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Interview Nicky Hayden: „Racing ist mein Leben, meine Leidenschaft. Nicht nur ein Job."

Interview Nicky Hayden: „Racing ist mein Leben, meine Leidenschaft. Nicht nur ein Job."

Nicky Hayden hat sich in den letzten zwei Monaten zwei Mal am rechten Handgelenk operieren lassen und hat vier Rennen der MotoGP™ Weltmeisterschaft auslassen müssen. In Aragon wird er dieses Wochenende wieder im Sattel seiner DRIVE M7 Aspar Honda sitzen.

Was genau wurde bei den Operationen gemacht?
In unseren Handgelenken haben wir zwei Reihen an dünnen Knochen. Die obere wurde jetzt entfernt, sie war kaputt. Das klingt verrückt, aber wenn man sich das Ergebnis beim Röntgen ansieht, macht das Sinn.

Was war das Hauptproblem? Schmerzen, kein Gefühl, keine Kraft?
Das waren ein paar Dinge. In den letzten zwei Rennen vor der Operation wusste ich, dass irgendwas nicht stimmte, ich konnte nicht richtig fahren. Die Schmerzen waren immer da, aber du gewöhnst dich dran und lernst, damit zu leben. Aber dann bekam ich auch Probleme mit der Stabilität des Gelenks, denn die Knochen waren verschoben und funktionierten nicht mehr miteinander. Bei gewissen Bewegungen habe ich gemerkt, dass sich da etwas in meinem Gelenk nicht richtig bewegt hat. Es fehlte an Beweglichkeit und Stärke... Es waren verschiedene Faktoren, die mich zu der Operation gebracht haben.

Wer hat dich davon überzeugt, die Operation durchzuführen?
Ich war da immer ganz direkt und mein Plan war von Beginn an ganz einfach: Das Problem mit dem Handgelenk auszusortieren und dann so schnell es geht wieder zurückzukommen. Wegen der Operation selbst habe ich viele Ärzte gefragt und mir verschiedene Meinungen eingeholt. Sicher haben die nicht alle miteinander übereingestimmt, aber ich habe einfach versucht, so viele Infos wie möglich zu sammeln, bevor wir das angegangen sind. Ich habe da auch mit anderen Fahrern gesprochen, die ähnliche Verletzungen hatten.

Wie lange musstest du komplett inaktiv bleiben und dich ausruhen?
Die ersten zehn Tage nach der Operation waren komplette Ruhe verschrieben, da blieb ich in San Diego und meine Hand war komplett ruhig gestellt. Danach bekam ich einen abnehmbaren Splint, den konnte ich dann zum Duschen und zum Reinigen der Wunde abnehmen.

Wann hast du mit der Reha begonnen und was hast du da genau gemacht?
Nach rund zwei Wochen konnte langsam damit beginnen, meine Finger zu bewegen und da begannen wir auch mit der Reha. Nach ein paar Tagen konnte ich wieder leicht trainieren, leicht-intensives und statisches Training. Gleichzeitig habe ich auch sämtliche Therapien bekommen: Laser-Behandlung, Magnet-Therapie, Ultraschall, thrombozytenreiche Plasma Spritzen... Zu Beginn war es hart, ich hatte in reichlich einem Monat zwei Operationen. Ich hatte im Juni eine Operation und dann eine viel ernsthaftere im Juli. Ich hatte drei Monate mit der Verletzung zu kämpfen und in der Zeit gehen deine Muskeln auch zurück. Auch wurden die Knochen im Arm und der Hand sehr steif.

Wann konntest du wieder komplett ins Training einsteigen?
Naja, ich würde nicht sagen, dass es dafür einen direkten Zeitpunkt gab, das hat sich irgendwie reingesteigert. Zuerst war ich auf einem Hometrainer-Fahrrad, um mein Fitness-Level zu halten. Dann haben wir mit der Arbeit im Pool begonnen und danach bin ich ins Fitnessstudio, um die Kondition wieder aufzubauen und am Oberkörper und den Beinen zu arbeiten. Ich habe die Reha mit Ruhe kombiniert, bin etwas gerannt, meine normale Routine. Man könnte sagen, dass es mit der Ruhe angefangen hat, die ich nach der Operation gebraucht habe, dann die Reha und dann die Rückkehr ins Training, kombiniert mit der Reha.

Was haben die Ärzte gesagt?
Ich muss sagen, dass die Ärzte mich schnell dazu gedrängt haben, die Hand wieder zu bewegen. Es war trotzdem eine delikate Angelegenheit, die viel Genesungszeit brauchte. Der operierende Arzt ist mit dem Ergebnis und den Fortschritten seither mehr als zufrieden.

Konntest du schon wieder ein Motorrad fahren? Wie hast du dich da gefühlt?
Ich bin letzte Woche wieder mit einem 125ccm-Dirt-Tracker auf der Flat-Track gefahren. Als ich das erste Mal fuhr, hat es sich nicht gut angefühlt und es war klar, dass ich mehr Zeit brauchen würde. Aber ich bin diese Woche ein paar Mal gefahren und das Gefühl war um einiges besser. Ich konnte fahren, ohne mir über meine Hand Gedanken zu machen, das hat mich glücklich gemacht. Klar, es war eine Zeit, in der ich mir viele Sorgen machte und ich hatte mit dieser Verletzung lange zu kämpfen. Es gab gewisse Momente, wo ich echt Zweifel hatte.

Wie war es für einen Kämpfer wie dich, bei vier Rennen auszusetzen und daheim zuzuschauen?
Nach Indianapolis als Zuschauer, die Rennen im Fernsehen schauen... Das war hart, aber ich habe überhaupt keine Energie auf irgendwas anderes außer meine Genesung verschwendet. Ich habe extrem hart daran gearbeitet, damit ich so schnell und gut wieder gesund werde. Jetzt ist es Zeit, zurückzukommen und darüber freue ich mich echt sehr. Racing ist mein Leben, meine Leidenschaft, nicht nur ein Job. Ich bin wirklich glücklich, dass ich diese Verletzung jetzt abhaken und mein Team wieder sehen und mein Motorrad wieder fahren kann. Es wird nicht leicht, aber ich bin wieder bereit für Rennen.

Was erwartest du von deiner Rückkehr in Aragon?
Es wird nach so langer Zeit schwer werden, die Pace wieder zu finden. Aber ich bin bereit hart zu arbeiten und alle Herausforderungen anzunehmen, die vor mir liegen. Leider hatte ich mein MotoGP-Motorrad nicht mit zu hause um zu trainieren und zu sehen, wie es geht. Dir Bremsen, die Reifen... Es gibt keine Möglichkeit, die Anforderungen eines MotoGP-Motorrades nachzustellen, außer es auf der Strecke zu fahren. Darum freue ich mich, wieder auf meine Honda zu steigen und zu schauen, was passiert. Es gibt keinen Grund, irgendwelche Ziele zu setzen. Wir müssen einfach nach Aragon gehen und dann hart arbeiten und dann sehen. Es war eine harte Zeit, aber dank der Unterstützung meiner Familie, meines Temas und der Fans konnte ich optimistisch bleiben und immer weiter pushen.

Tags:
MotoGP, 2014, GRAN PREMIO MOVISTAR DE ARAGÓN

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