schickte eine todsichere Warnung, indem er in Katar von der Pole siegte. Viñales hatte sich kurz zuvor bei einem Sturz während der Vorsaison-Tests in Jerez so verletzt, dass er die Kuppe eines Fingers verlor. Nach einem Triumph für Alex Rins (Estrella Galicia 0,0) in Texas, schien es dennoch keine riesen Überraschung zu sein, als Viñales (Team Calvo) sowohl in Jerez als auch in Le Mans zwei Siege hintereinander einfuhr.

Was vielleicht schon eine kleine Überraschung war - vor allem für seine Widersacher - ist Saloms Form in den letzten drei Rennen. Der Red Bull KTM Ajo-Fahrer zeigte einen enormen Speed auf der Geraden, Geschicklichkeit und - vielleicht am wichtigsten - ein makelloses Timing in der Schlussphase des Rennens, was ihn seit über einen Monat ungeschlagen macht. Salom und Viñales (getrennt durch zehn Punkte) haben in dieser Saison bisher noch nie ein Podium verpasst und sind damit die einzigen Piloten in allen drei Klassen, die sich mit dieser Tatsache rühmen können.

Die letzte Veranstaltung in Assen hat erneut gezeigt, dass Geduld der Schlüssel zum Rennsieg sein kann. Was mittlerweile zu einem Markenzeichen zu werden scheint, ist Saloms Taktik, sich am Anfang im Hintergrund zu halten, dann zur Spitze aufzuholen, um dann in der Schlussphase die Führung auszubauen und als Erster über die Ziellinie zu fahren.

Vielleicht der einzige Bereich, in welchem Salom hinter Viñales zu sein scheint, ist das Qualifying - aber selbst dort ist der Unterschied nur geringfügig. Die Fakten zeigen, dass die durchschnittliche Startposition des WM-Spitzenreiterders der dritte Platz war, während sein engster Gegner öfter auf dem zweiten Platz in der Startaufstellung stand. Da jedoch die Unterschiede so gering sind, konnte dies Salom nicht daran hindern, am Tag des Rennens zu triumphieren.

Saloms nächste Herausforderung kommt in Form des 3,6 km, gegen den Uhrzeigersinn verlaufenden Sachsenring. Warten wir ab, ob der das tun kann, was dem ebenfalls in Palma de Mallorca geborenen Piloten Jorge Lorenzo zwischen 2002 und 2004 nicht gelang: den Grand Prix von Deutschland in der kleinen Klasse zu gewinnen. Wenn er es tut, dann wird er der vierte Spanier sein, der dies in den vergangenen fünf Jahren geschafft hat.

Einziger Nicht-Spanier in den Top-5 ist Jonas Folger (Mapfre Aspar Teams Moto3) auf Platz vier mit 14 Punkten Vorsprung vor Marc Márquez (Estrella Galicia 0,0). Der Deutsche beendete das jüngste Rennen in Assen trotz Handgelenksverletzung und, aufgrund der seiner Verletzung angepassten, geänderten Sitzposition, mit Schmerzen im Rücken und in den Beinen den sechsten Platz. Bis zum Sachsenring hofft der Kalex-KTM-Piloten wieder 100% fit zu sein und vor seinen heimischen Fans den Sprung zurück aufs Podium zu schaffen.

Ganze fünf weitere deutsche Piloten werden am kommenden Wochenende im Moto3™-Feld auf dem Sachsenring antreten. Dazu gehören die regulären Fahrer Toni Finsterbusch und Florian Alt von Kiefer Racing sowie Phillip Öttl, der für sein Team Tec Interwetten Moto3 Racing als bisher bester Rookie in Le Mans einen Punkt sichern konnte. Mit einer Wildcard am Start sind Kevin Hanus für das Thomas Sabo GP Team und Luca Amato für Mahindra. Hanus war in dieser Saison bereits in Jerez sowie in Barcelona mit einem Gaststart dabei. Der Halbitaliener Amato war gewann 2010 auf dem Sachsenring in der 125-ccm-Klasse und wurde damit zum jüngsten IDM-Sieger aller Zeiten. Mit nun 16 Jahren kann er in diesem Jahr erstmals an einem WM-Rennen auf seiner Heimstrecke teilnehmen und sich für einen permanenten Platz ab 2014 empfehlen.

Für das deutsche Team Caretta Technology - RTG findet am kommenden Wochenende der Grand Prix quasi vor der Haustür statt, denn das Team hat seinen Sitz direkt am Sachsenring. Die beiden Fahrer, der Australier Jack Miller und der Schotte John McPhee, haben in dieser Saison bereits einige Highlights setzen können. Vor allem Miller, derzeit Zehnter in der WM-Wertung, glänzte mit vier Top-6-Qualifying-Ergebnissen und setzte die Spitzenreiter im Rennen regelmäßig unter Druck. 2012 überzeugte der 18-Jährige mit einem überragenden vierten Platz im Regenrennen auf dem Sachsenring, nachdem er zu Beginn das Feld anführte.

Bei Ambrogio Racing fällt Danny Webb wegen einer gebrochenen Speiche in seinem rechten Arm für den Sachsenring aus; Der Franzose Jules Danilo wird den Briten sowohl in Deutschland als auch in Indianapolis ersetzen.

Das Moto3™-Rennen zum eni Motorrad Grand Prix Deutschland beginnt am Sonntag um 11:00 Uhr Ortszeit (GMT +2).

 

Tags:
Moto3, 2013

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