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2 Tage vor
By motogp.com

Schrötter: Erneut Top-10 zum Saisonabschluss

Marcel Schrötter fuhr am Sonntag trotz erheblicher Probleme ein starkes Rennen auf Rang zehn zu Ende.

Der Valencia Grand Prix an diesem Wochenende war abermals ein gebührender Abschluss einer spannenden und bis zum Ende packenden Saison. Traumhaftes Wetter und randvoll besetzte Tribünen bildeten am Renntag die perfekte Kulisse. Marcel Schrötter glänzte schon mit einem starken Start von P12 und seine ersten Runden waren ungleich stärker, als der 23-Jährige zweimal in Folge die schnellste Rennrunde zu diesem Zeitpunkt fuhr. Schrötter behauptete sich locker auf Rang sieben, ehe er nach einem rüpelhaften Überholmanöver eines Gegners aus seinem Rhythmus gebracht wurde und gleichzeitig einige Probleme auftauchten. Gewiss hätte er sich einen erfreulicheren Abschied von seinem jetzigen AGR Team vorgestellt, doch nach anstrengenden 27 Runden ist ein weiteres Top-10 allemal ein versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison. Schrötter beendete die Meisterschaft auf Rang 14 der Punktetabelle.

Die Meisterschaft 2016 ist zwar nun zu Ende, doch für den 23-jährigen beginnt die nächste Saison in nur einer Woche, wenn er ebenfalls in Valencia den ersten Test mit seinem neuen Team und neuer Rennmaschine absolvieren wird.

Marcel Schrötter: "Ein weiteres Top-10-Finish ist sicher nicht schlecht. Aber ich muss dazu sagen, dass ich froh sein muss, das Rennen angesichts unserer Probleme überhaupt zu Ende fahren konnte. Ich hatte einen super Start und eine starke Anfangsphase. Ich konnte andere Fahrer locker überholen und eigentlich einfach bis auf P7 nach vorn fahren. Doch ab diesem Zeitpunkt fehlte ein bisschen, um zur Spitzengruppe aufzuschliessen. Ich habe die Jungs die ganze Zeit gesehen und sie waren kaum schneller als ich. Aber als ich versuchte härter zu pushen, schlichen sich Fehler ein. Das Bike war wirklich gut vorbereitet und ich fühlte mich wohl, doch es fehlte wiederum etwas. Zudem war es heute anders als an den Trainingstagen, als ich eigentlich mehr mit der Front als mit mangelnden Grip am Hinterrad zu kämpfen hatte. Jedenfalls fühlte sich die Front ein bisschen zu weich an, nicht von der Dämpfung her, sondern hinsichtlich des Grip-Levels. Auf der Bremse und im Kurveneingang hatte ich ein Gefühl, als würde der Vorderreifen einklappen. Nichtsdestotrotz habe ich es geschafft meinen guten Rhythmus beizubehalten und dabei konstant starke Rundenzeiten im Bereich von 1´35.9 bis 1´36 tief zu fahren. In etwa zur Halbzeit hat mich Pasini nicht auf die feine Art überholt. Das hat Zeit gekostet und im nächsten Augenblick waren die nachfolgenden Fahrer an mir dran, sowie es zwei, drei Runden brauchte, um den Rhythmus wieder zu finden. Zur gleichen Zeit war natürlich auch nachlassender Grip am Hinterreifen ein Thema. Von dem her musste ich sehr sanft ans Gas gehen und sauber fahren. Ich habe trotzdem versucht so gut es geht zu pushen, aber ab diesem Zeitpunkt machte auch mein linker Oberarm Probleme. Ich hatte starke Schmerzen und kaum noch Kraft, um das Bike in den Linkskurven stark abzubremsen und ordentlich einzulenken. Fünf Runden vor Schluss hatte ich auch noch fast einen Highsider, den ich gerade noch meistern konnte. Das war die Gelegenheit für Danny (Kent), mich zu überholen. In den letzten zwei Runden war ich aber wieder direkt hinter ihm, aber es reichte nicht, um ihn zurück zu überholen. Am Ende hätte es keinen grossen Unterschied gemacht, ob ich als Neunter oder Zehnter ins Ziel komme. Im letzten Rennen wollte ich in der letzten Kurve auch keinen Unsinn mehr machen, zumal ich auch im linken Arm keine Kraft mehr hatte. Trotzdem ist es schade, denn in den letzten Runden waren meine direkten Vorderleute um Einiges langsamer als ich. Ohne Armprobleme, dem Highsider, usw. hätte ich am Schluss Danny, Jonas und Pasini wieder schnappen können. Das heutige Rennen hat aber auch gezeigt, dass ich gute Rennen fahren kann. Ich werde eben in Zukunft umso intensiver an diesen Punkten arbeiten. Ich freue mich auch schon auf die nächste Saison. Doch bevor diese losgeht, möchte ich mich zum Abschied bei meinem AGR Team bedanken. Allen voran Karlos Arguinano, der mich wirklich sehr herzlich aufgenommen hat und jederzeit hinter mir stand. Dann möchte ich natürlich nicht meine Crew vergessen, mit der ich toll zusammenarbeiten konnte. Im Generellen hat das AGR Team eine super Truppe zusammengestellt. Zu jedem von ihnen ist in diesem einem Jahr eine gute Freundschaft entstanden. Ich finde es auch ein wenig traurig, dass wir nach nur einem Jahr auseinandergehen. Wir hatten ein tolles Jahr zusammen, auch wenn unsere Erwartungen nach den Wintertests grösser waren. Wir dachten, wir würden zu den Top-5 gehören. Doch mit Beginn der Rennsaison taten wir uns schwer, unser Potenzial umzusetzen und bis auf wenige Ausnahmen konnten wir die erhofften Resultate nicht einfahren. Ich bin aber trotzdem dankbar und sehr glücklich darüber, ein Jahr lang mit diesem professionellen und grossartigen Team gearbeitet zu haben. Ich wünsche meinen Freunden nur das Beste und viel Erfolg für die Zukunft. Danke Karlos und deinem Team für alles in der soeben zu Ende gegangenen Saison!"