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Aleix Espargaro: „Wir werden um Podien kämpfen"

Wie es in der Vorsaison 2014 vorauszusehen war, eröffnete Aleix Espargaro die Saison in Katar auf dramatische Art und Weise. Der Fahrer von NGM Forward Racing erklärt den Event in Losail, die vergangene Operation, seinen Anspruch für die Saison und das Debüt in der Königsklasse seines Bruders Pol.

Als Schnellster in den drei ersten Trainings in Katar, der ältere Bruder der beiden Espargaro-Brüder war er bis zu seinem Sturz im Qualifying einer der Favoriten auf die Poleposition.

Er beendete das Rennen am Sonntag auf der vierten Position, mit dem 9. Startplatz, was für ihn noch immer das beste Ergebnis in der höchsten Klasse bedeutete. Nachdem er nach Spanien zurückkam unterzog er sich in Barcelona einer „unwichtigen“ Operation, von der er sich seit Montag erholt - vielleicht leichter als sonst - das Wetter am Wochenende war sowieso schlecht.

Aleix was ist in Katar passiert, dass Du in Barcelona operiert werden musstest.

Die Operation hatte nichts mit meinen Stürzen in Katar zutun. Es war nur aus der ersten Trainings Session am Donnerstag, als ein Zehennagel durch die Haut kam. Dr. Xavier Mir hatte es sich angeschaut, so konnte ich das Wochenende über wieder fahren, aber mit meinem Rennstiefel schmerzte es schon. Als ich zurück in Barcelona war mussten wir es aufmachen, den Nagel ganz hinunterschneiden und die Wunde mit ein paar Stichen zumachen. Es ist eine Kleinigkeit, aber natürlich stört es ein wenig, da ich im Moment nicht richtig laufen kann.

Du hattest ein Wochenende wie eine Achterbahn: Die Trainings dominiert, zwei Stürze im Qualifying und dann im Rennen auf Position vier….

Ich bin zufrieden wie das Wochenende begonnen hatte, ganz vorne in den ersten Trainings und für das ganze Wochenende einen gute Rhythmus. Vielleicht zeigte ich etwas Nerven (es war meine erste Chance auf die Poleposition), denn ich machte im Qualifying zwei große Fehler. Das bedeutete, dass ich am Sonntag viel weiter hinten starten musste und, noch dazu hatte ich beide Motorräder zerstört. Deshalb musste ich das Rennen mit einem zur Not aufgebauten Motorrad bestreiten und ich fühlte mich nicht gut. Abgesehen davon, konnte ich mich soweit wieder beruhigen um das Rennen auf dem vierten Platz zu beenden und 13 Punkte zu sammeln. Aber klar, es hätte um einiges besser laufen können, hätte ich die beiden Fehler nicht gemacht.

So, Du meinst Du hättest in der Gruppe mit Marquez, Rossi, Pedrosa, Bautista und Kollegen um das Podium kämpfen können ?

Ja, ich denke ich hätte mit ihnen kämpfen können wenn ich von weiter vorne gestartet wäre. Über das Rennen war mein Speed der gleiche wie der von Marc (Marquez) und Valentino (Rossi), aber ich steckte die meiste Zeit zwischen den Ducatis und verlor auf der Geraden zwischen 10 und 15 km/h. Wäre ich mit der Spitze gestartet, hätte ich den fehlenden Topspeed bei denen im Windschatten gutgemacht. Egal…  ich habe am Samstag die Fehler gemacht und habe den Preis dafür bezahlt, was Schade war. Jetzt muss ich es in Texas wieder probieren.

Was ist deine hauptsächliche Erkenntnis aus dem Wochenende in Katar ?

Wir müssen aus unseren Fehlern lernen ! Wenn ich aus den Stürzen am Samstag etwas positives ziehen kann ist es, dass es mich für den Sonntag ruhiger gemacht hat und ich nicht noch mal stürzte. Du musst Herr über deine Nerven sein. Vielleicht kann ich beim nächsten mal etwas ruhiger bleiben, denn es ist nicht notwendig um die Poleposition zu kämpfen, dann gebe ich mich mit einem Platz in der ersten Reihe zufrieden.

Das Open Format hat sich bei dir bisher bewährt. Dazu hast Du vor dem Grand Prix in Katar drei Tage getestet. Das wird in Texas nicht so sein - es könnte schwerer werden….

