Eine Geschichte der MotoGP™-Showdowns

Mittwoch, 6 November 2013

Seit die Grand-Prix-Motorrad-WM-Serie im Jahr 1949 eingeführt wurde, gab es 15 Fälle, in denen der Königsklasse-Titel beim letzten Rennen des Jahres entschieden wurde. Jeder davon war auf seine eigene Art und Weise etwas Besonderes ...

1950 – Auf dem Weg zum letzten Lauf des Jahres bei seinem Heimrennen in Monza, hatte Umberto Masetti - auf einer Vierzylinder-Gilera - einen marginalen Vorsprung in der Meisterschaft gegenüber Geoff Duke, der mit einer Einzylinder-Norton unterwegs war. Herzog gewann das Rennen, aber Masetti schaffte es, den zweiten Platz zu belegen und somit den Titel mit einem Punkt Vorsprung zu sichern.

1952 – Wieder war es Umberto Masetti, der mit einem knappen Vorsprung gegenüber 1949-Weltmeister Les Graham (MV Agusta) und dem Iren Reg Armstrong (Norton) zum letzten Rennen des Jahres reiste. Graham gewann das Rennen, das sich über 48 Runden auf dem Montjuic in Barcelona erstreckte, aber wieder einmal konnte Masetti mit einem zweiten Platz den Titel für sich entscheiden.

1957 – Libero Liberati (Gilera) gewann das letzte Rennen des Jahres in Monza und schnappte Bob McIntyre (Gilera) den Titel weg. Liberati hatte im Belgien-GP zu Beginn des Jahres als Erster die Ziellinie überquert, wurde aber disqualifiziert, weil er seine Maschine ohne vorherige Benachrichtigung der Rennleitung gewechselt hatte. Nach Ende der Saison wurde Liberati der Sieg im Belgien-GP wieder anerkannt, was bedeutete, dass er im Nachhinein den WM-Titel vor Ankunft für das letzte Rennen in Italien bereits in der Tasche hatte.

1966 – Zwei der größten Rivalen aller Zeiten, Mike Hailwood (Honda) und Giacomo Agostini (MV Agusta), kamen Kopf-an-Kopf zum letzten Rennen des Jahres nach Monza. Die beiden Konkurrenten kämpften zu Beginn des Rennens um die Führung bis Hailwoods Honda Probleme machte, so dass Agostini zu Hause ungehindert zum ersten seiner acht 500er-WM-Titel zusteuern konnte.

1967 – Als Wiederholung zum Vorjahr reisten erneut Hailwood und Agostini als die Titel-Anwärter zum finalen Rennen, das für das erste und einzige Mal in Kanada stattfand. Hailwood gewann das Rennen und zog damit punktgleich  Agostini, nachdem beide jeweils fünf Rennen gewonnen hatten. Agostini erhielt schließlich den Titel aufgrund seiner drei zweiten Plätzen im Gegensatz zu den zwei zweiten Rängen von Hailwood.

1975 – Giacomo Agostini war wieder einmal Teil der finalen Entscheidung gegen einen britischen Fahrer; diesmal war es Phil Read, der bei MV Agusta neue Nummer eins war und in den letzten zwei Jahren den Titel gewonnen hatte. Read gewann das letzte Rennen des Jahres in Brünn, aber Agostini - jetzt auf einer Yamaha - holte über eine Minute hinter Read den zweiten Platz und gewann den Titel. Damit wurde er zum ersten Fahrer, der die Krone der Königsklasse sowohl auf Zweitakt- als auch Viertakt-Bikes gewinnen konnte.

1978 – Kenny Roberts (Yamaha) hatte nur einen Acht-Punkte-Vorsprung auf Barry Sheene (Suzuki) vor dem abschließenden Rennen des Jahres auf dem alten 22-km Nürburgring. Roberts landete knapp vor Sheene auf dem dritten Platz und freute sich als erster amerikanischer Fahrer aller Zeiten über den Titel in der Königsklasse.

1979 – Kenny Roberts reiste erneut inmitten eines Zweikampfes mit einem Suzuki-Fahrer zum Finale, welches in Le Mans ausgetragen wurde; diesmal handelte es sich bei seinem Gegner um den jungen Italiener Virginio Ferrari. Nachdem er in den frühen Phasen des Rennens geführt hatte, stürzte Ferrari und der Titel wanderte für das zweite Jahr in Folge zu Roberts.

1980 – Das dritte Jahr in Folge forderte ein Suzuki-Fahrer Kenny Roberts für den WM-Titel heraus, nur diesmal war es Landsmann Randy Mamola und die Strecke war wieder einmal der alte Nürburgring - das letzte Mal übrigens, dass ein Grand Prix auf diesem berühmten Kurs veranstaltet wurde. Obwohl Mamola das Rennen zu Beginn anführte, galt Roberts als der Titel-Favorit - denn er musste das Rennen nur auf dem achten Platz oder höher beenden. Mamolas Kampfansage verdampfte jedoch Mitte des Rennens, als er mit mechanischen Problemen die Segel streichen musste.

