Bradl verleiht LCR neuen Optimismus
Als erster Deutscher in der MotoGP™-Klasse seit 2007 hat Rookie Stefan Bradl nicht nur seinen heimischen Fans Grund zum Jubel gegeben, sondern bei seinem Team LCR Honda MotoGP für neuen Optimismus gesorgt.
Bradl, der mit seinem Sieg der Moto2™-Meisterschaft im Jahr 2011 der jüngste Deutsche mit einem Titel in der GP-Klasse wurde, hat sich bislang als clevere Investition von Lucio Cecchinello herausgestellt, dem Geschäftsführer des LCR-Teams, nachdem er in allen bisherigen drei Rennen mehrere etablierte Werksfahrer schlagen und sich in der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft mit 24 Punkten auf einen beeindruckenden siebten Rang setzen konnte.
Die Leistungen des jungen Nachwuchstalents für alle drei Rennen in dieser Saison können sich sehen lassen, denn er hat jedes Rennen auf einem höheren Platz als seiner Qualifikationsposition beendet. In Katar verbesserte er sich von dem neunten auf den achten Platz, in Jerez vom achten auf den siebten und damit seinen bislang besten Platz seiner MotoGP-Karrieren und in Estoril vom elften auf den neunten Platz. In Anbetracht der Startaufstellung ist das ganz sicher keine schlechte Leistung.
Schon in seinem ersten Rennen rangelte er sich mit den drei Ducatis von Héctor Barberá, Nicky Hayden und Valentino Rossi um den sechsten Platz. Obwohl er aus diesem Kampf nur als Drittbester hervorging, hatte er ganz klar wertvolle Hinweise in die nächste Runde mitnehmen können, in der er erneut einen Zweikampf mit Hayden austrug, den er dieses Mal jedoch zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Für Bradl mag Estoril das bisher schlechteste Ergebnis gewesen sein, was die Position angeht, aber das Rennen dürfte seinem Selbstvertrauen einen ordentlichen Schub versetzt haben, denn er war das gesamte Rennen über mit Ben Spies von Yamaha Factory Racing in einen Kampf um den achten Platz verwickelt.
Der junge Deutsche aus Bayern bleibt bezüglich seiner Leistungen zurückhaltend. Bradl weiß, dass eine steile Lernkurve vor ihm liegt und versichert, dass sowohl er wie auch sein Motorrad noch eine Menge an Potenzial zu bieten haben. Obwohl er bereits von der Moto2-Meisterschaft bestens mit allen Rennstrecken vertraut ist, hat Bradl erklärt, dass er sich die Strecken in gewisser Weise neu aneignet, weil sie ihm alle „kürzer erscheinen“ – der Sprung von 150 PS auf über 250 PS macht sich also ganz klar bemerkbar.
LCR hatte letztes Jahr eine schwierige Saison, in der es dem beliebten Spanier und Moto2-Champion 2010 nicht gelang, sich mit der Honda-Bridgestone-Kombination anzufreunden. Die Entscheidung, das Vertrauen des Teams abermals in einen Moto2-Champion zu setzen, dürfte anfangs also wie ein großes Risiko gewirkt haben, doch Bradl scheint sich auf dem besten Weg zu befinden, den Zweiflern das Gegenteil zu beweisen.
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