Ticket-Kauf
VideoPass purchase

Interview mit Freddie Spencer zum Mugello GP

Freddie Spencer ist noch immer ein enger Fan und Beobachter der Welt der MotoGP™. Am letzten Wochenende zeigte er sich begeistert vom Kampf zwischen Marc Marquez und Jorge Lorenzo. Der Königsklasse-Weltmeister von 1983 und 1985 gab seine Gedanken zur Saison 2014 bisher zum besten und spekulierte, wer Marquez in den kommenden Jahren schlagen könnte...

Freddie Spencer schrieb zu seiner Zeit Geschichte, als er 1983 für die Honda Racing Corporation (HRC) zum jüngsten 500ccm-Weltmeister aller Zeiten wurde. Zwei Jahre später holte er das historische Doppel und wurde 250er- und 500er-Weltmeister im selben Jahr. Heute schaut er den Stars noch immer gern zu, aber ist auch in der Talentförderung schwer beschäftigt.

Marc ist in der Top-Klasse schwer eingeschlagen, fuhr letztes Jahr eine unglaubliche Saison und hat jetzt 2014 wieder einen perfekten Start hingelegt. Hast du ihn bei den ersten sechs Rennen beobachtet?

Ich denke die Veränderung in Marc selbst ist dieses Jahr sehr interessant. Das geht damit einher, wo er jetzt ist und wie er sich entwickelt hat. Letztes Jahr hatte er in vielen Trainings Stürze, aber im Rennen nur den von Mugello. Dieses Jahr ist er erwachsener geworden und in seiner Komfort-Zone. Er geht den richtigen Weg: Ein Rennen zur Zeit und die Stärken des Motorrades nutzen und wie sie zusammenspielen. Er ist ausgezeichnet dabei, Probleme zu umfahren und die Stärken und Schwächen seines Motorrades und der anderen Fahrer zu verstehen.

Das ist ein Bewusstsein, in welches er richtig reingewachsen ist. Mit dem hat er sechs von sechs Siegen geholt. Er macht einen ausgezeichneten Job und hat die Chance und die Fähigkeiten, alle zu gewinnen. Aber wir wissen, dass es im Racing mehr als das braucht, damit alles gut läuft. Hoffen wir mal, dass es keine Probleme mit dem Motorrad gibt, die ihn einbremsen könnten.

Es gibt andere Jungs, die Marquez am Siegen hindern wollen – wie Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Valentino Rossi – der zuletzt wieder konstanter auf das Podest gefahren ist, als am Saisonstart...

Was das großartige daran ist, was Valentino über das letzte Jahr oder so gemacht hat, ist die Anpassung und Änderung seines Fahrstils. Wir alle kennen Valentinos Fähigkeiten, wir alle kennen seine Leidenschaft und was er im Grand Prix Sport macht und wie viel Spaß er hat. Er ist da raus gegangen und hat sich angepasst. So was bringt immer Risiken, aber er hat die auf sich genommen und ich respektiere ihn dafür. Ich bin sehr stolz, dass er das gemacht hat und es hat sich in seinen Leistungen niedergeschlagen. Er ist voll da, pusht Marc. Wenn Marc die Rennen nicht gewonnen hätte, hätte es Valentino getan, denn er war Zweiter.

Jorge hatte leider Probleme, aber wir haben beim letzten Rennen in Italien gesehen, dass er stark zurückkommen kann – und so soll es sein. Marc weiß das auch. So erwartest du, dass die Rennen laufen – sie sind hart und du musst die Probleme umfahren. Bei Dani und seinen Armproblemen haben wir noch nicht das beste gesehen bisher, aber wir wissen alle, dass er stärker sein kann. Es liegt an diesen drei Jungs, um Marc auf ein noch höheres Level zu pushen. Er zieht sie mit und das macht die Meisterschaft spannend.

Du warst 1983 der jüngste Königsklasse-Weltmeister. Marc hat diesen Rekord 30 Jahre später gebrochen. Gibt es deiner Meinung nach irgendwelche jungen Piloten, die Marc in den nächsten vier, fünf oder gar zehn Jahren herausfordern könnten?

Es gibt immer junge Fahrer. Dieser australische Junge, Jack Miller, in der Moto3 – er könnte hart werden. Dann gibt es da noch Marcs Bruder, Alex... wie spannend wäre das denn?! Zwei Brüder, die fighten.

Marc hat eine Einzigartigkeit, die man nicht so oft findet und das hebt das Level. Klar werden Fahrer nach Marc kommen, aber er war der erste seiner Generation, der das geschafft hat. Das inspiriert die anderen – zu sehen, dass Rekorde gebrochen werden können. Das motiviert. Das ist das tolle an dem, was wir tun und wozu wir die Chance haben. Marc inspiriert die Leute sehr, ihr eigenes Performance-Level anzuheben. Es wird jemanden geben, der daher kommt – ich weiß aber noch nicht wer [lacht], aber ich denke, dass es in nicht allzu ferner Zukunft Fahrer geben wird, die ihn herausfordern und die Latte noch höher legen. Das ist das tolle an dem, was wir tun - alles ist möglich!

Wie laufen denn die jüngsten Projekte von Freddie Spencer?

Ich mache mit meiner Riding School in Le Castellet in Frankreich weiter. Das läuft mit einer Rennstrecken-Trainings-Gruppe von 4G und wir machen einige richtig tolle Sachen. Ich mag es Leuten zu helfen. Nachdem ich mit dem Rennfahren aufgehört hatte, habe ich in Las Vegas eine Schule aufgemacht und das war wirklich der erste Schritt.

Die andere Sache sind Classic-Events. Das ist eine schöne Sache, die immer größer wird. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, die Geschichte des Motorradrennsportes zu zeigen. Wir hatten letztes Wochenende in Dijon ein Event und es kamen um die 30 – 40 Tausend Leute – Rekord. Sie bekommen die Bikes aus vielen Jahrzehnte zu sehen, aber auch die Weltmeister. Es ist toll Teil davon zu sein und ich finde es wichtig, das zu teilen.

Ich mag es auch, zu den Grands Prix zu gehen und alles, was damit zusammen hängt. Ich glaube fest an das, was wir in der Motorradwelt teilen: Das hat mir so viel gegeben und ich möchte etwas zurückgeben.

Tags:
MotoGP, 2014

Weitere Updates, an denen du interessiert sein könntest ›