Ticket-Kauf
VideoPass-Kauf

Jarvis: „Wir müssen weiter Rennen gewinnen“

Jarvis: „Wir müssen weiter Rennen gewinnen“

Yamaha Rennsport-Chef Lin Jarvis hat sich mit motogp.com im Interview über das Glück der aktuellen Saison und Rossi unterhalten.

Yamaha Factory Racing Managing Director Lin Jarvis hat sich mit motogp.com über die Saison 2015, seine beiden Fahrer Valentino Rossi und Jorge Lorenzo, sowie den WM-Kampf unterhalten.

Lin, ihr befindet euch in einer Situation, die nicht besser sein könnte. Eure beiden Fahrer liegen punktgleich an der Spitze der MotoGP™ Weltmeisterschaft...
„Ja, da können wir uns glücklich schätzen, zu diesem Zeitpunkt in der Saison in dieser Position zu ein. Ich – beziehungsweise wir alle – sind sehr glücklich, dass wir in dieser Situation sein. Möge das lange so sein!“

Was war bei euch der Knackpunkt, der das Ruder herumgerissen hat?
„Nun, ich glaube, dass wir jetzt die Früchte von der Arbeit ernten, die in der ersten Hälfte der letztjährigen Saison begonnen hat, als Honda so dominiert hat. Der Rennsport ist meist sehr zyklisch, denn wenn du geschlagen wirst, musst du dich mehr anstrengen und Lösungen finden und extrem gut arbeiten, um wieder an die Spitze zu kommen. Ich glaube, als wir letzte Saison geschlagen worden, die zehn Siege von Márquez waren ziemlich brutal, und genau da haben wir angefangen, hart am Motorrad zu arbeiten. Die Fortschritte waren dann schon in der zweiten Hälfte der letztjährigen Saison spürbar, als wir mit Lorenzo und Rossi mehr Punkte als die HRC geholt haben. Ich denke, dass wir uns auch glücklich schätzen können, dass wir das Motorrad im Winter weiter verbessern konnten, wir hatten gute Tests und auch unsere Fahrer sind körperlich und geistig top in Form geblieben. Nachdem wir letztes Jahr so klar und deutlich geschlagen worden sind, haben wir gemerkt, dass wir das Motorrad in seinen schwachen Bereichen deutlich verbessern müssen. Gerade beim Bremsen, mechanischen Grip, am Kurveneingang und beim Beschleunigen. Wir kannten die Bereiche, an denen wir arbeiten mussten und unsere Ingenieure haben in der zweiten Saisonhälfte und gerade im Winter einen sehr guten Job gemacht. Die Fahrer haben auf ihrer Seite ihre Arbeit gemacht und sie kamen zum Saisonbeginn gut in Form an, sehr fit, sehr hungrig, sehr schlank und sehr konkurrenzfähig und ich denke, dass dies die zwei Hauptpunkte sind, dass wir in dieser Situation sind. Natürlich hat unser Mitbewerber auch einige Probleme gehabt. Marc hatte gerade in der ersten Saisonhälfte Probleme mit dem Motorrad und auch Dani hatte seine Armpump-Verletzung, die möglicherweise auf die Natur des Motorrades zurückzuführen ist. Da gibt es eine Handvoll Komponenten, du brauchst körperlich richtig viel Kraft, um die Honda zu fahren, was möglicherweise die Probleme auf den Plan gerufen hat. Mit diesen Schwierigkeiten und Problemen musste Marc die Maschine überfahren, um den Rückstand weg zu machen und er hat drei sehr große Fehler gemacht, als er drei Mal gestürzt ist. Das war für uns der Part mit dem Glück. Teilweise ist es harte Arbeit, auf Probleme als Ingenieur und Fahrer zu reagieren. Die andere Seite ist das Glück, dass Honda im Winter bei den Tests einige Fehler gemacht hat und dass sie ein Motorrad entwickelt haben, was für einige ihrer Fahrer etwas zu viel war.“