Es ist nicht nur mein Open Motorrad das gut funktioniert. Ich habe dasselbe Motorrad wie Colin Edwards, während die Hondas von Abraham, Hayden und Redding auf der Geraden nur drei bis vier Kilometer verlieren. Ich glaube noch immer, dass alle Open Motorräder näher an die vordere Gruppe herankommen können, mit jedem Team und Fahrer. In unserem Fall, ohne Zweifel, wird es nicht einfacher. Ich denke wir können auf vielen Strecken um das Podium kämpfen. Wir müssen dieses Jahr viele Punkte holen, denn ich möchte am Ende des Jahres unter den Top 6 der Meisterschaft sein. Im Moment sind wir Vierter, es ist also alles im Plan.

Die nächste Herausforderung wird der Circuit of the Americas in Texas sein - die Heimat deines Teamkollegen Colin Edwards. Der dir in Katar nach den Stürzen mit Teilen für dein Motorrad ausgeholfen hat. Was erwartest Du für Austin ?

Ich bin sehr froh, dass ich einen Teamkollegen wie Colin habe. Seine Erfahrung hilft mir sehr viel und ich war nicht glücklich darüber, dass er mir in Katar die Teile für mein Motorrad leihe musste. Er hilft mir in schwierigen Momenten sehr viel - mehr als alles andere, denn er hat schon vieles von den Dingen erlebt was mir zum ersten Mal passiert.  Zum Beispiel hatten wir über das Wochenende in Katar Probleme mit der Benzinversorgung und der Benzintank funktionierte nicht so wie er sollte. Colin kümmerte sich darum. Texas wird hart, denn es hat eine sehr, sehr lange Gegengerade und wir wissen jetzt schon, dass wir dort verlieren werden: Das wird so sein, bis wir nach Jerez kommen, wo wir neue Verkleidung erhalten. Jetzt müssen wir halt versuchen was geht um das Beste herauszuholen. Wollen wir mal sehen ob das Heimrennen Colin einen extra Schub geben wird und hoffen wir, dass wir beide um das Podium fahren können.

Das heißt in die „Nähe“  oder „auf“ das Podium ?

Ich wünsche es mir (er lacht). Wie haben in Katar gezeigt, dass wir zum Teil gut sind. Wir werden sehen was passiert. Wie ich es vermute wird es nicht so einfach sein wie in Katar, aber am Samstag werden wir es versuchen in die erste oder zweite Reihe zu kommen und dann werden wir sehen ob wir beim Kampf um das Podium dabei sind.

Die Vorsaison war für dich dramatisch, aber vielleicht noch mehr für deinen jüngeren Bruder Pol, der sich am letzten Tag der Tests das Schlüsselbein gebrochen hatte.

Ja, das ist eine schwierige Klasse und ich glaube Pol dachte es wäre manchmal leichter zu handhaben; Erst recht dann, wenn Du einen guten Rhythmus hast und schnell bist, dann werden die Abstände zu den anderen Fahrer kleiner und schon ein minimaler Fehler kann im Rennen einen großen Unterschied machen. Wir wissen alle, dass Pol talentiert ist; auf einer einzelnen Runde ist er sehr schnell, das hat er bei den Tests in Katar gezeigt. Aber das Rennen ist anders, denn jeder fährt noch schneller und das Level ist sehr hoch. Er begann das Jahr auf dem falschen Fuß, als er sich das Schlüsselbein brach und operiert werden musste. Er musste für den Sturz bezahlen und einsehen, dass er für seinen Grand Prix einiges an Pace verloren hatte. Ich denke er braucht noch etwas Zeit um sich zu erholen, aber er hat schon gezeigt, dass er in diese Kategorie gehört.

 

Mit nahezu einer Woche weiterer Pause, hattest du bestimmt etwas Zeit um über den Katar Grand Prix nachzudenken !

Ja, ich habe mir das ganze Rennen noch mal angesehen - was für ein Leckerbissen für die Zuschauer ! Der Anfang war wie ein Moto2™ Rennen! Dann, am Ende der Kampf zwischen Marc  und Valentino. Es war so Schade, dass Marc in der letzten Runde ein wenig zuviel Druck machte und Valentino nicht mehr dagegen halten konnte. Trotzdem, die Yamaha ist sicher nah an der Hinda dran. Ich denke das wird ein sehr offener Kampf und für die Zuschauer wirklich schön anzuschauen.

Tags:
MotoGP, 2014, Aleix Espargaro, NGM Forward Racing

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