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Die Geschichte von Ducati in der Motorrad-Weltmeisterschaft

Die Geschichte von Ducati in der Motorrad-Weltmeisterschaft

Im Sommer 2002 sprang Ducati auf den Zug der Viertakt-Ära auf und kehrte in die MotoGP™ zurück.

Beim Italien Grand Prix 2002 stellte Ducati aus Bologna ihren ersten MotoGP™ Prototypen vor. Der italienische Hersteller wollte an die Erfolge aus der WorldSBK anknüpfen und nun auch in der Königsklasse des Prototypen-Rennsportes mitmischen.

2003
Troy Bayliss hatte Ducati in der Superbike WM einige große Erfolge beschert und Loris Capirossi war zu diesem Zeitpunkt schon ein erfolgreicher Fahrer der Königsklasse. Die ersten Ducati-Werksfahrer starteten ihr Abenteuer auf der GP3 Maschine. Diese hatte den 90° V-Twin mit den desmodromisch gesteuerten Ventilen an Bord – beides ist noch heute in den MotoGP™ Maschinen von Ducati enthalten.

Für Ducati stellten sich sofort Erfolge ein, denn Capirossi fuhr in Japan als Dritter auf das Podest – beim ersten Rennen dieser Maschine in der Weltmeisterschaft. Es dauerte auch nicht lange, bis Ducati dann den ersten Sieg feiern konnte - Loris Capirossi gewann den Catalunya GP. Der Italiener und Bayliss sammelten im ersten Jahr zusammen zwei Poles, neun Podeste, eine Sieg – und landeten beide in den Top Sechs.

2004

Bayliss und Capirossi blieben im Werksteam, aber die GP4 stellte sich als ein schwieriger zu fahrendes Motorrad heraus und es gab nur zwei Podeste zu ernten. Capirossi beendete die Saison als Neunter, Bayliss aufgrund von acht Nullern auf Platz 14.

2005

Carlos Checa sollte 2005 Troy Bayliss ersetzen, außerdem wechselte man in jenem Jahr auf Bridgestone Reifen. Beide Unternehmen arbeiteten eng zusammen, um aus Maschine und Reifen das beste herauszuholen. Capirossi war mit drei Poles, zwei Siegen und zwei weiteren Podesten einmal mehr die Speerspitze, Checa holte zwei dritte Ränge.

2006

Die GP6 kam mit verbesserter Aerodynamik daher, aber auch mit einem umfangreich verbesserten Motor. Damit konnte Capirossi zu Beginn des Jahres die WM-Wertung eine Weile anführen. Beim Catalunya-GP wendete sich das Blatt, als Neuzugang Sete Gibernau und Capirossi in einen Startunfall verwickelt waren und den nächsten Lauf jeweils mit Verletzungen auslassen mussten. Das Saison-Highlight setzte Troy Bayliss beim Valencia-Finale am Ende des Jahres, als er den verletzten Gibernau ersetzte und einen sensationellen Sieg vor Capirossi herausfuhr. Capirossi holte in jenem Jahr den dritten Gesamtrang.

2007

2007 kam Casey Stoner an die Seite von Loris Capirossi, die GP7 musste auf das neue Hubraumlimit von 800ccm angepasst werden. Filippo Preziosi, der damals das Ducati Corse Rennsportprogramm leitete, hatte schon im Vorfeld der Saison hart im Hintergrund daran gearbeitet und das Motorrad entwickelt. Schon in Katar zeigte sich die Kombination aus Stoner und Ducati als unschlagbar: Der Australier holte den ersten seiner 23 Siege in dieser Verbindungen. Stoner feierte 2007 zehn Siege, stand nur vier Mal nicht auf dem Podest – und schenkte Ducati ihren ersten – und bislang einzigen – MotoGP™ Weltmeistertitel.

2008

Loris Capirossi verließ das Werksteam für die Saison 2008 und wurde von Marco Melandri ersetzt, der aber das ganze Jahr über nicht in Schwung kam und nur ein Mal in die Top Fünf fuhr. Casey Stoners sechs Siege und 280 Punkte genügten dem Australier aber nicht, um den Titel zu verteidigen. Ducati war aber noch dran.

