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Redding Interview: „Ich bin wieder im Spiel!“

Redding Interview: „Ich bin wieder im Spiel!“

Octo Pramac Yakhnich Pilot Scott Redding sprach exklusiv mit motogp.com über seine schwierige Saison 2015, den Sepang-Test und seine Ziel.

Scott Redding wechselte für 2016 ins Octo Pramac Yakhnich Team, nachdem er die Saison 2015 auf Platz 13 beendete und sich von seinem Estrella Galicia 0,0 Marc VDS Team trennte:

Scott, wie hart war die letzte Saison?

„Letztes Jahr war schwierig für mich, aber nicht nur für mich, sondern auch für das Team. Wir hatten viel mehr erwartet. Ich hatte von mir selbst mit dem Bike mehr erwartet, sie haben mehr von mir erwartet, also war das Jahr insgesamt wirklich schwierig, besonders weil wir scheinbar das tolle Werksbike hatten und keine Ergebnisse herausbekamen. Das hat ein hartes Jahr für mich noch härter gemacht.“

Bist du an den Punkt gekommen, an dem du es mit zu viel Gewalt probiert hast?

„Ja, ich habe alles versucht. Ich habe es zu hart versucht; ich habe sogar versucht gar nichts zu versuchen. Am Ende hat es mich nur ausgelaugt. Ich ging Rennen für Rennen vor und auch in den Trainings und gab in den Rennen alles. Es hat einfach keinen Unterschied gemacht wie hart ich im Training und Qualifying gepusht habe, es war immer die gleiche Geschichte. Nur im Rennen konnte ich einen Unterschied machen, indem ich konstant war und so. Das habe ich getan und das Bike war nach dem Rennen in Le Mans so anders als die Werksmaschinen. Sie haben das Chassis und den Auspuff geändert, das Gas, und solche Dinge, also war es nicht einmal mehr das gleiche Bike. Ich wurde mit Problemen zurückgelassen, während sie Verbesserungen zur Hilfe bekamen als sie schon an der Spitze lagen. Es war hart, das zu sehen.“

Sobald du ins Octo Pramac Yakhnich Team gekommen bist, schienen sich die Dinge schlagartig zu verändern...

„Ja, dass ist etwas, das mit dem Job kommt. Wenn du die Ergebnisse nicht erreichst, ist es schwer motiviert zu bleiben. Du kannst es für eine bestimmte Zeit, aber ein ganzes Jahr lang ist das unmöglich. Dann habe ich den Glauben an mich selbst verloren, ich hatte Probleme und ich dachte nicht, dass es mir gelingen würde. Ich habe mich gefragt, ob ich es als Fahrer war, als ich dann auf die Ducati stieg, fühlte ich mich sofort besser auf dem Motorrad, mein Vertrauen wuchs. Als ich dann in Jerez ziemlich schnell war, bekam ich einen starken Vertrauensschub  und das Gleiche geschah auch in Sepang. Jedes Mal, wenn ich auf das Bike steige, werde ich mental stärker und ich glaube mehr an mich, dass ich es erneut schaffen kann.“

„Letztes Jahr habe ich alles probiert. Wir haben alles mit dem Bike probiert, einige Dinge an mir und die Folge war... es muss am Fahrer liegen! Dann begann es mich am meisten mitzunehmen. Ich dachte nur „Ja, vielleicht bin ich es!“ Es ist bei jedem Sport auf hohem Niveau so; alles hängt am Glauben an dich selbst. Wenn du nicht daran glaubst, dass du es schaffen kannst, wie kann dann jemand anderes glauben, dass es dir gelingt? Das ist schlimm zu verlieren und schwierig zurückzubekommen. Du kannst Jahre damit verbringen, dein Vertrauen wieder aufzubauen und es kann in zwei oder drei Rennen dahin sein, also ist es schwer, mental stark zu bleiben. Seit ich im Pramac Team bin ist alles etwas gleicher und ich habe das Gefühl, dass ich im Spiel zurück bin.“

Beim Sepang-Test bist du Gesamtsiebter geworden, vor einigen Werksfahrern und Casey Stoner. Wie fandest du das?

