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Rossi und Márquez springen nicht an

Rossi und Márquez springen nicht an

Un-Überraschenderweise bestimmte die Kollision zwischen Valentino Rossi und Marc Márquez die Pressekonferenz von Jerez.

Seit neunzehn Jahren berichtet Matthew Birt für die Motorcycle News von der MotoGP™. 2015 ist er im motogp.com Team unterwegs und sammelt die News und Meinungen im Fahrerlager.

Es war wenig überraschend, dass der Unfall vom Termas de Rio Honda in Argentinien die heutige Pressekonferenz bestimmt hat. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob sich das Verhältnis der beiden verändert hat, nachdem Márquez den zweiten Platz im Sturz verlor und Rossi seinen 110. GP-Sieg eingefahren hat.

In anderen Worten: Hat das Verhältnis Rossi vs. Márquez jetzt eine ähnliche Wendung genommen, wie die bei Rossi vs. Biaggi, Rossi vs. Gibernau und Rossi vs. Stoner?

Beide stritten ab, dass sich ihr Verhältnis ändern wird. Die Zeit wird zeigen, ob sich diese Meinung aufrecht erhält, wenn der Kampf um die Weltmeisterschaft 2015 zwischen Rossi und Márquez so weiter geht.

Rossi sagte heute außerdem, dass die Fights heute mehr auf der Strecke stattfinden und keine Psycho-Kriege mehr geführt werden.

Insgesamt ist man froh, dass es auf der Strecke einige harte und unvorhersehbare Kämpfe gibt, aber alles in allem herrscht da auch ein großer Respekt, kaum einer wirft Seitenhiebe. Zumindest nicht öffentlich.

Rossi aber kennt auch die alten Zeiten.

Seine Rivalität mit Biaggi ging viel tiefer, nicht nur auf der Strecke. Da prallten zwei Persönlichkeiten und Kulturen aufeinander. Rossi aber brach den Römer, drang unter dessen Haut, wie kein anderer.

Auslöser dieser Rivalität war Suzuka 2011, als Biaggi auf der Start-Ziel-Geraden Rossi mit dem Ellbogen in die Wiese rammte - bei rund 240 km/.

Rossi reagierte prompt und salutierte in der letzten Kurve der nächsten Runde mit einem Finger vor Biaggi, als er diesen Überholt hatte.

Dann kam später in der gleichen Saison das Catalunya-Rennen und Rossi und Biaggi lieferten sich vor dem Podium ein kleines Handgemenge.

Bei all den Feindschaften, die Rossi hatte, war die mit Gibernau diejenige, die am meisten unerwartet kam. Normalerweise trafen sie sich nach den Rennen auf ein Bierchen und waren auch im Fahrerlager zusammen viel unterwegs, doch nach Katar 2004 war davon nichts mehr zu sehen.

Rossi hatte sich auf der staubigen, dreckigen Seite des Losail Circuits qualifiziert, seine Yamaha-Crew legte mit den Scootern ein paar Burn-Outs hin, um auf seiner Startposition Gummiabrieb zu hinterlegen.

Die Gresini Honda Mannschaft von Gibernau legte Protest ein und Rossi wurde auf den letzten Startplatz versetzt, später stürzte er im Rennen. Salz streute Gibernau noch zusätzlich in die Wunde, indem er das Rennen gewann.

Selbst heute in Jerez sagte Rossi noch, dass Gibernau damals ein „schmutziges Spiel“ gespielt habe.

Rossi und Gibernau haben sich heute wieder zusammengefunden. Ohne Blut, Schweiß und Tränen auf der Piste, sondern Abseits davon, sind sie wieder befreundet.

Das Verhältnis Rossi - Stoner hat sich seit Laguna Seca 2008 nie mehr verbessert. Der Australier hatte Trainings und Qualifyings dominiert und keiner hätte darauf gewettet, dass er von Rossi würde geschlagen werden können. Aber der Italiener setzte sich vor Stoner, störte dessen Rhythmus mehrfach und ging in der Corkscrew neben der Strecke an ihm vorbei - Márquez kopierte dieses Manöver fünf Jahre später. Stoner stürzte damals und sagte, dass Rossi die Grenzen der Fairness überschritten habe und dass er allen Respekt für den Italiener verloren habe.

Als Rossi Stoner 2011 in Jerez abschoss, ging es in die nächste Runde. Rossi wollte sich nach dem Rennen entschuldigen, doch der Repsol Honda Pilot Stoner kommentierte mit der Frage „Hat dein Ehrgeiz dein Talent geschlagen?“.

Bisher war die Konkurrenz zwischen Rossi und Márquez eine gutwillige.

Márquez war sogar schon auf der VR46 Trainingsranch in Tavullia und die beiden betonen immer wieder ihren grundlegenden Respekt für den jeweils anderen. Das hat sich auch nach Argentinien nicht geändert.

Sollte es am Sonntag aber zum Beispiel in der letzten Kurve von Jerez wieder zu Kontakt kommen, könnte das alles ganz anders aussehen.

Heute haben beide in der Pressekonferenz noch gelacht, als es um die Taktik und Strategie für die letzte Kurve ging.

Beide haben in der letzten Kurve von Jerez schon Fights gewonnen. Siehe Gibernau, siehe Lorenzo.

Was wir jetzt schon mit Sicherheit sagen können: Sollte es am Sonntagnachmittag in der letzten Kurve auf Rossi gegen Márquez hinaus laufen, wird sicher kein Millimeter geschenkt sein.

Tags:
MotoGP, 2015, GRAN PREMIO bwin DE ESPAÑA, Valentino Rossi, Marc Marquez, Repsol Honda Team, Movistar Yamaha MotoGP

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