Cortese: "Ich bin bereit, um die Meisterschaft zu kämpfen"

Dienstag, 13 März 2012

Direkt nach einem positiven Test in Jerez sprach Sandro Cortese mit motogp.com über das KTM Moto3 Paket und seine Gedanken über die kommende Saison.

2012 dürfte eine interessante Saison für Sandro Cortese werden. Er startet in sein achtes Jahr in der kleinsten Kategorie. Bei seiner Rückkehr zum ehemaligen Weltmeister-Team Ajo startet der junge Deutsche zum ersten Mal auf einer Werksmaschine.

motogp.com traf sich mit Cortese bei seiner Rückkehr nach einer Woche im Red Bull Trainingszentrum in Salzburg, Österreich.

Was hast du im Red Bull Trainingszentrum gemacht?
“Ich war zum ersten Mal dort. Wir haben ein paar Untersuchungen gemacht, ich bin gelaufen, Fahrrad gefahren und war zur Physiotherapie, nur um herauszufinden, wie meine Kondition ist. Sie hielten alles in einem Buch fest, also wissen sie, dass ich bei dem Einen gut und bei dem Andern schlecht bin und wie ich mein Konditionstraining verbessern kann. Sie haben ein paar Maschinen, um deinen Körper zu untersuchen, in welchem Zustand der Rücken ist, welches Bein stärker ist, alles. Also funktionierte es wie normales Training und man weiß, worauf man sich mehr konzentrieren muss."

Wie fühlst du dich nach Jerez?
“Ich fühle mich richtig gut, der erste Test in Valencia war ein perfekter Start. In Jerez hatten wir kleinere Probleme, allgemeine Dinge, denn es ist ein neues Bike. Wir mussten ein komplett neues Motorrad entwickeln und es dauert ein wenig, bis alles gut funktioniert. Wir haben an Dingen wie dem Motor oder der Reifenhaltbarkeit gearbeitet, um für Katar bereit zu sein."

Die KTM zeigte beim letzten Test, dass sie ein sehr starkes Paket ist. Wie fühlte sich das Bike an?
“Momentan sieht es sehr stark für das erste Rennen aus, aber sicherlich wird sich auch Honda mit [Maverick] Viñales und [Miguel] Oliveira verbessern und am Ende wird es wieder ein großer Kampf sein. Aber ich denke, zusammen mit KTM, dem Team und Aki [Ajo, Red Bull Ajo Teammanager] sind wir momentan stark. Ich habe jetzt schon zwei Jahre lang mit ihm gearbeitet, er weiß, wie ich arbeite und ich weiß, wie das Team arbeitet und es ist gut, nach einem Jahr beim Racing Team Germany zurück zu kommen. Ich habe in der Vergangenheit ein paar Fehler gemacht und ich habe aus ihnen gelernt, ich denke Aki auch und zusammen sind wir gewachsen. Mit dem KTM-Werk zu arbeiten, mit ihrem Hintergrund und den Ingenieuren, die sie auf die Rennstrecke mitbringen, ist so eine große Hilfe. Wenn du ein privates Team in der Moto3 hast und du das ganze Jahr über nur den einen Motor und das eine Chassis ist es meiner Meinung nach schwer, richtig schnell zu sein. Wenn wir nun ein kleines Problem haben, steht das Werk hinter uns, um sicherzustellen, dass wir das Problem beim nächsten Rennen nicht mehr haben."

Denkst du in Bezug auf Akis Geschichte, dass euch das starke KTM-Paket und deine langjährige Erfahrung zum Titelanwärter 2012 machen?
“Ich hoffe es, aber wir müssen wirklich hart arbeiten, denn sicherlich werden die anderen genauso hart arbeiten wie ich. Zusammen mit KTM und Aki sind wir sehr stark und ich hoffe, dass wir um den Titel kämpfen können. Aber zu diesem Zeitpunkt möchte ich nicht wirklich über den Titel reden, ich will einen guten Saisonstart haben und die ersten drei oder vier Rennen dazu nutzen, um mich in der Gesamtwertung festzusetzen, damit ich unter den ersten Drei bin. Dann muss ich nur konstant sein und jedes Rennen beenden, was in diesem Jahr das Wichtigste wird. Mit nur acht Motoren müssen wir sicherstellen, dass wir konstant sind, damit der Motor lange funktioniert, denn wenn du neun oder zehn Motoren im Jahr brauchst und von ganz hinten starten musst, dann verlierst du mindestens zwei Rennen. Du musst die ganze Saison über stark sein. Aber ich denke, dass ich vorbereitet bin, ich bin schon viele Jahre in der 125er gefahren und ich hatte große Kämpfe in der Vergangenheit. Ich denke, dass ich bereit bin, um die Meisterschaft zu kämpfen."

