Simón: „Die Leute haben sich gefreut, einen Sportler zu sehen, der bis zum Ende alles gibt"

Moto2™ wird unterstützt von
simon reviews le mans race
Mittwoch, 23 Mai 2012

Der Pilot von Blusens Avintia hat mit motogp.com über das viel kommentierte und dramatische Ende seines Rennens in Le Mans und das bevorstehende Rennen auf der Strecke in Katalonien gesprochen, wo er 2011 eine Mehrfachfraktur am Bein davontrug, die ihm einen gründlichen Strich durch seine Pläne für die Rennsaison machte.

Das Rennen von Julián Simón auf dem Traditionskurs von Le Mans war mit Hinsicht auf wertvolle Wertungspunkte zwar nicht sonderlich ergiebig, Simón wusste aber trotzdem die Fans von ihren Sitzen zu reißen: Als er auf der Start-/Zielgeraden auftauchte und dort sein Motorrad nicht etwa über die Ziellinie fuhr, sondern schob, weil der Motor im Ausgang der letzten Kurve gestreikt hatte, hielt es die französischen Motorsportbegeisterten und sicher auch viele Fernsehzuschauer nicht länger auf ihren Sitzen. Dieser Anblick wurde augenblicklich zu einem Symbol von Ehre und Mut und dürfte für viele das Bild des Rennens schlechthin sein.

Mit seinem Sprint im Regen, den der Pilot aus Toledo hinlegte, der beim Monster Energy Grand Prix de France um den sechsten Platz gekämpft hatte, bevor seine Suter aufgrund eines Fehlers in der Elektrik den Geist aufgab, konnte er sich nicht nur immerhin noch Platz 13 und wichtige drei Punkte im WM-Klassement sichern, sondern bewies einmal mehr, dass er zu denjenigen gehört, die unter keinen Umständen bereit sind, sich geschlagen zu geben.

Julián, Sie haben der Aussage „sich über die Ziellinie schieben" eine völlig neue Bedeutung verliehen …

„Ja, das stimmt, die Leute hatten eine gewisse Erwartung und haben sich sehr gefreut, einen Sportler zu sehen, der bis zum Schluss pusht und alles gibt, und ich bin froh, in dieser Szene die Hauptrolle gespielt zu haben … allerdings empfinde ich das als natürlich, als etwas, das alle Piloten tun würden. Ich glaube, dass wir alle die Ziellinie überqueren wollen, und wenn es als Letzter des Feldes ist, und das ist genau, was ich in Frankreich gedacht habe. Ich dachte, wenn ich vom Motorrad absteige und renne, dass ich noch den einen oder anderen Platz retten könnte und letztendlich habe ich sogar noch drei Punkte geholt … ich bin sehr zufrieden, dieses Bild geliefert zu haben."

Diese Geste des Nicht-Aufgebens, des Sich-Weigerns, sich so kurz vor dem Ziel dann doch noch geschlagen zu geben, hat mehr Resonanz gefunden, mehr Staub aufgewirbelt als mancher Ihrer Podestplätze …

„Ja, das ist wahr, die Leute haben mich ermutigt, haben sich gefreut, mich dort zu sehen, wie ich stark war und gerannt bin, um eine Position zu retten, und für mich wird das trotz allem eine schöne Erinnerung sein, die ich für immer im Gedächtnis behalten werde. Eigentlich will ich dieses Foto rahmen lassen und zuhause aufhängen, obwohl das Rennergebnis nicht besonders gut war, aber dieser Augenblick wird mir immer präsent bleiben."

Abgesehen von diesem unerwarteten und dramatischen Finale hattest du ein sehr solides Wochenende und im Rennen selbst, das unter ganz besonders widrigen Bedingungen ausgetragen wurde, hast du darum gekämpft, unter den Ersten zu sein. Bringen Sie Ihre Fortschritte mit dem Super-Chassis in Zusammenhang, das Sie seit dem Grand Prix von Jerez verwenden?

„Wir sind auf dem Weg, konkurrenzfähiger zu werden, uns fehlt es noch ein bisschen an Feintuning, vor allem an Gefühl für das Vorderrad, um etwas mehr Geschwindigkeit zu erreichen, aber ich habe mich trotz der schlechten Verhältnisse auf der Strecke anständig nach vorn gearbeitet und Spaß gehabt. In den Trainingsläufen hatte ich mehr oder weniger eine gute Ausgangsposition, um einen fünften oder sechsten Platz im Rennen ins Visier nehmen zu können, und genau da war ich."

„Ich musste einmal neben die Piste fahren, um Corsi nach seinem Sturz auszuweichen, und dabei habe ich viele Positionen verloren, die ich wieder gutmachen musste. Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, bei dem ich sicher bin, dass wir bis zum Ende des Jahres den Kampf ansagen und die Positionen erreichen können, auf denen ich und die anderen mich sehen wollen, das heißt im Umfeld der besten fünf – jedoch unter der Voraussetzung, dass es uns gelingt, diese Konfiguration zu finden, mit der ich etwas bequemer mit der Front meiner Suter fahren kann."

Das nächste Rennen findet auf der Strecke von Montmeló statt, wo Sie letztes Jahr den schweren Unfall hatten, bei dem Sie sich am rechten Bein das Schien- und das Wadenbein gebrochen haben, was sich auf den Rest Ihrer Rennsaison ausgewirkt hat. Wird sich dieser Umstand als Belastung herausstellen oder nehmen Sie diesen Termin eher als eine Möglichkeit wahr, sich durch eine gute Leistung mit dem Kurs zu versöhnen?

„Mit den ganzen Fans dort ist das eine tolle Chance, die Pechsträhne vom Vorjahr mit einem guten Ergebnis endgültig in die Vergangenheit zu verabschieden und das Resultat den Fans zu widmen, die mit diesem spektakulären Sturz ja mitgelitten haben. Ich würde gerne ein gutes Niveau auf der Suter erzielen und eine Harmonie mit dem Motorrad erreichen, mit der ein hervorragendes Ergebnis möglich wird. Mein Ziel ist es, unter den ersten fünf zu sein, höchstens in den Top Ten, denn da gehören wir hin. Wir werden sehen, was passiert, aber Montmeló bietet den perfekten Rahmen, um endlich den Unfall von letztem Jahr hinter sich zu lassen und wieder vorn mit dabei zu sein."

Videos:

Alle Videos für dieses Event ansehen

Aktuelle News

  • MotoGP™
  • Moto2™
  • Moto3™
Werbung
Paddock Girls MotoGP VIP VILLAGE™