Die neue M1 scheint die Stärken eurer Fahrer zu unterstützen, Lorenzo scheint von Zeit zu Zeit schier unschlagbar...
„Ich denke es war schon immer die Philosophie von Yamaha, besonders bei unseren Renn- und Serienmotorrädern, dass Mensch und Maschine harmonieren, das ist für uns alles. Am ende kannst du ein Motorrad bauen, welches ultimativ super viel Power hat, mit Highend-Technologien, aber wenn der Fahrer nicht das Gefühl entwickeln kann und das Motorrad kein Feedback an seinen Piloten gibt und nicht zu managen ist, nicht einfach zu fahren, dann kann der Pilot nicht auf dem maximal möglichen Level fahren. Da war Valentino in den letzten Jahren sehr sensibel, wenn wir mit ihm gearbeitet haben. Wir haben ein Motorrad mit einer guten, soliden Basis entwickelt, auf dem er sich wohl gefühlt hat. Das hat auch Jorge geholfen, wie wir gesehen haben und mehr als gut wissen. Wenn er in dieser Zone ist, wenn er sich mit dem Motorrad komplett eins fühlt, dann ist er sehr, sehr oft nahezu perfekt und fast unschlagbar. Wir haben das dieses Jahr in den fünf Rennen gesehen, als er Start-Ziel-Siege herausgefahren ist. In den fünf Rennen, die er dieses Jahr gewonnen hat, hat er jede einzelne Runde auf der Ziellinie geführt. In manchen Rennen ist das vielleicht nicht gerade spannend und ein Spektakel, aber für Kenner des Motorradrennsportes ist es ganz besonders, ihn in Aktion zu sehen. Nun, hier stehen wir also, sieben Rennen noch, beide Fahrer punktgleich und acht Rennsiege für Yamaha. Ziel ist es jetzt, das weiter zu machen, was wir machen, aber wir machen nicht den Fehler und denken, dass Marc Márquez aus dem Spiel ist. Es gibt noch viele Punkte zu holen, wenn Marc bei den letzten Rennen immer neun Punkte auf den Spitzenreiter gut macht, ist das genug. Darum müssen wir weiter Rennen gewinnen, da habe ich aber keine Bedenken. Wir haben ein paar Strecken vor uns, die unseren Maschinen und Fahrern entgegenkommen. Darum bin ich ziemlich zuversichtlich, du musst aber auch immer vorsichtig sein, denn im Motorsport kann alles passieren.“

Kann es passieren, dass die Meisterschaft erst in Valencia entschieden wird?
„Ja, ich glaube, dass das definitiv passieren könnte, wenn wir uns anschauen, wie die Führung hin und her gewechselt ist, Vale hatte einen Vorsprung, Jorge hat aufgeholt, Vale wieder ausgebaut und jetzt hat Jorge eingeholt. In den letzten sechs oder sieben Rennen konnte niemand abhauen oder sich einen Vorsprung erarbeiten. Wenn wir jetzt auf die nächsten sechs oder sieben Rennen blicken, könnte die Situation in Valencia noch ähnlich aussehen. Ich persönlich hoffe natürlich, dass es nicht darauf hinausläuft, ich weiß, die Zuschauer würden sich freuen, aber ich persönlich hätte gern ein Rennen vor Valencia alles im Sack. Aber ich glaube auch, dass es fast unmöglich wird, dass die Meisterschaft vor Malaysia entschieden ist.“

Ist der aktuelle Valentino Rossi der hungrigste, den du je gesehen hast? Auf der Jagd nach seinem zehnten Titel?
„Ja, das würde ich sagen. Sein Comeback nach fünf Jahren, in denen er immer geschlagen wurde, mit dem letzten WM-Titel im Jahr 2009, ist unglaublich. Die Meisterschaft bis zum letzten Rennen anzuführen ist für jemanden im Alter von 36 Jahren gegen diese jungen Fahrer echt phänomenal, gerade nach den vielen schwierigen Jahren. Diese Saison fährt er unbestritten gut, hat elf Podeste und dazu noch die vier aus dem letzten Teil der letztjährigen Saison, er ist einfach unglaublich konstant. Seine Motivation ist immens, seine Aufmerksamkeit bei Details ist noch genau so und für mich persönlich fährt er so gut wie eh und je. Wie er sich über die Jahre vom Stil her anpassen konnte, ist unglaublich, da gibt es nur wenige Fahrer, Racer, Piloten, Skifahrer oder andere Sportler, die sich so signifikant umstellen können und sich einen neuen Style anpassen, zu neuen Anforderungen um späteren Teil ihrer Karriere. Ich glaube, dass das das Phänomenale an ihm ist und dass es seine Leidenschaft zeigt.“

Wir wird der British GP laufen?
„Du hoffst immer auf ein 1-2! Ich glaube, dass wir wieder ein Doppelpodest erreichen können und dass einer unserer Fahrer da das Rennen gewinnen kann. Ich würde sagen, dass die Strecke eher Jorge als Valentino liegt, wir wissen, wie stark er in den letzten Jahren dort unterwegs war und denken an die tollen Fights mit Marc. Ich denke aber auch, dass Marc stark sein wird. Wenn Jorge seine Leistungen aus Brünn wiederholen kann, kann er das Rennen gewinnen. Doppelpodest, ganz klar, ich bete nur, dass es nicht regnet!“

Tags:
MotoGP, 2015, Movistar Yamaha MotoGP

Weitere Updates, an denen du interessiert sein könntest ›

motogp.com
HITTING THE APEX - Trailer

vor 1 Jahr

HITTING THE APEX - Trailer

motogp.com
#BritishGP: Tiebreak

vor 1 Jahr

#BritishGP: Tiebreak

motogp.com
Öttl: Nach Sturz noch Punkt

vor 1 Jahr

Öttl: Nach Sturz noch Punkt