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Interview Shuhei Nakamoto (HRC)

Interview Shuhei Nakamoto (HRC)

Shuhei Nakamoto, HRC Executive Vice President, teilt seine Meinung zu den letzten Rennen und blickt auf das Finale von Valencia.

Die Honda Racing Corporation hat sich mit ihrem Executive Vice President Shuhei Nakamoto unterhalten und sich die Fakten zum Vorfall von Sepang angeschaut. Damit sollen Vermutungen und Spekulationen beendet und der Blick auf das Finale von Valencia gerichtet werden.

„Zu allererst möchten wir klarstellen, dass es, wie wir glauben, sehr wichtig ist, über die Fakten und nicht über Mutmaßungen zu sprechen. Ein Fakt ist ein Fakt und der lässt nur eine Interpretation zu. Mutmaßungen und Spekulationen können auf verschiedenste Weisen ausgelegt werden, abhängig davon, auf welcher Seite man steht. Zum Wohle unseres Sportes möchten wir, dass alle nur die aufgetauchten Fakten in Betracht ziehen und diese sind ganz klar die Folgenden:

  • Marc Márquez hat den Australien GP gewonnen, Jorge Lorenzo auf der letzten Runde überholt und ihm damit fünf Punkte in der Weltmeisterschaft weggenommen.
  • Auf der Pre-Event Pressekonferenz vom Donnerstag vor dem Malaysia GP hat Valentino Rossi Marc beschuldigt, er sei auf Phillip Island gegen ihn gefahren, um Jorge Lorenzo zu helfen.
  • Beim Malaysia GP hat Rossi vorsätzlich Marc von der Ideallinie verdrängt, was in einem Sturz resultierte. Die Rennleitung hat ihm für dieses Handeln eine Strafe gegeben, die von der FIM betätigt wurde.

Um genau zu sein sind diese besagten Themen die einzigen Fakten, die wir in Betracht ziehen und kommentieren können, alle weiteren Diskussionen würden sich auf Mutmaßungen und Spekulationen gründen. Über Mutmaßungen zu sprechen, würde die schlechte Stimmung, mit der wir zur Zeit leben, nur noch weiter verschlechtern, aber das würde auch nicht die Realität und das was passiert ist, ändern.“

Welche Meinung hast zu nach dem Malaysia GP zur derzeitigen Situation?
„Wir als HRC bedauern sehr, dass diese Situation entstanden ist. Zu allererst möchten wir unterstreichen, dass Marc nach dem Rennen auf Phillip Island grundlos etwas vorgeworfen wurde. Der Vorwurf, dass er irgendeinem Fahrer im WM-Kampf helfen wollte, ist ganz klar ohne Grundlage, gerade wenn man bedenkt, dass er alles gab, um das Rennen zu gewinnen und das dann auch geschafft hat. Wenn man sich die Bilder noch einmal ansieht, sieht man ganz klar, dass sich Valentino und Marc nach Fallen der Zielflagge von Australien die Hände geschüttelt haben und sich zeigten, dass es ein toller und fairer Kampf war.“

Glaubst du, dass der Kampf zwischen Marc und Valentino vom Malaysia GP aus den Vorwürfen von Valentino resultiert hat?
„Wir glauben ehrlich gesagt nicht, dass das der Fall ist. Wir wissen, dass Marc die Rennen zu jeder Zeit bei 100 Prozent fährt, das ist ein Grund dafür, dass wir ihn alle mögen und dass er auf der ganzen Welt so viele Fans hat. Marc gibt immer alles, um das bestmögliche Ergebnis zu holen. Er hatte in seiner Karriere mit vielen Fahrern großartige Fights und niemand hat sich darüber beschwert. In Malaysia wussten wir, dass Marc zu Beginn mit dem vollen Tank Probleme haben würde, das ist diese Saison schon ein paar Mal passiert. Auch hat er in Sepang zu Beginn des Rennens einen Fehler gemacht und dabei konnte Jorge an ihm vorbeigehen. Dann kam Valentino und sie haben angefangen, um den dritten Platz zu kämpfen. Die Überholmanöver waren extrem aber sicher, von beiden Fahrern. Zwei der großartigsten Champions aller Zeiten kämpfen zusammen auf der Strecke.“

Ist es möglich, dass Marc Valentino auf diesen Runden aufgehalten hat?
„Die Rundenzeiten, die die Beiden gefahren sind, zeigen ganz klar, dass Marc nicht vor hatte, Valentino aufzuhalten. Hinzu kommt, dass Valentino mit freier Strecke vor sich, nachdem Marc gestürzt war, keine schnelleren Zeiten als im Kampf gegen Marc fahren konnte. Wir glauben, dass beide am Maximum gepusht haben. Beide wollten den dritten Platz und dann versuchen Dani und Jorge einzuholen, aber natürlich ist durch diesen Kampf ein Rückstand zu den vorderen Beiden aufgegangen. Das ist Racing und wenn zwei solche Talente wie Marc und Valentino aufeinander treffen, dann bekommen wir einen so wunderbaren Kampf wie wir ihn gesehen haben.“

