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Bridgestone Misano MotoGP™ Debrief

Bridgestone Misano MotoGP™ Debrief

Masao Azuma, Chief Engineer, Bridgestone Motorcycle Tyre Development Department blickt auf den Gran Premio TIM di San Marino e della Riviera di Rimini 2014 zurück.

Der erste Tag des Misano-Wochenendes fiel buchstäblich ins Wasser. Dabei wurden die niedrigsten Asphalt-Temperaturen der Saison bisher aufgezeichnet. Das restliche Wochenende über waren die Bedingungen besser und am Sonntag stiegen die Asphalttemperaturen im Rennen bis auf 37°C.

Interview mit Masao Azuma – Chief Engineer, Bridgestone Motorcycle Tyre Development Department

Wie kam es am Freitag dazu, dass Bridgestone die Auswahl der Regenreifen ausgeweitet und allen Fahrern mehr weiche Regenreifen zur Verfügung gestellt hat? Wieso wurde diese Entscheidung getroffen und haben die weichen Regenreifen einen Vorteil gegenüber den harten gehabt?

„Die Strecke von Misano war im Nassen schon immer sehr aggressive, daher war unser eigentlicher Plan, die harte Regenmischung als Hauptkonfiguration mitzubringen. Das letzte Mal, dass es in Misano komplett nass war, ist viele Jahre her und seitdem scheint sich der Asphalt sehr verändert zu haben, sodass im Nassen sehr wenig Grip da war. Im ersten Training, bei den niedrigen Temperaturen, haben die Fahrer gesagt, dass sie sehr wenig Gefühl für vorn hatten, gerade auf der Bremse. Darum haben wir schnell reagiert und nach Rücksprache mit der FIM entschieden, das Angebot an weichen Regenreifen ab dem FP2 zu erhöhen.“

„Die Fahrer sagten, dass die weichere Mischung zwar mehr Grip als die härtere biete, aber dennoch war der Asphalt von Misano im Nassen noch eine Herausforderung. Daher gab es in allen drei Klassen auch so viele Stürze. Am Freitag waren das insgesamt 62 in allen drei Klassen, allein 17 davon in der MotoGP.“

In Misano war es erstmals in dieser Saison am ersten Tag komplett nass. Wir hat sich das am Ende auf die Reifenwahl am Sonntag ausgewirkt?

„Da der Freitag nass war, war es im FP3 und 4 am Samstag für unsere Techniker sehr stressig, da die Teams weniger Zeit für ein Trockensetup zur Verfügung hatten. Daher gab es mit dem Hinterreifen bei den Werksfahrern von Honda und Yamaha keine großen Experimente, keiner probierte am Samstag den harten Slick. Im Rennen waren die Temperaturen dann am höchsten. Hätte es mehr Trocken-Zeit gegeben, wäre es interessant geworden, wer sich für die harte Mischung entschieden hätte, da die für das Rennen eine echte Option gewesen wäre.“

2013 hatten sich viele Fahrer vorn für den harten Slick entschieden, dieses Jahr aber nur Jorge Lorenzo. Was hat sich in einem Jahr geändert, dass die Entscheidungen so anders ausgefallen sind?

„Der Vorderreifen ist extrem wichtig, da der Fahrer vorn Vertrauen braucht, um schnell zu sein. Mit Rutschern hinten kannst du leben, aber vorn brauchst du 100 Prozent Vertrauen. Am Ende liegt die Entscheidung für den Vorderreifen daher komplett an den Vorlieben der Fahrer und was mit ihrem Setup am besten funktioniert. Dieses Mal hat sich nur Jorge mit der harten Vordermischung wohl gefühlt. Es gibt viele Gründe, warum dieses Jahr die Medium-Mischung beliebter war: Der Charakter der Maschinen, der Teer ist wieder ein Jahr älter, außerdem gab es weniger Zeit für das Trocken-Setup. Am Ende waren aber beide Vorderslicks, Medium und Hart, gut für das Rennen. Jorge fuhr die drittschnellste Runde des Rennens und war extrem konstant. Das zeigt, dass der harte Vorderreifen trotzdem eine gute Wahl ist.“

Tags:
MotoGP, 2014, GP TIM DI SAN MARINO E DELLA RIVIERA DI RIMINI

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