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Aspar über eine schwierige Saison und Pläne für die Zukunft

Zur Halbzeit der Saison 2014 spricht Jorge „Aspar“ Martinez über die Höhen und Tiefen des Jahres bisher und blickt in die Zukunft der sich ständig verändernden Weltmeisterschaft.

Wie ist das Jahr bisher verlaufen...

Im letzten Oktober hatten wir große Hoffnungen, als wir unser Fahrer-Duo für 2014 mit Hiroshi Aoyama und Nicky Hayden vorgestellt haben, als komplettes Honda-Projekt. Allerdings ist es nicht wie erhofft gelaufen. Wir sind Zweiter und Vierter der open-Klasse, aber ohne Zweifel haben wir da mehr erwartet. Hinsichtlich der Rundenzeiten sind wir besser als letztes Jahr, aber die MotoGP™ Klasse hat insgesamt einen großen Schritt nach vorn gemacht, gerade bei der Gesamt-Pace.

Dass sich Nicky Hayden das Handgelenk verletzte, hat sicher nicht geholfen...

Das war das große Problem bei uns: Nickys Verletzung. Auch wenn er nicht gestürzt ist, hat diese Verletzung ihr hässliches Gesicht gezeigt. Ich weiß, dass er Ende letzten Jahres die Hand operieren lies, aber die Kahnbeinverletzung schien einfach wieder zu kommen. Bis Jerez ist es ganz gut gelaufen. Nicky wurde dort Zehnter und war nur fünf Sekunden hinter (Andrea) Dovizioso auf fünf. Wir waren sogar nahe an den Werks-Maschinen dran. Leider ist es seitdem eher eine Tortur. Es ist schon klar, dass es ein schwieriges Jahr war, aber dann kam Nickys Hand dazwischen. Es lag nicht mal großartig an etwas anderem, denn als Team sind wir mit dem Motorrad nahe an unsere Ziele ran gekommen.

Ist die Wahl der Open-Honda eine Enttäuschung geworden?

Nein. Das ist ein komplett neues Motorrad, welches sehr gut funktioniert. Es ist dem besten CRT Bike des letzten Jahres bei weitem überlegen – und ich denke das war das Ziel von Honda. Was aber passiert ist, ist, dass Yamaha mit den gegebenen Regeln ein erfolgreiches Leasing-Paket schnüren konnte (Forward Racing). Dieses Motorrad ist um längen besser als unseres, gerade wenn es Aleix Espargaro fährt. Ich denke das war unser größtes Problem, aber ich bin zuversichtlich, dass Honda – wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes – uns ein viel konkurrenzfähigeres Motorrad bringen wird.

Es klingt, als würde Honda das versprechen, oder? Dass die Open Honda 2015 viel konkurrenzfähiger als die diesjährige Variante sein wird. Es gibt auch Gerüchte, wonach die noch vor Ende des Jahres kommen könnte...

Ja, bei Honda hat man uns gesagt, dass das nächstjährige Open-Motorrad quasi das Werks-Motorrad nur ohne stufenloses Getriebe sein wird und natürlich die Open-Elektronik einsetzt. Wenn das der Fall sein sollte bin ich überzeugt, dass wir mit diesem Motorrad einen großen Schritt nach vorn machen können. Im Moment funktioniert das Motorrad, welches wir haben, sehr gut. Wir brauchen nur mehr Leistung – und in dem Falle hätten wir die Mehrleistung. Mit den Open-Regeln (weicherer Reifen, 12 Motoren pro Saison und Fahrer, 24 Liter Sprit pro Rennen) denke ich, können wir sehr konkurrenzfähig sein. Ich hoffe, dass wir vor Saisonende ein Rennen mit diesem Motorrad fahren können. Das würde am Ende eines schwierigen Jahres ganz sicher etwas frischen Wind reinbringen.

Du hast jüngst gesagt, dass du das Team auffrischen musst, hast auf nächste Saison geschaut und Fahrer wie Aleix Espargaro und Alvaro Bautista genannt – zwei Fahrer, die schon für dich gefahren sind. Was kannst du uns dazu sagen?

Es stimmt schon, dass wir uns für nächstes Jahr alle Möglichkeiten an Fahrern anschauen. Ich wünschte ich könnte Aleix Espargaro haben! Wir kennen ihn, als Fahrer und als Mensch, und wir wissen, was er kann. Wir wissen, dass es schwierig ist. Er ist aber ein Fahrer, an dem viele Teams interessiert sind und wir werden kämpfen, um ihn zurückzubekommen, aber das wird nicht einfach. Alvaro Bautista könnte auch verfügbar werden. Oder warum nicht Tito Rabat? Es gibt viele Fahrer, die wir gern unter Vertrag nehmen würden. Das sind aber auch nicht nur Ideen. Wir haben schon mit allen dreien gesprochen. Wir wissen, dass es nicht einfach wird, sie zu bekommen, aber klar sind das Möglichkeiten für uns.

Ich möchte auch klar stellen, dass wir einen Zweijahres-Vertrag mit Nicky Hayden haben und dass er absolute Priorität hat. Wir sind von ihm als Fahrer, Mensch und Profi begeistert. Ich hoffe, dass seine Hand bald ausgeheilt ist, sodass er wieder zu 100 Prozent mit uns pushen kann – das wäre für mich die beste Nachricht. Aber wie ich schon sagte, wir schauen auf alle Möglichkeiten. Das gleiche gilt für Hiroshi Aoyama. Wir sind sehr zufrieden und er fährt eine gute Saison. Er hat starke Leistungen gezeigt, wie in Argentinien, wo er bester Open-Fahrer wurde. Wir schauen uns einfach weiter alle Möglichkeiten an, denn die MotoGP™ wird jeden Tag schneller und wir wollen einfach die bestmöglichen Entscheidungen für die Zukunft treffen.

Wie schätzt du die Saison abseits deiner Person als Teammanager ein?

Über die MotoGP™ 2014 gibt es viel zu sagen, aber ich entnehme mir hauptsächlich zwei Dinge: Das eine ist, was Marc Marquez macht und welch Entdeckung er für die Weltmeisterschaft ist. Er hat einfach Zeichen gesetzt, die es vorher nicht gab, nicht in der Ära, wo alles egalisiert wurde... eine Ära, in der wir im Qualifying manchmal nur eine halbe Sekunde zwischen Platz eins und zehn haben. Das andere, was ich hervorheben möchte, ist Valentino Rossi. Er hat neun WM Titel auf dem Konto, er ist 35 Jahre alt und er liegt auf WM-Rang zwei. Ich denke, dass das große Bewunderung verdient und ich glaube ganz sicher, dass das, was er macht, einfach unglaublich ist.

Tags:
MotoGP, 2014, Hiroshi Aoyama, Nicky Hayden, Drive M7 Aspar

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