Brünn 2012 MotoGP™-Bridgestone Nachbesprechung

Donnerstag, 30 August 2012

Shinji Aoki, Manager der Abteilung für Reifenentwicklung bei Bridgestone Motorsport, beurteilt Reifenwahl und Leistung beim Tschechien-GP in Brünn am vergangenen Wochenende.

Die Bedingungen für den diesjährigen Grand Prix von Tschechien waren etwas schwieriger als die im letzten Jahr, mit einer Streckenhöchsttemperatur, die 14°C niedriger als im Vorjahr war. Außerdem war aufgrund der starken Regenfälle Freitag- und Samstagnacht, die jeglichen Gummi von der Strecke spülten, das Gripniveau geringer. Mit weniger gutem Gripverhalten und kühleren Temperaturen als 2011, entschieden sich alle Fahrer im Rennen für den stärkeren Kantengrip und die höhere Aufwärmleistung der weichen Hinterreifen. Auch bei der Wahl für den Vorderreifen waren sich alle Piloten einig, denn die Entscheidung fiel durchweg auf die größere Front-End-Stabilität des härteren Slicks.

Interview mit Shinji Aoki - Manager der Abteilung für Reifenentwicklung bei Bridgestone Motorsport

Brünn war das erste Mal in dieser Saison, dass alle sich Fahrer in der Startaufstellung für die gleiche Reifen-Kombination für das Rennen entschieden; was war es, was bei diesem Rennen dazu führte?

„Die Streckentemperaturen für das diesjährige Rennen in Brünn waren deutlich kühler als im vergangenen Jahr und durch die Regenfälle Samstagnacht waren die Streckenbedingungen für das Rennen nicht die besten. Unter solchen Bedingungen benötigen die Fahrer mehr Aufwärmleistung, vor allem für den Hinterreifen, somit war der weichere Slick der Reifen, mit dem sich die Fahrer am wohlsten fühlten. Die Fahrer bevorzugen immer die Reifen mit mehr Grip und der besseren Aufwärmleistung, aber es ist immer eine Balance zwischen Grip und Haltbarkeit, die berücksichtigt werden muss, so auch für das Rennen. Viele Werksfahrer wählen die härtere Reifenmischung, um ausreichende Abriebfestigkeit zu gewährleisten. Allerdings bedeuteten die niedrigeren Temperaturen bei dem diesjährigen Tschechien-Grand Prix, dass der Abrieb auf einem niedrigeren Niveau als normalerweise war, so dass alle Fahrer in der Startaufstellung den weicheren Hinterreifen für das Rennen wählten."

„Bezüglich des Vorderreifens, fühlten sich alle Fahrer, obwohl kühle Bedingungen herrschten, mit der harten Option Slickreifen wohler. Wenngleich der harte Vorderreifen weniger Aufwärmleistung aufweist als der weiche Vorderreifen, bietet er zusätzliche Stabilität bei den vielen schnellen Richtungswechseln in den Linkskurven-Kombinationen und den Bergab-Passagen, was ihn zur besseren Wahl für die Fahrer in Brünn machte."

Normalerweise sehen wir meistens, dass die leistungsstärkeren Werksmotorräder die härtere Option Hinterreifen für das Rennen wählen, während sich die Mehrheit der CRT-Teilnehmer für den weicheren Hinterreifen entscheiden. Wie viel Einfluss hatte die Streckentemperatur auf die Reifenwahl?

„Die niedrigere Streckentemperatur in Brünn war der wichtigste Faktor für die Werksmotorräder, sich für den weichen Slick zu entscheiden. Wären die Temperaturen auf dem gleichen Niveau wie im letzten Jahr gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich einige Fahrer mit der härteren Option Hinterreifen gesehen. Die Wärme, die von einem Reifen erzeugt wird, geht weitgehend auf die Kräfte, die vom Motorrad selbst auf den Hinterreifen wirken zurück und diese Kräfte neigen dazu, bei den Werksmotorrädern größer zu sein, in Kombination mit der Asphalttemperatur. Wenn die Streckentemperatur niedriger als normal ist, wird das Potential für die allgemeine Reifentemperatur ebenfalls reduziert. Daher, obwohl die Werksmotorräder wegen ihrer höheren Leistung mehr Last auf das Hinterrad geben als die CRT-Motorräder, führten die niedrigeren Streckentemperaturen in Brünn dazu, dass die Reifentemperaturen für alle Fahrer im optimalen Bereich für die mittelweichen Hinterreifen lagen."

Bridgestone brachte neu entwickelte Reifen zum Test in Brünn mit. Welche konkreten Veränderungen hatten diese Reifen und haben Sie Rückmeldungen hinsichtlich der Performance von den Fahrern erhalten?

„Die experimentellen Reifen mit einer neuen Gummimischung wurden für den Test in Brünn zur Verfügung gestellt. Das ist eine harte Gummimischung, die in ihrer Zusammensetzung der mittleren Gummimischung näher kommt als unsere aktuelle harte Spezifikation und wurde entwickelt, um die Kluft zwischen unseren verschiedenen Mischungs-Optionen einheitlicher zu machen. Allerdings war das Wetter am Montag nicht ideal, um die harte Mischung zu nutzen, so dass nur drei Fahrer den experimentellen Reifen als Teil ihres Testprogramms verwendeten."

„Das Feedback dieser Fahrer besagte, dass im Vergleich zu der bestehenden harten Mischung die Aufwärmleistung verbessert ist. Aber um diese neue Reifenmischung bei relevanteren Bedingungen zu testen und um aussagekräftigere Daten zu erhalten, werden wir den Reifen für die privaten Tests in Aragón Anfang September, wenn Honda und Yamaha testen werden, bereitstellen, damit wir eine bessere Vorstellung von dem Potential der Mischung erhalten."

Verfügbare Bridgestone-Reifenmischungen:

Vorn: Weich, Mittel, Extra-Hart

Hinten: Mittel, Hart (Asymmetrisch)

Verfügbare Bridgestone-Regenreifen: Weich (hauptsächlich), Hart (alternativ)

Pressemitteilung mit freundlicher Genehmigung von Bridgestone.

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