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Rossi: „Márquez will, dass Lorenzo gewinnt“

Rossi: „Márquez will, dass Lorenzo gewinnt“

Nach der Pressekonferenz zum Malaysia GP hat sich Valentino Rossi noch einmal ausführlich mit italienischen Journalisten unterhalten.

In der Pressekonferenz zum Shell Malaysia Motorcycle Grand Prix hatte Movistar Yamaha MotoGP Pilot Valentino Rossi schon einige Andeutungen gemacht, dass er glaubt, dass Marc Márquez (Repsol Honda) seinem Teamkollegen und WM-Kontrahenten Jorge Lorenzo helfen will. Dieses Thema griff Rossi auch vor den italienischen Journalisten noch einmal auf:

Glaubst du, dass Márquez Lorenzo auf Phillip Island geholfen hat?
„Ich glaube tatsächliche, dass Márquez nicht mit uns beiden gespielt hat: Er hat nur mit mir gespielt! Es ist wichtig, dass er weiß, dass ich das weiß! Jetzt müssen wir sehen, was passiert, aber ich mache mir ziemliche Sorgen, denn mit Lorenzo kämpfen zu müssen, ist die eine Sache, aber wenn du auch noch Márquez schlagen musst, dann wird alles noch schwieriger, um ehrlich zu sein. Es ist einfach so, dass er nicht fair spielt und das sollte ein professioneller Fahrer in so einer Situation eigentlich machen. Gerade weil Márquez bei den letzten beiden Rennen hätte extrem stark sein können.“

„Für mich war das eine große Enttäuschung, ich war traurig, das rührt schon ein paar Rennen zurück, das weiß ich, aber ich hatte nicht erwartet, dass er es so offensichtlich macht. Ich fühle Enttäuschung, Bedauern und Sorge, denn er wird das sicher hier genau so probieren, wie in Valencia.“

Warum hat er dann aber auch Lorenzo überholt?
„Im Rennen habe ich das gemerkt, aber nicht verstanden. Márquez war einen Schritt vor allen anderen, aber anstatt mit Lorenzo zu kämpfen, blieb er im Kampf mit mir, Iannone und den Anderen. Er wusste, dass ich auf der Geraden auf die Ducati verliere. Jedes Mal, wenn ich an ihm vorbei ging, kam er wieder zurück an mir vorbei, mega-aggressiv, aber so ist das nun mal. Dann hat er langsamer gemacht, um eine Lücke zu Jorge aufzubauen. Sein Pech war, dass Jorge am Sonntag nicht stark war, denn sonst wäre es das schon gewesen gewesen. Stattdessen hat er Jorge immer im Auge gehabt und gewusst, dass er ihn in drei Runden einholen kann. Daher hat er dann versucht, mich und Iannone einzubremsen, vielleicht um noch mehr Fahrer zwischen mich und Lorenzo zu bringen. Am Ende hat er genau das gemacht. Das ist natürlich ziemlich beunruhigend, aber es macht mir auch keine zu großen Sorgen.“

Warum glaubst du hat er das gemacht?
„Weil er lieber möchte, dass Lorenzo gewinnt. Er ist aus persönlichen Gründen sauer auf mich. Auch wenn er das nie gesagt hat denkt er, dass ich seinen Sturz von Argentinien verursacht habe und dann denkt er da noch an die letzte Schikane von Assen. In seinem Kopf denkt er noch immer, dass er dieses Rennen hätte gewinnen müssen. Seither ist er sauer und denkt wie ein Kind: Wenn ich nicht gewinnen kann, gewinnst du auch nicht. Für ihn ist daher das geringere Übel, wenn Lorenzo gewinnt.“

Motiviert dich das eher oder macht dich das sauer?
„Mal sehen. Denn wenn er schneller ist, aber alle einbremst, damit der Kampf mit denen von weiter hinten stattfindet, dann wird es sehr schwierig. Denn er hat nichts zu verlieren, aber ich. Ich muss wachsam sein. Mir tut es leid und ich bin ziemlich sauer. Ich hatte nicht erwartet, dass Márquez in dieser Meisterschaft das Hindernis sein würde, ich dachte, dass ich einzig und allein gegen Jorge kämpfe, so, wie es sein sollte.“

Da er dich als Idol gesehen hat: Hast du dran geglaubt, dass das passieren würde?
„Obacht! Hier müssen wir etwas klar stellen: Hat er mich wirklich als Idol gesehen? Hat er wirklich ein Poster von mir im Zimmer gehabt? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich würde gern in der Zeit zurück reisen und das sehen. Es ist auch eine Frage des Charakters, er kämpft ja auch mit mir: Ich will so viele Weltmeisterschaften gewinnen, wie ich kann. Wenn ich noch einen Titel gewinne, dann weiß er, dass er noch einen mehr holen muss, um mich zu überholen. Wenn stattdessen Jorge gewinnt, dann Jorge, dann haben sie aber mehr oder weniger das gleiche Level.“

War es mit Biaggi besser? Der hat ja wenigsten klar gesagt, was er dachte?
„Ja stimmt, da habt ihr recht. Auf lange Zeit gesehen, hat mir sein Verhalten besser gefallen. Wir konnten uns absolut nicht ausstehen, aber wenigstens war es klar und ehrlich. Aber ich habe seine Telefonnummer nicht.“

Hat das alles in Laguna Seca angefangen?
„Es gab da sehr viele Situationen. In Laguna Seca wollte er genau das machen, was ich fünf Jahre zuvor mit Stoner gemacht hatte, auch wenn er drei Kurven später ganz locker vorbei gekommen wäre. Das war das erste Signal. Und das hat er gesagt, aber ich wollte es nicht glauben. Um böses zu denken, das braucht eine Weile.“

Könnte man dann jetzt hier in Malaysia von „Sandokan gegen Yanez“ sprechen?
„Das kann ich nicht wissen. Ich würde nicht denken, dass es diesen Spalt zwischen mir und Lorenzo gibt. Ich glaube, dass wir beide tapfer sind, jeder auf seine Art, und auch ein wenig gerissen.“

Tags:
MotoGP, 2015, SHELL MALAYSIA MOTORCYCLE GRAND PRIX, Marc Marquez, Valentino Rossi, Repsol Honda Team, Movistar Yamaha MotoGP

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