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Valentino Rossis Liebesbeziehung mit Mugello

Valentino Rossis Liebesbeziehung mit Mugello

Mugello hat Valentino Rossi einige der schönsten Momente seiner Karriere beschert, aber dort erlebte er auch die dunkle Seite des Racings...

19 Jahre lang schon berichtet Matthew Birt für die Motorcycle News von der MotoGP™, kennt die Weltmeisterschaft in- und auswendig. 2015 ist er Teil des motogp.com Teams, um exklusive News im Fahrerlager einzusammeln und seine Meinung dazu zu schildern.

Wenn man bedenkt, dass Valentino Rossi und Mugello immer eine Romanze miteinander hatten, ist es fast unglaublich, dass hier der letzte seiner sieben MotoGP-Siege in Folge schon sieben Jahre zurück liegt.

Trotz seiner unvergleichlichen Erfolge war die gleichermaßen Spektakuläre Rennstrecke in der Toskana dem Movistar Yamaha Fahrer nicht immer hold, es gab Höhen und Tiefen.

Mugello war sicher der Schauplatz einiger seiner schönsten Momente in seiner Karriere, aber Rossi erlebte hier auch das dunkle Kapitel des Rennsportes.

Seinen ersten Mugello-Sieg feierte er 1997 auf der 125er. Dieser blieb vor allem so gut in Erinnerung, weil sein italienischer Erzfeind Max Biaggi boshafte Hetzen abließ.

Rossi feierte seinen Sieg mit einer Aufblasbaren Puppe, die den Namen des Deutschen Top-Modells Claudia Schiffer trug – ein direkter Schlag gegen Biaggi und dessen Verbindung mit Supermodell Naomi Campbell.

Seinen einzigen 250ccm-Sieg von Mugello feierte er 1999 mit der „Peace and Love“ Lackierung seiner Aprilia.

Rossis Popularität wuchs bereits unaufhaltsam und zu der Zeit stürmten Tausende leidenschaftliche Fans die Piste. Beim Versuch, den auf die Strecke strömenden Menschenmassen zu entkommen, krachte Rossi auf der Auslaufrunde mit seiner Aprilia in den Kameramann Gigi Soldano.

Rossi sollte sein erstes richtig bitteres Mugello-Erlebnis in seiner Rookie-Saison in der Königsklasse im Jahre 2000 erleben. Er wollte der erste Italiener werden, der in Mugello einen 500er-Lauf gewinnt, Rossi kämpfte mit Loris Capirossi und Biaggi, stürzte aber in der Schlussphase in Führung liegend.

Ein Jahr später fuhr er eine Honda NSR500 in Hawaii-Farben, stürzte aber bei monsunartigem Regen erneut.

Nach diesen Vorkommnissen setzte der aber-gläubige Rossi in Mugello nie wieder eine Sonderlackierung ein, dafür dann eben immer besondere Helm-Designs.

Der Grundstein der Helm-Designs liegt bis 2002 zurück und die mittlerweile auch traditionelle Enthüllung dieses am Samstagmorgen ist ein Moment, auf den jeder in der Saison sehnsüchtig wartet.

Das erste Design, welches er einsetzte, war das seines Vaters Graziano aus dem Jahre 1979 – dem Geburtsjahr von Rossi.

Der Beginn der Sonder-Designs von Rossis Helm ist auch der Beginn seiner unglaublichen Mugello-Dominanz: 2002 holte er den ersten seiner sieben Siege in Folge auf dieser Piste.

Der Sieg von 2002 führte nach dem Rennen zu einer weiteren spektakulären Feier-Einheit.

Rossi dominierte auf der starken, neuen Honda V5 Maschine und er musste sich vieler Seitenhiebe erwehren, dass sein Erfolg nur am Top-Speed der RC211V liegen würde.

Mugello hat eine der längsten Geraden im gesamten Kalender. Nachdem er nun einmal mehr gegen Biaggi gewonnen hatte, stoppten ihn die Fans auf der Auslaufrunde als Polizisten verkleidet und stellten ihm einen Bußschein für zu schnelles Fahren aus.

Rossis spektakulären Mugello-Einheiten wurden aber nicht nur auf der Strecke gefeiert. Man kann ihm niemals mangelnden Humor oder Einfallsreichtum vorwerfen.

2008 präsentierte er in Mugello eine seiner Kreationen, die schließlich am bekanntesten werden sollte.

Auf seinen AGV Helm ließ er sein eigenes Gesicht aufsprayen – mit einer geschockten Miene.

Diese Idee kam natürlich vom legendären Designer Aldo Drudi: Er hatte Rossi gefragt, wie er unter dem Helm aussieht, wenn er nach der langen Gerade bremst.

Er gewann an diesem Tag. Aber seither gab es für ihn in Mugello eher Jammertage.

2010 hatte Rossi am Eingang der Biondetti-Kurve einen massiven Highsider. Im Training vom Samstagvormittag brach er sich das rechte Schienbein kompliziert und mehrfach.

2011 und 2012 war er mit der schlecht handlebaren Ducati Desmosedici hier nicht über die Top Sechs hinaus gekommen, doch als er 2013 zu Yamaha zurückkehrte, gab es auch die Hoffnungen auf ein siegreiches Comeback von Mr. Mugello.

Rossis Rennen dauerte aber nur knappe 30 Sekunden, als er in der ersten Runde mit Alvaro Bautista kollidierte und zu Boden musste.

Dieses Wochenende kommt Rossi zu seinem gefühlten Heimrennen und hat unzweifelhaft die besten Chancen, die Fan-Scharen und –Partisanen glücklich zu machen: Es würde sein zehnter Sieg auf der geliebten Piste von Mugello werden.

Der 36-Jährige hat derzeit einen Run von neun Podesten in Folge, darunter drei Siege.

Erstmals seit 2008 kommt er als Führender der Weltmeisterschaft nach Mugello.

Rossi und zehntausende Fans hoffen, dass sein Glück dieses Wochenende mehr Höhen als Tiefen bringt.

Tags:
MotoGP, 2015, GRAN PREMIO D'ITALIA TIM, Valentino Rossi, Movistar Yamaha MotoGP

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