Schwieriger Saisonbeginn für Ben Spies

Mittwoch, 30 Mai 2012

Für Ben Spies präsentiert sich die laufende Rennsaison viel düsterer als man hätte vorausahnen können und mit bislang enttäuschenden Ergebnissen. In seinem Umfeld geht man jedoch davon aus, dass der Texaner sein früheres Niveau wieder erklimmen kann und der Circuit der Catalunya gilt als die ideale Rennstrecke, um wieder in die Erfolgsspur zu gelangen.

Ben Spies, der 2011 ein Grand-Prix-Rennen gewann, hat als bestes Ergebnis in diesem Jahr bislang nur einen achten Platz vorzuweisen, den er in Portugal erzielte. Dieses Resultat hat in Verbindung mit dem elften Platz in Katar sowie Jerez sowie Rang 16 in Le Mans hinsichtlich der Situation des Piloten von Yamaha Racing Factory eine gewisse Beunruhigung hervorgerufen.

Sein Crew Chief, der Italiener Massimo Meregalli, hat gegenüber Mediaset Italien ausgesagt, dass „der Beginn der Saison schwierig gewesen ist, und zwar mehr, als erwartet. Alles hat beim Warm-up in Katar mit Problemen begonnen, die wir eigentlich einem Reifen zugeschrieben haben, der bereits zu viele Runden hinter sich hatte. Dort hat er einen Mangel an Vertrauen in die Vorderradgabel entwickelt, was sich in Jerez wiederholt hat. In Estoril hingegen haben wir nach einem Abgleich seiner Abstimmung mit der von Jorge herausgefunden, dass ihm das Setup von Lorenzo mehr entgegenkam. Anschließend hat Ben im Rennen selbst eine Reihe von Fehlern gemacht, die sich gerächt haben. Le Mans war ein Fall von echtem Pech, denn nachdem sein Motorrad beim Start rutschte, hatte er im Rennen auch noch Probleme mit dem Helm, in den ihm das Wasser lief. Das Jahr hätte kaum schlechter starten können.”

Darauf angesprochen, wie Spies diese Durststrecke erlebt, mutmaßt Meregalli, dass Ben sich das ganz sicher zu Herzen nimmt, aber kein Freund vieler Worte ist. „Der relative Trost ist, dass wir die Probleme kennen, aber sicher gefällt es ihm in keinster Weise, dass die übrigen Yamaha-Fahrer gute Leistungen schaffen, er hingegen nicht. Wir haben mit ihm gesprochen und ihm unser vollstes Vertrauen übermittelt.“

Meregalli glaubt, dass dieses Wochenende den Wendepunkt für die Saison von Ben Spies kennzeichnen könnte: „Wir wollen keine Ausflüchte suchen, aber ich muss sagen, dass gerade Estoril und Le Mans zwei Rennstrecken sind, die Ben ganz und gar nicht liegen, und in Katar lief vor dem Rennen alles gut. Letztes Jahr hat er es in Katalonien aufs Podium geschafft und das war sein erster Podestplatz mit dem offiziellen Team. Ich bin davon überzeugt, dass er hier der Rennsaison eine andere Wendung geben kann.“

Jorge Lorenzo, Kollege von Spies bei Yamaha Racing Factory, ist der Meinung, dass „seine Situation etwas traurig ist, denn ich glaube, dass Ben sehr viel mehr leisten kann, als er bisher hat zeigen können, und die Ergebnisse sind nicht aussagekräftig angesichts seines Talents und entsprechen auch nicht denen, die er erzielen kann. Ich hoffe, dass er sich bald erholt, ich brauche einen Teamkollegen, der mit den Piloten von Honda kämpft, und glaube, dass mir Ben in meiner Meisterschaft helfen kann”.

Eine weitere Person, die Ben Spies gut kennt, ist Hervé Poncharal, Teammanager von Monster Yamaha Tech 3, dem Team, mit dem der texanische Fahrer sein Debüt in der MotoGP bestritten hat. Poncharal äußerte sich wie folgt: „Wir alle wissen, dass Ben Spies auf außergewöhnlichem Niveau fährt und einer der wenigen Fahrer ist, die in kurzer Zeit den Weltmeistertitel anstreben können. Die Yamaha M1 von 2012 bietet eine höhere Leistung, was wir bei Jorge, Cal und Dovi sehen. Es ist ganz klar, dass irgendetwas vor sich geht, und ich glaube, dass es sich in erster Linie in seinem Kopf abspielt und nicht woanders. Ob es sich um einen Mangel an Zuversicht und Selbstvertrauen handelt? Er findet sich selbst sich nicht. Er ist nahe dran, aber es ist so einfach, sich von einem positiven Kreislauf mitreißen zu lassen, in dem alles gut läuft, und hinterher wieder in Selbstzweifeln zu versinken. Ich hoffe, dass er bald eine positive Phase hat und sein Niveau wiedererlangt. Mich schmerzt es, jemanden wie Ben in dieser Situation zu sehen, umso mehr, wenn man sein wirkliches Potenzial bedenkt. Ich bin einer der wenigen, die die Chance gehabt haben, sein Leben als Pilot eine Saison lang zu teilen, und ehrlich gesagt hat er uns überrascht, er hat dafür gesorgt, dass wir Spaß haben. Das Einzige, auf das wir hoffen können, ist, dass er so bald wie möglich sein Niveau wiedererlangt. Ben und die M1 besitzen das Potenzial, um das Podium zu kämpfen, und ich hoffe, dass er dieses Potenzial hier in Katalonien wiederfinden kann.”

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