Ellisons Rückkehr in die MotoGP "ein Traum wird Wirklichkeit"

Donnerstag, 26 Januar 2012

James Ellison kehrt in der Saison 2012 auf einem CRT Bike im Paul Bird Motorsport Team in die MotoGP™ zurück. Motogp.com traf sich mit dem britischen Fahrer, um mit ihm über seine Rückkehr in die Königsklasse zu sprechen.

Seit James Ellisons letztem Auftritt in der MotoGP, eine zwei Jahre andauernde Affäre, in der der Brite 2005 auf der WCM und dann im Tech 3 Yamaha Team fuhr, hat sich einiges verändert. Danach fuhr Ellison ein Jahr in der amerikanischen AMA Superbike Serie, dann vier erfolgreiche Jahre in der britischen Superbike, wo er 17 Mal auf dem Podium stand. Er ergänzte seine Auftritte in der britischen Superbike mit Wildcard-Starts in der World Superbike 2008 und 2009. 2011 fuhr er eine komplette Saison in der Supersport und nebenbei in der britischen Superbike.

Ellison kommt nachdem er beim Paul Bird Motorsport Team einen Vertrag für 2012 und 2013 unterschrieben hat nun ins MotoGP Fahrerlager zurück. Das Team wird ein CRT Bike liefern und am 20. Februar in Jerez einen ersten Test mit dem Motorrad fahren. Außerdem soll in Aragon getestet werden und drei Tage lang beim offiziellen Test im März in Jerez.

Erzähle uns etwas über die Aufstellung des Teams. Du hast Mick Shanley (von Swan Yamaha Team der britischen Superbike) als Chefingenieur?

“Ich habe es geschafft, Mick zurück zu bekommen, ich habe jetzt schon einige Jahre mit ihm zusammengearbeitet, aber seit vier Jahren sind wir Freunde. Phil Borley wird Teamchef was die technischen Vorbereitungen des Bikes betrifft und ich habe meinen Nummer-Eins-Mechaniker aus dem GSE Racing Team 2009, Dave Parkes. Ich habe eine Crew hinter mir, die ich ziemlich gut kenne, das sollte alles einfacher machen. Es muss noch immer viel Entwicklungsarbeit geleistet werden, aber eine der Hauptrisiken - wenn der Mechaniker den Fahrer nicht kennt und ihn nicht versteht - ist damit aus dem Weg geschafft."

Was weißt du bisher über das Bike? Wir wissen, dass es ein Aprilia Motor wird, aber was ist mit dem Chassis?

“Das Bike selbst wird ART genannt, das Chassis ist etwas, was sie speziell für die MotoGP gebaut haben. Soweit ich weiß ist es etwas, was sie für den Motor entwickelt haben, für CRT und für die Bridgestone Reifen."

Also ist es das gleiche Bike wie das vom Aspar Team?

“Das weiß ich nicht, eigentlich sollte ein Aprilia Motor genutzt und ein Chassis um ihn herum gebaut werden, aber Paul hatte keine Zeit dazu. Ich denke, dass er in Zukunft gern sein eigenes Chassis bauen will, aber sicherlich ist es jetzt erst einmal das Beste das zu nutzen, was sie gemacht haben."

Bis zum 20. Februar wirst du nicht testen, machst du dir Sorgen, weil dir die Testzeit im Vergleich zur MotoGP und einigen anderen CRTs fehlt?

“Nicht wirklich. Ich denke nicht, dass eine Vielzahl an frühen Tests einen Unterschied machen. Die MotoGP Werksbikes sind ziemlich hoch entwickelt, nun müssen sie nur noch feintunen. Es wird Jahre dauern, dahin zu kommen, wo sie sind. Wie auch die anderen CRTs werden wir Informationen teilen, wenn wir das gleiche Bike nutzen. Ich könnte mir vorstellen, dass Aprilia sehr daran interessiert wäre, ein paar Informationen vom ersten Test in Valencia [Team Aspars Privattest vom 30.-31. Januar] zu teilen, wenn alle anderen in Sepang sind. Mit dem, was sie dort lernen, könnten wir schon ein paar Informationen mit zum nächsten Treffen nehmen."

“Also mache ich mir nicht übermäßig Sorgen. Wir müssen die Situation akzeptieren, in der wir sind und unser Bestes geben. Ich muss sagen, dass wir eine gute Crew hinter uns haben, also hoffe ich, dass alles, was wir beim ersten Test mit einem neuen Fahrer, einem neuen Team und neuen Mechanikern lernen, die Sorgen aus dem Weg räumt. Wir werden sofort mit dem Tuning des Bikes beginnen, um es zum Laufen zu kriegen."

Obwohl du in der MotoGP nicht neu bist, hat sich vieles geändert, seit du zum letzten Mal hier warst…

"Ja, es hat sich viel verändert. In den ersten Jahren, in denen ich in der MotoGP war, bin ich sogar ein MotoGP Bike gefahren, meine R1 in der BSB im gleichen Jahr war schneller, also war meine Erfahrung, um ehrlich zu sein nicht großartig. Es sollte mein bestes Jahr werden, obwohl man natürlich viel Druck spürt, wenn man in einem solchen Team ist, aber es ging über meinen Horizont hinaus. Wir sind mit Dunlop Reifen gefahren und wir hatten Problem mit dem Chattering des Chassis', ein Problem, das auch Rossi hatte. Ich hatte das ganze Jahr lang das gleiche Chassis, also haben wir wirklich alles entwickelt und ich hatte trotzdem jedes Wochenende das gleiche Problem. Also ist es schön, jetzt eine zweite Chance in der MotoGP zu haben mit einem Team, das ich kenne, Mechanikern, die ich kenne, den gleichen Reifen wie alle und ein ziemlich interessant aussehendes GP Bike."