Glaubst du, dass Valentino Marcs Motorrad gekickt hat?
„Es ist klar, dass Valentino Marc vorsätzlich nach außen gedrängt hat, was klar gegen die Regeln verstößt. Marc hatte keine Chance und musste weit gehen. Die Datenaufzeichnung von Marcs Motorrad zeigt klar, dass er das Motorrad aufrichtete, um die Berührung mit Valentino zu vermeiden, doch sein Bremshebel vorn erhielt plötzlich einen Schlag und hat das Vorderrad blockiert, das ist der Grund für den Sturz. Wir glauben, dass dieser Druck ein Ergebnis von Rossis Kick war. Die Daten-Aufzeichnung von Marcs Motorrad steht für alle offen, von Dorna über FIM oder Medien – wenn sie eingesehen werden möchten.“

Glaubst du, dass Marc die Wahrheit sagt, wenn er behauptet, dass er Valentino in Sepang nicht aufhalten wollte?
„Ich kenne Marc gut. Er ist ein guter Junge, mit starken und ehrlichen Werten. Marc hat nur versucht, seine Position zu verteidigen und das würde jeder Fahrer machen – wir glauben ihm zu 100 Prozent.“

Welche Position beziehst du zur Reaktion der Rennleitung?
„Wir respektieren die Entscheidung der Rennleitung und wollen uns kein Urteil erlauben, ob die Strafe richtig oder falsch war. Trotzdem glauben wir, dass es genug Beweise gab, damit sie schon während des Rennens eine Entscheidung trafen, es war nicht notwendig, bis zum Schluss zu warten.“

Was hältst du von Valentinos Widerspruch beim CAS (Court of Arbitration for Sport – Internationaler Sportgerichtshof) gegen die Entscheidungen der Rennleitung und der FIM?
„Das ist sein Recht. Wir werden die Entscheidung des CAS respektieren.“

Manche sagen, dass es unfair war, dass Marc mit Valentino gekämpft hat, denn Marc kämpft nicht um die Weltmeisterschaft, Valentino schon...
„Das ist Racing! Es gab weder Kommentare, noch Bedenken, als Dani in Aragón mit Valentino gekämpft hat und ihn besiegte. Und auch auf Phillip Island mit Iannone – niemand hat Andrea vorgeworfen, dass er dem einen oder anderen Fahrer hätte helfen wollen. Es war eine schwierige Saison und in Sepang wollte Marc einfach das für ihn und sein Team bestmögliche Ergebnis holen. Es liegt nicht in seiner Natur, sich mit dem vierten Platz zufrieden zu geben, wenn er die Chance auf Platz drei sieht. Außerdem sollten wir vielleicht einen Blick zurück auf Motegi 2010 werfen, als Valentino nicht mehr im Titelkampf war, aber hart mit seinem Teamkollegen Jorge gekämpft hat. Nach dem Rennen hat sich Jorge beschwert, dass Valentino zu aggressiv gefahren sei und das ohne Grund, denn er war aus dem Titelkampf. Valentino sagte damals: ‚Ich habe Yamaha gefragt, was sie von mir erwarten, soll ich dahinter ankommen? Wenn ich das weiß, dann bleibe ich zu Hause.’ Wir sind mit dieser Einstellung von Valentino einverstanden und werden unsere Fahrer immer unterstützen, um das bestmögliche Ergebnis zu holen.“

Welche Meinung hast du derzeit von Valentino?
„Valentino ist der Größte Champion aller Zeiten in unserem Sport. Wir glauben, dass er dieses Jahr einen ausgezeichneten Job gemacht hat und wenn er Weltmeister wird, hat er das wahrlich verdient, denn er war das ganze Jahr über sehr schnell und konstant. Dass er 36 Jahre alt ist, macht den Respekt nur noch größer, ein wahrer Champion. Im gleichen Atemzug aber verstehen wir seine Anschuldigungen bezüglich des Rennens von Phillip Island und sein Handeln von Sepang nicht. Wir hoffen, dass Valentino dass noch einmal überdenkt und versteht, dass das ein Fehler war.“

Welche Ziele hast du für Valencia?
„Wir immer ist unser Ziel zu gewinnen! Wir hoffen, dass Marc und Dani um den Sieg kämpfen können. Wenn sie Erster und Zweiter werden – die Reihenfolge der Beiden ist uns dabei egal – sind wir mehr als zufrieden. Zunächst weil wir die Saison mit einem vierten Sieg in Folge zu Ende bringen wollen und zweitens weil es – wenn sie beide vor Jorge und Valentino sind – keinen Einfluss auf den Titelkampf haben wird. Und zuletzt hoffen wir, dass alle verstehen, dass Honda-Piloten da sind, um zu gewinnen und für den puren Wettkampf, für nichts Anderes.“

Tags:
MotoGP, 2015

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