2009

An der GP9 wurde erstmals ein Rahmen aus Karbon eingesetzt und Ducati wendete sich damit von den herkömmlichen Stahlrahmen ab. In der Theorie sollte mit dem Fiber-Karbon-Chassis nahezu alles kontrolliert und eingestellt werden können, unterschiedlich gebacken, mit unterschiedlichen Steifigkeiten und Flex. Nicky Hayden kam an die Seite von Stoner ins Werksteam. Der Australier holte vier Siege und vier weitere Podeste, musste aber aufgrund von Krankheit drei Rennen auslassen und war damit aus dem Titelkampf.

2010

Hayden und Stoner blieben im Team, die GP10 bekam eine überarbeitete Aerodynamik und einen zuverlässigeren Motor, da ab sofort nicht mehr so viele Aggregate wie gewünscht eingesetzt werden konnten. Stoner war einmal mehr der einzige Fahrer, der mit der Ducati gewinnen konnte. Die Ducati bekam mehr und mehr den Ruf, ein Motorrad zu sein, welches nur Casey Stoner mit seinem radikalen Style fahren kann.

2011

Valentino Rossi und Nicky Hayden wurden die Teamkollegen für 2011. Ducati machte mit dem Karbon-Rahmen weiter. Es wurde ein schwieriges Jahr für den italienischen Hersteller, denn beide Fahrer konnten jeweils nur ein Podest holen und keiner der Beiden kam in der Endabrechnung in die Top Fünf. Die GP11 wurde über das Jahr hinweg nicht nur ein mal umgebaut, erhielt ständig Updates.

2012

2012 wurde der Hubraum der MotoGP™ Klasse wieder auf 1000ccm angehoben. Zum ersten Mal seit Start des MotoGP™ Projektes setzte Ducati einen „konventionellen“ Aluminium-Rahmen ein. Valentino Rossi holte in Misano und Le Mans damit zweite Plätze, war aber in der Endabrechnung einmal mehr nicht unter den besten Fünf.

2013

2013 kam Andrea Dovizioso an die Seite von Nicky Hayden. Ohne Podeste gab es am Ende die Abschlussränge acht und neun. Es war das schwärzeste Jahr von Ducati in der MotoGP Weltmeisterschaft. Am Ende wurde der berühmte Ingenieur Gigi Dall’Igna als neuer General Manager von Ducati Corse verpflichtet, um die Geschicke zu lenken und herumzureißen.

2014

Die GP14 und GP14.2 waren die ersten beiden Bikes unter dem Einfluss von Dall’Igna, wenngleich noch mehr Evolution als Revolution. Andrea Dovizioso hatte eine solide Saison gefahren, zwei Podeste gesammelt, eine Pole in Japan und unzählige Top Fünf Platzierungen. Das zeigte klar: Ducati war zurück auf dem Weg an die Spitze. Für den neuen Werkspiloten Cal Crutchlow wurde es mit vielen Verletzungen und technischen Defekten ein schwieriges Jahr und er schaffte es nur ein Mal auf das Podest.

2015

Zum ersten Mal in ihrer MotoGP™ Geschichte wurde das Ducati Team eine rein-italienische Mannschaft: Neben Dovizioso kam Andrea Iannone neu in die Mannschaft. Die beiden fuhren die GP15, die komplett von Dall’Igna neu designt wurde. Noch immer wurde der klassische Ducati 90° Motor mit den desmodromischen Ventilen eingesetzt. Dovizioso legte einen unglaublichen Raketenstart in die Saison hin und holte drei zweite Plätze in Folge. Iannone zeigte auf Phillip Island, dass man mit der Ducati auch Rennen gewinnen könnte. Außerdem kehrten 2015 die Winglets an die Ducatis zurück, die erstmals 2010 eingesetzt worden waren.

2016

Ducati macht weiter auf der Suche nach dem ersten Sieg seit 2010. Einmal mehr fahren Andrea Iannone und Andrea Dovizioso, dieses Jahr heißt die Ducati „Desmo16 GP“ oder einfach Desmosedici GP.

Tags:
MotoGP, 2016, Ducati Team

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