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4 Tage vor
By motogp.com

Worte eines Weltmeisters: Nicky Hayden über…

MotoGP™ Legende spricht über das Fahren, Gewinnen, Duellieren und vieles mehr

Ein Interview von 2016 mit Nicky Hayden:

…seine erste Erinnerung an ein Bike:

NH69:
“Diese Frage wird mir wirklich oft gestellt und ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, denn an das Leben vor den Bikes erinnere ich mich nicht mehr. Seit ich krabbeln konnte, hatte ich Motorräder um mich herum. Mein Vater fuhr, meine Mutter, weil mein Dad fuhr und so weiter. Er brauchte eine schnelle Frau, den er wollte schnelle Babies machen. Meine Eltern fuhren also, mein älterer Bruder und ich wuchs inmitten von Motorrädern auf.

…die Welt des Rennsports:

NH69:
“Motorrad fahren ist einfach ein Lebensstil für mich. Das ist was ich kenne, was ich schon immer gemacht habe, was meine Familie macht, meine Freunde und es ist viel mehr als nur ein Job. Es ist eine Leidenschaft. Motorräder sind wie ein Lebensweg für mich.

…Anfänge im Dirt Track:

NH69:
“Ja ich began mit Dirt Track, das konnte mein Vater am besten, doch zu der Zeit gab es für Dirt Track Fahrer nur wenig Möglichkeiten. Es gab nicht viele Jungs, die dafür bezahlt wurden, es gab lediglich zwei Werkspiloten. Der Held meines Vaters war immer Kenny Roberts. Er begann mit Dirt Track und fuhr später Road Race und nachdem wir das gesehen hatten, dachten wir uns wir müssen das auch versuchen, um neue Türen und damit Möglichkeiten zu öffnen um auch mehr Unterstützung zu bekommen. Ich liebte Dirt Track Fahren, doch Road Race machte mir mehr Spaß, denn die Strecken waren länger, variierten mehr. Außerdem liebte ich es, wenn es regnete. Beim Dirt Track mit Regen zu fahren machte keinen Spaß, da fuhr man dann eher heim. Ich liebe Road Racing und ich liebe den Speed.

…Kindheitserinnerungen:

NH69:
„Ich hatte als Kind einen wirklich großen Wunsch. Das war schon immer alles was ich wollte. Ich habe nie gesagt ‚Wenn ich ml groß bin, möchte ich Astronaut oder Präsident werden‘. Ich hatte keine verrückten Vorstellungen. Ich wollte schon immer ein MotoGP Fahrer sein. Die Leute fragten meinen Dad schon immer, ob er mich zum Training zwingen müsse. Doch er sagte ‚Nein, ich muss ihn zwingen seine Hausaufgaben zu machen, seine Zähne zu putzen, doch niemals dazu ein Motorrad zu fahren.‘ Das war schon immer was ich liebte und noch immer liebe.“

…das Geheimnis schnell zu sein:

NH69:
„Oh das kann ich gar nicht so sagen, ob es ein Geheimnis gibt diese Bikes schnell zu fahren. Natürlich bedarf man einiges an Talent, doch auch genug Stärke um sein Bike bis ans Limit zu bringen. Was ich gelernt habe ist, dass es nicht nur auf den Fahrer an sich ankommt. Man braucht vor allem auch das richtige Team hinter sich, welche dir immer zur Seite stehen und dir helfen, mit dem richtigen Equipment. Es gehört einiges mehr dazu, als manche Leute sehen.“

…der Fahrer und das Bike als Eins:

NH69:
„Ich denke das stimmt, es ist wie Tanzen. Man muss gemeinsam arbeiten, zusammen tanzen, denn wenn man gegen das Bike arbeitet, kann man nicht schnell sein. Wenn man wirklich schnell fährt, ist man vollständig eins mit dem Bike und macht ein und dieselbe Bewegung. Es ist, als ist man in einem Tunnel, denn bei den Geschwindigkeiten, darf man über nichts nachdenken, man muss sich nur darauf konzentrieren was man macht. Sobald man anfängt nachzudenken, kann es zu spät sein. Dann hat man bereits seinen richtigen Bremspunkt verpasst. Aus diesem Grund ist es das Beste in jungen Jahren mit dem Ganzen anzufangen denn, was man von klein auf lernt, geht einem förmlich ins Blut über.“

…der Einstieg in die MotoGP™:

NH69:
„Mein Sprung in die MotoGP™ war groß. Ich kam von der AMA und einer großen Familie aus einer kleinen Stadt, Kentucky. Ich wuchs gemeinsam mit meinem Bruder in einem Zimmer auf und war damals ja so verloren. Ich war nur ein kleines Kind, Dirt Track im Herzen, geworfen in ein großes, dunkles, Etwas. Ich musste so viel lernen. Wenn ich ehrlich bin, war der Schritt, das alles, viel größer, als ich zunächst dachte. Ich musste nicht nur das Bike neu kennenlernen, sondern auch mein Team, die Rennen. Ich lernte die ganzen Kulturen, das Reisen, kennen, das war wirklich viel und nicht einfach am Anfang. Doch glücklicherweise hatte ich ein gutes Bike, das half wirklich viel. Ich konnte gute Ergebnisse einfahren und wurde Rookie oft he Year 2003. Damit setzte ich mich gegen Troy Bayliss und Colin Edwards durch. Es war eine steile Lernkurve, doch ich lernte schnell zu schwimmen, um mich über Wasser zu halten.“