“Um ehrlich zu sein, genieße ich die Herausforderung, ein Traum wird Wirklichkeit. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, aber alles, was wir tun können ist raus zu fahren und versuchen, ein top CRT zu sein, das ist unser erstes Ziel und von da an werden wir sehen, was passiert."

Ein paar Leute haben Zweifel über den Leistungsunterschied zwischen CRT- und Werksbikes geäußert. Was denkst du?

“Ich kann mich erinnern, dass die Rundenzeiten der Werksbikes am Tag, als sie zum ersten Mal auf die Strecke fuhren auch nicht gut waren. Es hat Jahre voller Entwicklungen gebraucht, um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. Ich denke die Bridgestone Reifen, die alles ausgleichen, helfen sehr. Ich denke nicht, dass sie so weit hinten liegen werden, wie alle denken, wobei ich hoffe, dass ich in ein paar Monaten nicht zurücknehmen muss, was ich hier gesagt habe. Sicherlich werden wir in den ersten Rennen hinter der Pace liegen, aber ich denke wir werden schnell aufschließen."

Es scheint, als würde das ein Übergangsjahr.

"Definitiv. Ich denke nicht, dass man die Regeln ändern kann, um alle auf komplette CRT Bikes zu setzen, der Schritt wäre für Jungs wie Pedrosa, Stoner und die anderen an der Spitze zu groß, es wäre ein Schritt rückwärts. Aber so wie die Wirtschaft momentan ist, wenn man nicht gewähren kann, die Meisterschaft fair zu starten, wo ist dann der Punkt, sie zu fahren. Also wenn die Organisatoren einen billigen Weg finden, um die gleichen Resultate zu liefern und es vielleicht sogar ein bisschen interessanter für die Fans zu gestalten, dann bin ich dafür."

“Wenn wir eine gute Saison haben, solange wir nicht aller zehn Runden überrundet werden und solange es danach aussieht, dass das Bike nicht zu weit weg ist, denke ich, dass die anderen damit klarkommen werden und realisieren, dass es der einzige Weg ist, der genommen werden muss, das macht es günstiger."

Der Fakt, dass wir 21 Bikes in der Startaufstellung haben und Leue wie du den Weg zurück in die MotoGP finden, ist doch bereits ein positive Schritt.

“Es ist eine Elitemeisterschaft: es ist die beste Motorradmeisterschaft der Welt. Es wird nie eine massive Anzahl an Startern geben, aber sie begann ein bisschen kleiner zu werden und die Standards wurden ein bisschen zu hoch, denn die Werksfahrer an der Spitze sind Meilen vor den Fahrern am Ende des Feldes und diese Lücke muss ein wenig geschlossen werden. Ich glaube nicht, dass die Fahrer an der Spitze so viel mehr Talent haben als die am Ende. Ja, sie sind besser, aber ich glaube nicht, dass die Lücke an sich so groß ist. Es hat viel mit der Maschine zu tun. Wenn die Lücke mit der Maschine geschlossen werden kann, dann denke ich, dass es viel mehr Fahrer geben würde, die nach vorne fahren und ihr Talent vorher nicht beweisen konnten und das würde es interessanter machen."

Wir haben Colin Edwards und Randy de Puniet, die aus der MotoGP kommen, Leute wie du, die schon einmal in der MotoGP waren, ein paar Moto2 Fahrer und einige von Außerhalb. Was denkst du über die Mischung an Leuten, gegen die du schon am Anfang antreten musst?

“Ich weiß nicht allzu viel über die anderen Fahrer. Ja, du hast jemanden wie Colin und Randy auf CRTs und ich denke, dort muss die Messlatte angelegt werden. Wenn wir mit diesen Jungs mithalten können, dann wissen wir, dass wir gut sind. Schließlich verdient jeder eine Chance, wenn er hart genug arbeitet und das Team ihnen die Möglichkeit gegeben hat, in der MotoGP anzutreten, warum nicht?"

Es könnte eine interessante neue Ära werden.

“Wenn es etwas wie die Moto2 wird, dann ist es, wonach die Leute schauen. Ich war ziemlich sicher, dass die Moto2 klappen würde, aufgrund der Motoren und der Prototypen-Chassis, denn es gibt viele gute Ingenieure. Ich dachte 'das wird gut', aber dann war es noch besser, als ich erwartet hatte und es überraschte viele Leute. Ich denke CRT muss zuerst einmal bewiesen werden, bevor die Leute es akzeptieren können. Ich denke, dass die Dorna definitiv das Richtige getan hat. Es wird für einige Fahrer ein bisschen dauern und selbst einige Fans werden ein wenig brauchen, um es zu akzeptieren, aber wir müssen erst einmal ein paar Rennen fahren und beweisen, dass es die richtige Entscheidung war."

Machst du dir Sorgen über die Entwicklung der Technologie in den letzten Jahren, in denen du nicht da warst oder schließt das ein Start als CRT ein wenig aus?

“Ich mache mir nicht wirklich Sorgen. Ich habe in der Vergangenheit großartige Entwicklungsarbeit geleistet und ich liebe es und deshalb freue ich mich, wieder mit Mick zu arbeiten, den wir werden in der Nacht wieder Stunden vor dem Rechner verbringen und so funktionieren diese Bikes jetzt nun einmal, mit Elektronik. Ich blühe bei solchen Dingen auf, also bin ich gespannt auf diese Seite davon. Ich weiß, dass ich mit Mick, Phil und dem Technikteam einen großen Vorteil haben werde, denn die Bikes an der Spitze sind im Vorteil, also müssen wir das Beste tun, was wir können, um das Meiste aus der Maschine herauszuholen, die wir haben. Und ein gutes Team um mich herum zu haben wird mir helfen."

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