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#RossiVsMarquez: Der Sturm nach dem Sturm

#RossiVsMarquez: Der Sturm nach dem Sturm

Márquez hat als Teenager Rossi verehrt und sie schienen sich gut zu verstehen. Ist das jetzt alles vorbei?

19 Jahre lang schon berichtet Matthew Birt für die Motorcycle News von der MotoGP™, kennt die Weltmeisterschaft in- und auswendig. 2015 ist er Teil des motogp.com Teams, um exklusive News im Fahrerlager einzusammeln und seine Meinung dazu zu schildern.

Der Zusammenprall von Valentino Rossi und Marc Márquez in Assen könnte zu einem der wichtigsten Schlüsselpunkte der MotoGP™ Weltmeisterschaft 2015 werden.

Der Vorfall könnte sogar das gesamte Verhältnis der Beiden kippen.

Auch wenn es beide abstreiten: Die Beziehung zwischen Márquez und Rossi steht vor einer Zerreißprobe, gerade, wenn die Fights weiterhin so kompromisslos wie in Assen geführt werden.

Ein MotoGP-Fahrer, der nicht genannt werden möchte, kam am Sonntagmorgen zum Frühstück und hatte keine Zweifel: „Nun, das ist das Ende dieser schönen Freundschaft“, sagte er.

Einen ersten Knacks hatte die Beziehung der beiden bereits in Argentinien erhalten, als sie miteinander kollidiert waren. Auf der Pressekonferenz nach dem Assen-Lauf war aus einem Riss scheinbar schon eine Kluft geworden.

Anspannung pur, nahezu unheimlich war sie, die Pressekonferenz. Eine frostige Stimmung machte sich breit, die nur hin und wieder durch die Einwürfe des Drittplatzierten, Jorge Lorenzo, aufgelockert werden konnte. Und der weiß nur zu gut was passieren kann, wenn man die Säbel mit Rossi kreuzt.

Bisher schien es immer, dass Rossi und Márquez eine besondere Verbindung haben.

Márquez wuchs auf und hatte Rossi als seinen Helden gefeiert, sein Kinderzimmer war ein wahrer Schrein auf den Italiener. Als er dann die 125ccm- und Moto2-Klassen im Sturm eroberte, schien er der neue, natürliche Nachfolger Rossis zu sein, der neue Poster-Boy der MotoGP.

Rossi unterstützte dies noch, sprach immer wieder davon, wie sehr ihn der Speed Márquez’ beeindrucke, sein brutaler Kampfeswille und der scharfe Geist des Spaniers.

Selbst als Márquez in die MotoGP kam und sie gegeneinander antraten, wuchs der Respekt der beiden füreinander noch weiter.

Auf der gleichen Strecke miteinander fahrend, konnte Rossi das Talent von Márquez aus erster Reihe beobachten. Márquez hingegen zeigte sich von der Motivation Rossis begeistert, seiner Entschlossenheit und dem Speed, mit dem er zwei Jahrzehnte auf dem allerhöchsten Level fahren konnte.

Das Verhältnis zwischen Rossi und Márquez hat sich 2015 aber drastisch geändert.

Als Márquez 2013 und 2014 Weltmeister wurde, war Rossi niemals wirklich eine ernstzunehmende Bedrohung für den Spanier.

Márquez behielt immer die Oberhand über Rossi und die beiden Siege des Italieners im letzten Jahr – in Misano und auf Phillip Island – holte er, wenn Márquez stürzte.

2015 liegen sie aber Kopf an Kopf. Rossi hat Márquez in Argentinien und Assen brutal geschlagen.

In der Pressekonferenz von Assen war zu erkennen, dass das Verhältnis der beiden wohl nie mehr so wein wird, wie es war. Zumindest nicht, solange es um das gleiche Stückchen Asphalt zwischen den Beiden geht.

Die Lächeln kamen durch zusammengebissene Zähne. Es gab nicht nur eine spitze Bemerkung.

War das der Anfang vom Ende ihrer Freundschaft? Dieses Gefühl hatten nahezu alle, die dabei waren. Natürlich werden sich beide weiterhin respektieren. Aber man muss jemanden, den man respektiert, nicht mögen.

Und mit Rossi legst du dich auf eigene Gefahr an. Jeder, der das in der Vergangenheit versucht hat, ist gescheitert: Fragt Max Biaggi, Sete Gibernau, Marco Melandri, Casey Stoner und Lorenzo.

Rossi liegt derzeit 74 Punkte vor Márquez in der Gesamtwertung.

Er weiß, dass Márquez wegen Assen sauer ist. Er hat den schlafenden Löwen geweckt. Außerdem hat er jetzt wieder eine Honda RC213V, mit der er sich wohler und besser fühlt. Márquez will Revanche.

Natürlich kochten die Emotionen nach dem Rennen von Assen hoch und einige Aussagen von Márquez haben nicht nur Rossi-Fans verärgert, auch neutrale Beobachter.

Für die meisten war er ein schlechter Verlierer. Aber er ist eben ein Fahrer, der den Slogan „Zweiter ist erster Verlierer“ fest im Hirn eingebrannt hat.

Wenn es auf der Strecke ausgefochten wird, dann kann Márquez locker gegen Rossi gewinnen.

Im Kampf abseits der Piste befürchte ich, dass es immer wieder nur einen Sieger geben wird.

Tags:
MotoGP, 2015, MOTUL TT ASSEN, Marc Marquez, Valentino Rossi, Repsol Honda Team, Movistar Yamaha MotoGP

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