„Der Test war wirklich gut für uns, wir haben die ganze Zeit zwei weiche Reifen genutzt. Einen am ersten Tag am Morgen, um herauszufinden, ob alles ok ist, also konnte ich das Potential nutzen und fuhr meine schnellste Zeit dann auf einem harten Reifen. Am nächsten Tag ging ich auf einem neuen weichen Reifen raus und fuhr eine weitere schnelle Runde, dann ging ich noch einmal auf einem harten Reifen raus und war noch schneller. Ich wurde immer schneller auf dem harten Reifen, wie viele andere Leute. Wenn du die Lücke auf die Spitze vom ersten bis zum dritten Tag beobachtest, konnte ich sie ein bisschen schließen. Das war schön für mich zu sehen. Letztes Jahr wäre ich in FP1 in den Top-6 gelandet und danach ging es von dort in einer Spirale nach unten. Nun steige ich aufs Bike, kann neue Reifen aufziehen und verbessere mich; Ich kann meine Rundenzeit schlagen und mich sogar auf alten Reifen verbessern. Das war wirklich das Größte für uns, besonders wenn man bedenkt, welchen Motor wir in Sepang hatten, denn der war ziemlich langsam. Ich sagte den Jungs, dass ich nicht härter fahren könne und ob wir die Daten mit denen von Casey vergleichen können. Es zeigte sich, dass wir sechs Zehntel auf den beiden Geraden in Sepang verloren, worüber ich glücklich war, denn das bedeutete, dass ich gut fuhr, es lag nur an der Motorleistung. Das nahm erneut Druck von meinen Schultern und ich bin glücklich beim Test hart zu arbeiten und dann für die Rennen mehr Power zu bekommen.“

Wie werden die neuen technischen Vorschriften deiner Meinung nach das Rennjahr beeinflussen? Kann ein Satellitenfahrer wie du ein Rennen gewinnen?

„Ich denke, das wird möglich sein. Es gibt spricht nichts dagegen. Wenn jeder die gleiche Elektronik hat, kannst du als Fahrer einige Prozente hier und da gutmachen, was allein am Fahren liegt. Wenn du bereits am Limit bist, kannst du das nicht. Ich denke, dass wir besonders in den ersten Rennen gute Chancen haben konkurrenzfähig zu sein und dann werden wir sehen, was passiert. Sicherlich werden Honda und Yamaha andere Dinge machen und auch Suzuki wird Neues ausprobieren, aber ich denke, dass wir während der ganzen Saison gute Rennen sehen werden. Ich habe das Gefühl, dass ich eine Chance habe, mein volles Potential zu zeigen, wozu ich in den letzten beiden Jahren nicht in der Lage war.“

Was sind deine Ziele für die Saison?

„Mein Ziel ist es zu versuchen in den Top-6 zu landen. Einige Leute haben mich ausgelacht als ich das gesagt habe, aber das Sepang-Testergebnis zeigt, dass wir nicht weit hinter diesem Punkt liegen. Was die Leute auch zu vergessen scheinen ist, dass Sepang erst mein vierter, fünfter und sechster Tag auf dem neuen Bike war und auch auf den neuen Michelin-Reifen. Während die Werksfahrer von Yamaha, Honda und Suzuki alle bereits im letzten Jahr mit den Michelins getestet haben. Also lerne ich jedes Mal, wenn ich rausfahre, mehr über die Reifen. Ich lerne mehr über das Bike. Es wird leichter für mich, während viele der Jungs bereits an ihre Grenzen geraten, wo ich noch stärker werde.“

Wie wichtig ist diese Saison für deine Karriere nach den letzten Jahren?

„Es geht um gewinnen oder verlieren. Ehrlich gesagt dachte ich schon, dass meine Karriere im letzten Jahr vorbei sein würde, denn ich hatte einen Zweijahresvertrag mit Honda und dem Team, hätte ich nach Indianapolis so weitergemacht, hätte ich eine kurze Karriere gehabt. Ich wollte das nicht erlauben, also bin ich zu meinem Teammanager gegangen, der auch mein persönlicher Manager zu dieser Zeit war, und habe gesagt: „Sorry, aber ich kann das Risiko nicht eingehen, dieses Bike nächstes Jahr zu fahren. Honda hat uns so viele Dinge versprochen, aber was haben wir wirklich bekommen... nichts.“

„Ich konnte mir das nicht noch einmal leisten. Dann entschied ich zu Ducati zu gehen; Ich dachte, dass ich lieber dieses Risiko eingehe, denn was hätte schon Schlimmeres passieren können? Ich würde die gleichen Ergebnisse erzielen wie im letzten Jahr. Für mich war es insgesamt positiv und bisher hat es sich als die richtige Wahl erwiesen!“

Tags:
MotoGP, 2016, Scott Redding, OCTO Pramac Yakhnich

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vor 8 Monate

Gym time!!! Feeling happy this morning as just over a week and I get to ride my bike again ...