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92.122 Mal Danke!

92.122 Mal Danke!

Der Deutschland Grand Prix auf dem Sachsenring war einmal mehr ein Fest auf höchstem Niveau – auch ohne Deutsche Hymne.

92.122 Fans sahen am Sonntag den GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland live am Sachsenring. Aber, traditionell schon, nicht nur der Sonntag ist an der Traditionspiste gut besucht.

Schon am Freitag dachte ich: Das wird auch immer mehr. Mit 41.848 Zuschauern waren bereits am ersten Trainingstag wieder volle Tribünen angesagt. Am Samstag wurden 77.618 Menschen am Sachsenring gezählt – zweithöchste Besucherzahl für diesen Tag seit die MotoGP™ Weltmeisterschaft wieder in Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz fährt. Mehr kamen nur 2005 am Samstag. Es waren dieses Jahr fast exakt siebentausenden Menschen mehr, als im Vorjahr.

Doch die Fans am Sachsenring macht nicht einfach die Masse aus, sondern die Leidenschaft und das Interesse für den Sport. Das erlangt auch bei den Fahrern Hochachtung.

Normalerweise sieht man beim PitWalk am Donnerstag kaum Stars in der Boxengasse. Doch Valentino Rossi ließ es sich nicht nehmen und schrieb Autogramme über Autogramme – und gab auch „moderne Autogramme“ in Form von Selfies. Die Fans waren glücklich.

„Ich habe ein Autogramm von Vale bekommen, ich bin der glücklichste Mensch auf Erden“, sagte mir ein Kumpel, der erstmals in das MotoGP Fahrerlager durfte. Vale zieht die Fans nach wie vor in seinen Bann.

Aber natürlich: Valentino kennt jeder. Gänsehaut-Feeling aber gab es im Qualifying der Moto3™ Klasse. Mit einer Wildcard war Jonas Geitner dabei gewesen und das Nachwuchstalent hätte sich dieses Wochenende garantiert anders vorgestellt. Er hatte bis zum Warmup fünf Stürze weg zu stecken. Das Qualifying – da waren schon vier Crashes absolviert – nutzte er einfach um Kilometer zu sammeln und zu fahren, fahren, fahren.

Als die Stars der Szene an die Box gingen, um für den finalen Run einen neuen Hinterreifen abzuholen, blieb Geitner draußen und sammelte Kilometer. Er war eine Zeit lang einziger auf der Piste: Und die Fans jubelten und feuerten ihn an, wie sonst wahrscheinlich nur Rossi. „Das habe ich leider gar nicht mitbekommen unterm Helm“, sagte Geitner. „Aber ich habe es dann auf einem Handy-Video gesehen, das ist ja brutal-geil! Danke allen da draußen.“

Wie man hörte, sollen dieses Jahr im „Naherholungsgebiet Ankerberg“, wie jemand den Zeltplatz als Location auf Facebook angelegt hat, Feuerwerke verboten worden sein. Doch die Fans, die eh schon immer weiter eingeschränkt werden, haben sich dagegen gewehrt: Ich persönlich glaube, dass noch nie so viel gefeuerwerkt wurde, wie dieses Jahr. Daher hier auch der Apell an die Veranstalter und Betreiber des Ankerbergs: Nicht alles ist vernünftig, sicher, aber für dieses eine Wochenende im Jahr sollte man auch nicht alles und zu viel verbieten. Denn trotz allem geht es am Ankerberg noch gesittet ab. Wer das nicht glaubt, der möge einmal in Assen oder in Le Mans campen. Trotzdem Daumen hoch für den Ankerberg, die Fans „dort oben“ und dass ihr eben nicht alles mit euch machen lasst.

Sportlich gesehen war der Sachsenring aus deutscher Sicht natürlich ein Desaster: Stefan Bradl fällt mit gebrochenem Kahnbein schon vorher aus, in Moto2™ und Moto3™ kommt keiner auch nur annähernd in Podestnähe.

Für die Weltmeisterschaft allerdings war der Deutschland GP vor allem in der MotoGP™ ein gutes Wochenende: Da Marc Márquez seinen sechsten Sachsenring-Sieg in Folge feierte, setzte er ein klares Zeichen, dass der dritte Titel in Folge für ihn noch nicht abgehakt ist. Dani Pedrosa fuhr als Zweiter auf das Podest – was nicht nur den Yamaha-Jungs Punkte weg nahm, sondern auch eine große Erleichterung für ihn selbst war, gerade nach der Tortur Anfang der Saison.

Fans hatten eine Fahne mit gebracht: „Sachsenring is Pedrosa Land“. Ganz hat das nicht geklappt, aber dennoch durften die Dani26 Fans stolz sein.

Tja, und na klar, Valentino. Dritter. Die Fans versuchten ihn, weiter vor zu pushen, aber mehr war auf der Honda-Strecke in Sachsen nicht drin. Rossi zeigte sich dennoch zufrieden, denn er blieb vor Teamkollege Jorge Lorenzo und baute seinen Vorsprung in der WM wieder auf 13 Punkte aus. Selten hat er sich über einen dritten Rang so glücklich gezeigt, wie am Sachsenring.

Zum Abschluss sei noch die vielen, vielen Helfern gedankt, die größtenteils ehrenamtlich zur Durchführung des Events beigetragen haben. Streckenposten, Ärzte, Ordner, Ticket-Ausgeber, Media-Center, Gerüstbauer, Feuerwehr, Tribünenbauer, Caterer, Streckensprecher, Offizielle – und alle, die hier unabsichtlich vergessen worden sind. Den insgesamt knapp 3.000 Leuten, die am vergangenen Wochenende im Einsatz waren.

Tags:
MotoGP, 2015, GoPro MOTORRAD GRAND PRIX DEUTSCHLAND, RAC, Valentino Rossi, Jonas Geitner, Marc Marquez, Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa

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