Lorenzo holt Führung nach Regenlektion in Le Mans zurück

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Sonntag, 20 Mai 2012

Jorge Lorenzo von Yamaha Factory Racing forderte abermals die Meisterschaftsführung beim Monster Energy Grand Prix de France in Le Mans erfolgreich zurück, als er dem Feld unter widrigen Bedingungen eine souveräne Lehrstunde erteilte und die Ziellinie vor Valentino Rossi überquerte, der sein bislang bestes Ducati-Ergebnis verzeichnete.

Bei den mit Abstand schlechtesten Bedingungen bisher in der laufenden Rennsaison legte Dani Pedrosa von Repsol Honda Team einen seiner für ihn typischen guten Starts hin, gefolgt von seinem Teamkollegen Casey Stoner. Die Führung der beiden war von kurzer Dauer, denn Lorenzo preschte an dem Duo vorbei und fuhr sofort eine Führung heraus. Cal Crutchlow von Monster Yamaha Tech 3 gelang ebenfalls ein guter Start von der vierten Position. Ihm folgte ein angriffslustiger Rossi auf seinem Ducati Team-Motorrad an fünfter Position.

Direkt in der Anfangsphase gab es für die französischen Fans Grund zum Jammern, als dem einheimischen Pilot Randy de Puniet von Power Electronics Aspar das Motorrad in der Startaufstellung umkippte und er daraufhin auf der zweiten Maschine auf die Strecke fuhr. Im vorderen Bereich des Feldes zog Rossi schon bald an Crutchlow vorbei und setzte sich auf die vierte Position, und Dovizioso zog fast sofort nach. Iván Silva von Avintia Blusens, der mit der Nässe nicht zurechtkam, sah sein Rennen vorzeitig beendet, nachdem er in der Anfangsphase einen Sturz hinnehmen musste.

Während Lorenzo einen Vorsprung von drei Sekunden herausfuhr, schob sich Stoner an Pedrosa vorbei einen Angriff auf seinen Meisterschaftsrivalen zu starten. Es wirkte, als hätte Pedrosa mit dem nassen Fahrbahnbelag zu kämpfen, was sich Rossi 21 Runden vor Schluss zunutze machte, indem er sich auf Position drei schob. Das Tech 3-Duo zog im weiteren Verlauf des Rennens noch an Pedrosa vorbei, um die Jagd auf Rossi aufzunehmen.

Weiter hinten kämpfte Lorenzos Teamkollege und erlebte eine Schrecksekunde am Ende von Kurve zwei. Kurz darauf begab er sich für kurze Zeit zur Box. Karel Abraham von Cardion AB Racing brach das Rennen 17 Runden vor Schluss ab, während sich der Ersatzfahrer Chris Vermeulen von NGM Mobile Forward Racing zwecks Helmwechsel kurz in die Box begeben musste.

Während Lorenzo seine Führung von rund drei Sekunden vor Stoner hielt, sorgte das Gerangel von Crutchlow, Dovizioso und Rossi um den dritten Platz für aufregende Szenen mit packenden Überholmanövern bei kritischen Bedingungen. Zehn Runden vor Schluss geriet Crutchlow ungewollt aus seinem Rhythmus, als er in der ersten Schikane die Kontrolle über die Front seines Motorrads verlor. Damit fochten die beiden Italiener den Kampf um den verbleibenden dritten Platz auf dem Podium unter sich aus. Die Entscheidung fiel nur zwei Kurven später, als Rossi sich an die dritte Position setzen und diese verteidigen konnte. Crutchlow gelang es unterdessen, sein Motorrad erneut zu starten und wieder auf die Strecke zu fahren, diesmal jedoch auf achter Position. Zwischenzeitlich hatte Lorenzo vorne seine Führung auf sechs Sekunden ausgebaut, während sich Stoner seinerseits mit vier Sekunden Führung von Rossi hatte absetzen können.

Fünf Runden vor Schluss wurde Stoner geringfügig von Yonny Hernandez von Avintia aufgehalten, wodurch Rossi die Chance erhielt, den Abstand zu dem australischen Weltmeister auf eine halbe Sekunde zu verringern. Zwei Runden später wurde Dovizioso, der versuchte, den Anschluss an das Paar nicht zu verlieren, durch einen Sturz von seiner vierten Position gänzlich aus dem Rennen katapuliert. Weiter hinten im Feld erging es Danilo Petrucci von Came IodaRacing Project nicht viel anders, der bei einem Sturz vom elften Platz gänzlich aus dem Rennen flog.

Die letzten drei Runden verliefen ganz nach dem Geschmack von MotoGP-Fans, denn die ewigen Widersacher Stoner und Rossi tauschten ihre Positionen mehrmals in rascher Folge. Allerdings war es letztendlich Rossi, der seine frühere Form heraufbeschwören konnte und Stoner auf der ersten Schikane der letzten Runde passierte und genügend Abstand herausfuhr, um sich die zweite Position zu sichern. Dies ist die höchste Platzierung, die Rossi wie auch das Ducati-Team in den letzten beiden Rennsaisons verzeichnet haben.

Ganz zum Schluss gelang es Lorenzo, die die Ziellinie als Erster zu überqueren und sich in der Gesamtwertung der Meisterschaft einen Vorsprung von acht Punkten vor Stoner zu sichern, der Dritter wurde. Pedrosa fuhr auf den vierten Platz, während Stefan Bradl von LCR Honda MotoGP mit dem fünften Rang vor Rossis Teamkollegen Nicky Hayden sein bestes bisheriges Ergebnis verzeichnete. Dovizioso, dem es gelang, nach dem Sturz wieder auf die Strecke zu fahren, wurde Siebter, gefolgt von seinem Teamkollegen Crutchlow, während beiden verbleibenden Plätze in den Top Ten an Héctor Barberá von Pramac Racing und Álvaro Bautista von San Carlo Honda Gresini gingen. James Ellison von Paul Bird Motorsport beendete das Rennen mit einer meisterhaften Leistung als bester CRT-Fahrer mit der elften Position. Für de Puniet hingegen wollte das Pech nicht enden, denn auf seinem Ersatzmotorrad kam er gegen Ende des Rennes erneut zu Sturz.

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