Ellison erfreut über „positives" Wochenende
Der Brite James Ellison verschaffte dem neuesten Projekt vom Paul Bird Motorsport-Team (PBM) mit einem soliden Ergebnis in der ersten Runde der MotoGP-Weltmeisterschaft in Katar einen guten Start.
Auf der Aprilia ART, einem Bike gemäß CRT-Spezifikation, setzte der 31 Jahre alte Fahrer aus der nordwestenglischen Grafschaft Cumbria gemeinsam mit dem britischen PBM-Team unter Phil Borley die laufende Entwicklungsarbeit auf dem Losail International Circuit fort und konnte sich bei dem unter Flutlicht ausgetragenen Nachtrennen am Sonntag auf dem 18. Rang platzieren.
Auch wenn noch ein umfangreiches Arbeitspensum vor ihm liegt, hat der ehemalige World Endurance-Champion und doppelte Superstock-Europameister enorme Fortschritte gemacht, seit sich das Team in der MotoGP etabliert hat, was in den nächsten Saisons irgendwann zu einer rein britischen Herausforderung führen wird.
James Ellison:
„Insgesamt ist das Wochenende positiv verlaufen, denn wir haben mehr wertvolle Informationen im Rennen selbst sammeln können als in den wenigen Tagen, die wir vor Katar getestet haben. Ich verstehe jetzt zwar, welches Handling ich für das Motorrad, die Reifen und die Bremsen anwenden muss, aber das ist echt ein Gefühl, als würde man auf Messers Schneide fahren, und es ist alles andere als einfach, das Limit auszuloten, ohne einen Crash zu bauen. Man muss extrem hart bremsen, um in den Bremsscheiben die erforderliche Wärmeenergie zu erzeugen und zugleich den Reifen ausreichend zu verformen, um ihn für die Einfahrt in Kurven auf Temperatur zu bringen. Wenn man jedoch bis in die Kurve hinein bremst, gibt der Reifen nach und es kommt zum Untersteuern oder sogar zum Crash wie bei mir. Wenn man die Bremsen zu früh öffnet, bekommt man es mit Chattering zu tun. Trifft man genau den richtigen Punkt, bekommt der Reifen Grip und man kommt gut durch die Kurve. Zeitlich geht es hier um Bruchteile von Sekunden, beim Bremsdruck um einen Unterschied von 0,5–2 Bar. Sie können sich also vorstellen, dass es Zeit kostet, jede Kurve in jeder Runde richtig anzufahren. Das gesamte Team hatte mit dem Nachtrennen und dem unbeabsichtigten Sturz ein aufreibendes Wochenende, hat aber trotz allem eine positive Haltung bewahrt. Ich möchte dem Team ein riesiges Dankeschön für seine harte Arbeit aussprechen und freue mich nun darauf, dazuzulernen und in Jerez weiter nach vorne zu kommen."
Paul Bird:
„Der Fortschritt stellt sich nur allmählich ein, wird sich aber irgendwann auszahlen, und wir hoffen, dass wir in absehbarer Zukunft die CRT-Ränge aufmischen können. Es wird einige Rennen dauern, auf Touren zu kommen, denn wir haben keine Testphase oder Entwicklung wie die etablierten Teams gehabt, aber es war wichtig, das Rennen in Katar mit einer Platzierung zu beenden. Wir werden auch weiterhin hart arbeiten und uns hoffentlich in Jerez weiter verbessern."
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