Wer werden deine größten Rivalen?
“Ich denke, dass ich meinen größten Gegner momentan im Team habe. Ich glaube, dass Danny [Kent] sehr stark ist. Auch [Hector] Faubel, ich denke, die Aspar Truppe ist während einer Saison immer sehr stark. Ich weiß nicht, wie sich Oliveira schlägt, er war in der spanischen Meisterschaft sehr schnell, obwohl er bei den letzten beiden Tests nicht so schnell war. Ich denke, der Härteste wird Viñales."

Wird es dich antreiben, mit Teamkollegen Kent eine direkte Herausforderung zu haben?
“Ich denke, das hilft, denn er wird die ganze Zeit stark sein. Ich weiß es nicht genau, denn er ist noch immer jung und du weißt nicht, ob er in einem Rennen gut ist oder ob er auch die ganze Saison über konstant sein wird, aber er ist motiviert und wird immer sein Bestes geben. Wenn er in einem Training oder Rennen vor mir ist, dann wird meine Motivation sicherlich viel höher sein, ihn im nächsten Qualifying oder im nächsten Rennen wieder zu schlagen und Nummer eins im Team zu sein. Aber was ich gelernt habe, ist, dass man sich ab und an auf sich selbst konzentrieren muss. Als ich 2010 in einem Team mit Marc Marquez war, war es für mich ein sehr hartes Jahr, weil ich versuchte, ihn zu schlagen und manchmal habe ich Fehler gemacht. Also habe ich gelernt, nur mit meiner eigenen Truppe im Team zu arbeiten und ich denke, das bringt dir mehr Erfolg."

Merkst du, dass der Druck auf dich jetzt wächst, da du deine achte Saison beginnst und in so einem starken Team bist?
“Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt. Ich genieße es, zum ersten Mal in meiner Karriere mit KTM und mit Red Bull bei einem sehr guten Sponsor in einem richtigen Werksteam zu sein. Ich genieße es einfach, das Werksbike zu fahren und tue das, so gut ich kann. Ich denke, dass es nicht gut ist, sich selbst unter Druck zu setzen und sich selbst zu sagen: "OK, nun habe ich ein gutes Team, ich habe ein gutes Bike, nun muss ich gewinnen." Ich werde in den Rennen und den Qualifyings einfach immer versuchen, mein Bestes zu geben, 110% Prozent einzusetzen und wenn ich in einem Rennen Zweiter bin und im anderen Dritter werde, dann war es das Beste, was ich geben konnte. Aber am Ende macht meiner Meinung nach die Konstanz während der ganzen Saison den Unterschied."

Wie fühlen sich die 250ccm-4-Takter im Vergleich zu den 125ccm-2-Taktern an?
“Beim ersten Test war es schon ein großer Unterschied. Ich bin noch nie zuvor eine 4-Takter auf der Rennstrecke gefahren, nur Supermoto. Also musste ich meinen Fahrstil komplett ändern, die Hinterradbremse weniger nutzen. Denn mit der 125er habe ich die Hinterradbremse ständig genutzt und in der Moto3 gibt es so eine kräftige Motorbremse, dass man die Hinterradbremse wirklich nicht mehr braucht, man kann viel später bremsen als auf der 125er. Aber nach dem ersten Test genieße ich das Fahren auf der 4-Takter sehr, das ist die Zukunft."

Denkst du, dass die neuen Regeln für die Moto3 dies zu deinem härtesten Jahr machen? Denkst du, sie wird genauso hart umkämpft wie die Moto2?
“Bisher hatten die Honda keinen richtigen Kick, also wissen wir nicht wirklich, wo wir stehen. Wir haben nur Viñales gesehen und er war bereits stark. Ich denke, dass wir beim nächsten Test sehen werden, ob wir einen großen Vorteil haben oder ob wir auf dem gleichen Niveau wie die anderen sind. Aber ich denke, dass wir es nicht so sehr mit der Moto2 vergleichen können, denn dort hat jeder den gleichen Motor und du musst mehr am Chassis und deinem Fahrniveau arbeiten. Aber in der Moto3 macht es einen großen Unterschied, ob du einen guten Motor, ein gutes Chassis, ein gutes Werk hinter dir hast, das dich unterstützt; und natürlich kommt es auch auf den Fahrer an."

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