1981 – Das zweite Jahr in Folge kam Randy Mamola mit einer Chance, den Titel zu gewinnen, zum letzten Rennen der Saison, das diesmal im schwedischen Anderstorp stattfand. Marco Lucchinelli war der WM-Leader und er benötigte Platz fünf oder höher, um die Meisterschaft zu sichern, sollte Mamola das Rennen gewinnen. Das Rennen wurde bei gemischten Bedingungen mit leichtem Regen abgehalten, und nachdem er zu Beginn des Rennens in Führung lag, fiel Mamola stetig zurück und konnte keine Punkte holen. Lucchinelli hingegen fuhr einen sicheren neunten Platz ein und entschied den Titel für sich.

1983 – Freddie Spencer (Honda) hatte einen Fünf-Punkte-Vorsprung gegenüber Kenny Roberts (Yamaha), als das letzte Rennen der Saison 1983 bevorstand. Zuvor hatte Spencer nach einem umstrittenen Überholmanöver in der letzten Runde das vorletzte Rennen des Jahres in Schweden gewonnen. Im Laufe des Finales, das auf der Strecke in Imola stattfand, versuchte Roberts Spencer auszubremsen, damit sein Teamkollege Eddie Lawson aufholen konnte, um möglicherweise vor Spencer ins Ziel zu fahren. Spencer gelang es dennoch, mit dem zweiten Platz den Titel zu holen und wurde damit der erste Fahrer, der auf einer Honda die Krone der 500er-Katagorie holte.

1989 – Wieder waren es zwei Amerikaner, die beim letzten Rennen des Jahres die Chance hatten, den Titel zu gewinnen; dieses Mal wares es Eddie Lawson (Honda) und Wayne Rainey (Yamaha). Rainey hatte die Meisterschafts-Klassifizierung vom zweiten Saison-Rennen bis drei Rennen vor Schluss in Schweden angeführt, doch dann machte er einen seltenen Fehler und stürzte. Dadurch konnte sich Lawson vor der Abschlussveranstaltung auf der Strecke von Goiania in Brasilien ein komfortables Polster zulegen. Lawson wurde Zweiter im Rennen und behauptete damit nach einem gewaltigen Kampf mit Rainey und Landsmann Kevin Schwantz, der das Rennen gewann, den WM-Titel.

1992 – Nachdem er in der Meisterschafts-Wertung mit einem 65-Punkte-Vorsprung vor Wayne Rainey (Yamaha) sicher in Führung lag, erlitt Mick Doohan (Honda) bei einem Crash während des Trainings für Lauf 8 in Assen schwere Verletzungen. Doohan kehrte zwar zurück, um an den letzten beiden Rennen des Jahres teilzunehmen, war jedoch bei weitem noch nicht vollkommen fit. In seiner Abwesenheit hatte Rainey den Punkte-Vorsprung von Doohan erheblich reduziert, so dass dieser, als sie für das letzte Rennen des Jahres in Kyalami in Südafrika angekommen waren, mit nur noch zwei Punkten im Vorteil war. Trotz der heroischen Anstrengungen von Doohan, das Rennen auf dem sechsten Platz zu beenden, fuhr Rainey auf dem sicheren dritten Platz über die Ziellinie, um mit vier Punkten Vorsprung den Titel zu sichern. Dies war das erste Mal, dass ein Fahrer bei Ankunft zum letzten Rennen in der Meisterschafts-Wertung nicht in Führung lag und es schaffte, zum Schluss den Titel zu holen.

1993 – Streng genommen, wurde der Titel beim letzten Rennen des Jahres entschieden, als Kevin Schwantz (Suzuki) mit 18 Punkten vor Wayne Rainey (Yamaha) in Führung lag. Doch in Wirklichkeit hatte Schwantz den Titel zwei Rennen zuvor beim Italien-GP gewonnen, nachdem Rainey einen Sturz erlitt, der seine Rennkarriere beendete.

2006 – Valentino Rossi (Yamaha) kam mit einem Acht-Punkte-Vorsprung gegenüber seinem engsten Rivalen Nicky Hayden (Honda) zum letzten Rennen des Jahres nach Valencia. Troy Bayliss, der den verletzten Sete Gibernau ersetzte, gewann das MotoGP™-Rennen vor Teamkollege Loris Capirossi, was einen ersten Doppelsieg für Ducati bedeutete. Hayden schnappte sich den letzten Platz auf dem Podium, um der letzte Weltmeister der 990-ccm-Ära zu werden, nachdem Valentino Rossi in Runde 5 gestürzt war und, nachdem er weiter fahren konnte, nur als 13. die Zielflagge passierte.

 

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