Titelentscheidung im letzten Rennen
Der letzte Titel in der 250cc-Klasse wird zwischen Hiroshi Aoyama und Marco Simoncelli beim Saisonfinale entschieden. Nicht zum ersten Mal.
Nach seinem Sieg in Malaysia kommt Hiroshi Aoyama mit einem Vorsprung von 21 Punkten zum Saisonfinale nach Valencia. Er ist damit der klare Favorit, was die Titelentscheidung betrifft, eine Besondere, denn es ist die Letzte nach 60 Jahren Grand Prix Geschichte.
Marco Simoncelli würde natürlich ebenfalls gerne den Titel gewinnen und damit seine WM von 2008 verteidigen. Aber wenn er den Japaner noch abfangen will, muss er hoffen, dass Aoyama nicht besser als Zwölfter wird.
Seit der Änderung des Punktesystems 1977 wurde der Titel der 250cc-Klasse zwölf Mal im letzten Rennen entschieden. Zudem hat Aoyama auch die Geschichte auf seiner Seite. Der Fahrer, der mit einer Führung zum letzten Rennen kam, konnte zehn von zwölf Mal als Sieger hervor gehen. Nur 1990 und 1993 gelang dies nicht.
1978 – Kork Ballington ging als WM-Führender in Rijeka (ehem. Jugoslawien) ins Rennen. Er hatte elf Punkte Vorsprung auf seinen Kawasaki-Teamkollegen Greg Hansford. Dieser konnte zwar das Rennen gewinnen, aber es reichte nicht für den Titel.
1982 – Jean-Louis Tournadre (Yamaha), hatte nur ein Rennen gewinnen können, aber in allen anderen Punkte geholt und führte in der WM-Wertung mit acht Punkten vor Toni Mang (Kawasaki), der bereits vier Siege auf dem Konto hatte. Mang gewann auch das Saisonfinale in Hockenheim, aber Tournadre wurde Vierter und gewann den Titel mit einem Punkt Vorsprung.
1988 – Sito Pons (Honda) führte vor seinem spanischen Landsmann Juan Garriga (Yamaha) mit sechs Punkten vor dem finalen Rennen in Brasilien. Pons holte sich im Rennen den dritten Rang, während Garriga in der zweiten Runde von der Strecke abgekommen war und sich von hinten durch das Feld arbeiten musste. Er wurde Fünfter.
1990 – Carlos Cardus (Honda) führte in der WM mit fünf Punkten vor John Kocinski (Yamaha) bevor es ins Rennen auf Phillip Island ging. Kocinski holte sich nicht nur den Sieg, sondern auch den Titel, denn Cardus musste zwei Runden vor Rennende das Rennen mit technischen Problemen aufgeben.
1993 – Loris Capirossi (Honda) führte vor Tetsuya Harada (Yamaha) mit zehn Punkten. In Jarama wurde das Finale ausgetragen. Harada gewann das Rennen und den Titel, denn Capirossi wurde durch Reifenprobleme nur Fünfter.
1994 – Max Biaggi (Aprilia) führte vor Tady Okada (Honda) mit acht Punkten bevor es ins Rennen von Katalonien ging. Biaggi gewann in einem engen Rennen, Okada wurde am Ende nur Vierter.
1996 – Max Biaggi (Aprilia) führte in der WM vor Konkurrent Ralf Waldmann (Honda) mit nur einem Punkt. Das Saisonfinale fand in Eastern Creek, Australien statt und die zwei Fahrer schenkten sich anfangs nichts auf der Strecke. Später konnte Biaggi davon ziehen und sich damit den Titel holen.
1997 – Die Gegner vom vergangenen Jahr und Tetsuya Harada (Aprilia) stritten sich erneut um den Titel. Biaggi (Honda) führte sechs Punkte vor Harada und sieben Punkte vor Waldmann. Waldmann gewann das Rennen auf Phillip Island, doch Biaggi wurde Zweiter und gewann den Titel mit zwei Punkten Vorsprung. Harada konnte nur Fünfter werden. Er war in der Qualifikation gestürzt und hatte im Rennen mit den Verletzungen zu kämpfen.
1998 – Wie schon 1993 führte Loris Capirossi vor Tetsuya Harada (beide Aprilia) und in Argentinien ging es ins WM-Finale. Dieses Mal trennten die nur vier Punkte die Kontrahenten. Auch Rossi hatte mit 14 Punkten Rückstand noch Außenseiter-Chancen. Rossi gewann das Rennen, Capirossi und Harada kollidierten in der letzten Runde. Harada schied aus Capirossi holte den Titel.
2000 – Olivier Jacque und Yamaha Kollege Shinya Nakano lagen nur zwei Punkte auseinander, Jacque lag vorn. Daijiro Kato (Honda) hatte ebenfalls noch Chancen. Der Kampf um die WM dauerte bis zur letzten Kurve, Jacques konnte Nakano überholen und den Titel gewinnen.
2003 – Manuel Poggiali (Aprilia) lag sieben Punkte vor Roberto Rolfo (Honda) in der WM-Wertung. Rolfo war im Rennen keine Gefahr für Poggiali der mit einem dritten Platz zum Titel fuhr.
2006 – Jorge Lorenzo (Aprilia) und Andrea Dovizioso (Honda) kämpften um den Titel in Valencia. Lorenzo wurde Vierter und gewann den Titel, denn Dovizioso kam nur auf einen enttäuschenden siebenten Platz, nachdem er zu Beginn des Rennens geführt hatte.
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