…ein amerikanischer Road Racer sein:

NH69:
„Ich möchte nicht sagen, dass es Amerikaner schwerer haben, manchmal natürlich schon. Doch insgesamt denke ich, dass es einfacher ist, wenn man Europäer ist. Fahrer aus Amerika, Australien,… haben es in der Hinsicht schwerer, dass sie immer weiter von Zuhause weg sind, sie müssen mehr lernen. Nicht nur neue Strecken, auch den komplett anderen Stil der Strecken. Die Strecken in Amerika, sind mehr für Autos geschaffen, sie sind enger, wie in Daytona, da sind die Kurven ganz anders. Ich musste die ganzen Layouts erst lernen.“

…sein erster MotoGP™ Sieg:

NH69:
„Laguna Seca 2005, war wie ein Traum für mich, denn alles lief perfekt. Im Rennsport funktioniert nicht immer alles wie in einem Traum. An den Wochenenden arbeitest du mit deinem Bike, versuchst verschiedene Dinge. Vielleicht funktioniert es etwas besser an der Bremse, im Kurvenausgang aber dann wieder schlechter. Doch an diesem Wochenende war alles perfekt. Vom ersten Training an, lief das Bike gut. Jede Veränderung, die wir am Bike vornahmen, war gut. Jede Rundenzeit die ich fuhr, erinnerte ich mich, dass ich führe und sobald ich aus der Kurve herauskam, Kurve drei, erinnere ich mich, wie ich immer auf den Tower geschaut habe, denn ich wollte wissen wer Zweiter oder Dritter war. Eigentlich hätte ich voll konzentriert bleiben müssen, doch ich war so entspannt. Ich fuhr die schnellste Zeit und wurde Erster, ich gewann das Rennen. Ich fuhr mit meinem Dad und das Zuhause, vor heimischer Kulisse. Es war wie im Märchen. An diesem Tag, habe ich mich unbesiegbar gefühlt.“

…das Jahr des Titelgewinns:

NH69:
“Wenn wir nun über das Rennen in Laguna 2006 sprechen, war das das ganze Gegenteil. Das gesamte Wochenende war schwierig, ich stand sehr unter Druck, qualifizierte mich als Sechster, es war sehr heiß und ich schaffte es nicht mal unter die Top Fünf. Ich denke im Rennen 2005, hätte ich noch drei, vier oder fünf Sekunden schneller fahren können, doch 2006 war schwierig. Ich kam aus der letzten Kurve herausgefahren und realisierte, dass mein Traum Weltmeister zu werden, wahr wurde, das war sehr besonders für mich.“

…Valentino Rossi schlagen. Hat das das Ganze noch einmal besonders gemacht?

NH69:
„Auf jeden Fall. Ich habe so viel Respekt vor Valentino Rossi, schon seit wir uns kennen, er ist der King. Er ist derjenige für mich, der so viel für MotoGP getan hat und sie genau auf das Level gebracht hat, wo sie jetzt ist. Nun derjenige zu sein, der ihn geschlagen hat, besser war als er, war nicht leicht. Doch in der Lage zu sein, ihn knapp zu schlagen, hat das Ganze besonders gemacht.“

…bereit für Valencia 2006:

NH69:
“Der Gedanke in Portugal, Weltmeister zu werden, glitt mir aus den Händen. Du weißt nie, wie oft im Leben du die Möglichkeit bekommst und vielleicht eine Stunde nach dem Rennen, begann ich, an Valencia zu denken und mich darauf zu fokussieren. Ich sah meine Punkte und habe die Chance es zu schaffen. Valencia ist eine kleine Strecke, viele der Fahrer sind dort sehr schnell, vielleicht war es für Valentino nicht die beste Strecke. Die Leute fragten mich, weshalb ich noch eine Stunde nach dem Rennen glaubte, ich könnte es schaffen Weltmeister zu werden. Ich ging also in dieses letzte Rennen mit nur 11 Punkten hinter dem größten Fahrer aller Zeiten. Nicht viele Leute außerhalb meines Teams und meiner Familie, gaben mir die Chance, warum auch immer, dass dies mein Jahr werden könnte. Doch es war mein Jahr und es war lustig im Nachgang auf den Bildern ihre Gesichter zu sehen. Als ich auf dem Podium stand, musste ich schmunzeln, als ich die gelben Feuerwerkskörper sah, das war einfach unglaublich. Das war genau der Moment, für den ich immer lebte, doch nicht nur ich, sondern meine ganze Familie, denn sie alle lebten diesen Traum und wir erfüllten ihn uns gemeinsam. Meine Eltern, meine Schwestern und meine Brüder, sie gaben so viel für uns auf, um genau diesen Traum leben zu können. Ich fühlte mich, als gewannen wir gemeinsam.“

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