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Wenn es schwierig wird...

Wenn es schwierig wird...

... mach bloß keinen Fehler! Le Mans war schwer für Marc Márquez, aber man kann sich sicher sein: Honda wird sich nicht zurücklehnen.

19 Jahre lang schon berichtet Matthew Birth für die Motorcycle News aus dem Fahrerlager der MotoGP™. 2015 verstärkt er das motogp.com Team und bringt exklusive Einblicke hinter die Kulissen und gibt seine hoch geschätzte Meinung zum Besten.

Letztes Wochenende hat Marc Marquez beim Frankreich-Lauf der MotoGP die größte Niederlage seiner Karriere in der Königsklasse hinnehmen müssen.

Bei seinen 40 MotoGP-Rennen zuvor ist er, wenn er nicht gestürzt ist, nie so weit hinter dem Sieger ins Ziel gekommen.

Jorge Lorenzo kam fast 20 Sekunden vor Márquez ins Ziel, letzterer hat dieses Jahr erst einmal gewonnen und stand drei Mal nicht auf dem Podest. Wer hätte sich dies vor dem Saisonauftakt von Katar ausmalen können?

Vergleicht man seinen Saisonstart 2015 mit dem vom letzten Jahr, als er alle Rekorde brach, stehen Márquez und Honda ihrer ersten Krise gegenüber.

Nach fünf Rennen war Márquez im letzten Jahr in Qualifyings und Rennen ungeschlagen, er hatte 82 Führungsrunden auf dem Konto. Dieses Jahr hat sich das mehr als halbiert: er hat gerade einmal 40 Runden geführt.

Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, hat er 56 Punkte weniger auf dem Konto. Er lag seit 2011 in der Moto2, als Stefan Bradl Weltmeister wurde, nie mehr so weit hinter der WM-Führung zurück, wie jetzt.

Als Márquez letztes Jahr nach Mugello kam, hatte er 44 Punkte Vorsprung auf Rossi und deren 80 auf Lorenzo. Dieses Mal liegt Rossi 33 Punkte vor ihm, Lorenzo 18.

Die Hersteller-Wertung sieht aus, wie von einem anderen Planeten: Nach Frankreich liegt Honda hinter Ducati auf Rang drei.

Es wäre aber dumm, wenn man beide in dieser frühen Saisonphase abschreiben würde. Erst vor zwei Rennen noch steckte Lorenzo tief in Schwierigkeiten.

Wie der sich aus seinem Loch herausgearbeitet hat, war die größte Leistung seit seiner Rookie-Saison 2008, in Jerez und Le Mans gewann er haushoch.

Man darf keine Fehler machen, Le Mans kam für Márquez unerwartet.

Honda wurde am Renntag durch die heißeren Asphalttemperaturen kalt getroffen. Die Strecke war in einem gänzlich anderen Zustand, als im Training oder Qualifying, trotzdem konnte Rossi einen neuen Rundenrekord aufstellen und Lorenzo unterbot den Renn-Rekord der MotoGP auf dem Bugatti Circuit um 19 Sekunden.

Yamaha hat es also nicht so schwer getroffen, wie Honda. Woran es allerdings keine Zweifel gibt ist, dass Yamaha in der technischen Wettrüstung der MotoGP die Oberhand gewonnen hat.

Die Honda war schon immer ein sehr gutes MotoGP Motorrad, gerade, was die Bremsstabilität und den Kurveneingang angeht. Das kam den Stärken des aggressiven Spätbremsers Márquez entgegen.

Márquez hat seine Maschine mit Start seiner Repsol Honda Karriere als den Platzhirsch präsentiert. Dani Pedrosa ist sicher keine Niete, doch 2013 und 2014 gewann Márquez 15 Rennen mehr als sein Teamkollege.

Als dann Cal Crutchlow und Scott Redding erstmals die RC213V fuhren, war deren erster Eindruck, dass das Motorrad schwierig und anstrengend zu fahren ist.

Die Honda ist unglaublich schnell auf eine Runde. Keiner kann das so unter Beweis stellen, wie Márquez - hat er ja diese Saison auch schon drei Pole Positions herausgefahren.

Über die Renndistanz aber ist die Honda ein dich geistig und körperlich aussaugendes Biest, welches man kaum für rund 45 Minuten am absoluten Limit beherrschen kann.

Die Yamaha ist einfach ein Motorrad, welches einfacher zu fahren ist. Das neue, komplett stufenlose Getriebe, welches seit Sepang 2 eingesetzt wird, war ein großer Schritt, mit dem Rossi und Lorenzo einige Meter später bremsen können. Und die YZR-M1 liegt jetzt am Kurveneingang viel ruhiger.

Hinzu kommen weitere Umstellungen in der Geometrie und beim Mapping der Traktionskontrolle, sodass die YZR-M1 die Reifen nicht mehr so aggressiv abnutzt. In den letzten fünf Runden war Honda, gerade in der letzten Saison, in Punkto Grip immer etwas besser unterwegs, sodass Márquez in den Schlussphasen die Entscheidung herbeiführen konnte.

Man kann sich aber sicher sein, dass Honda und Márquez aus den letzten Schwierigkeiten keine allzu großen Kopfschmerzen haben werden. Just in diesem Augenblicke werden in Japan vermutlich zwei, drei neue Rahmen entwickelt.

Márquez kämpft nicht nur gegen Rossi und Lorenzo. Er kämpft mit seinem eigenen Motorrad.

In den letzten zwölf Rennen, in denen Rossi, Lorenzo und Márquez jeweils vier Mal gewannen, hat Rossi 56 Punkte mehr als Márquez geholt.

Wenn es hart auf hart kommt, wird es eben hart.

Wir dürfen gespannt sein und ein wahres Feuerwerk erwarten.

Tags:
MotoGP, 2015, MONSTER ENERGY GRAND PRIX DE FRANCE, RAC, Marc Marquez, Repsol Honda Team

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