Agostini: Die erste italienische Motorrad-Legende

Mittwoch, 11 September 2013

Er war der Mann, der die Welt dazu brachte, in den 60er- und 70er Jahren über Motorradrennsport zu reden. In Misano stellt er ein Buch vor, das sein Leben und seine Karriere in Bildern wiedergibt.

Wenn die MotoGP™ an diesem Wochenende für den San Marino Grand Prix in Misano Station macht, wird eine der historischsten Persönlichkeiten des Sports anwesend sein. Er ist nie aus der Mode gekommen, obwohl es etwa 36 Jahre her ist, seit er sein letztes Rennen bestritt. Agostini, oder auch 'Mino', wie er von seinen treuen Fans genannt wird, stellt in Misano ein Buch vor, welches seine Zeit auf und abseits der Rennstrecke Revue passieren lässt.

Er ist der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Weltmeisterschaft - 15 WM-Titel und nicht weniger als 122 Rennsiege gehen auf sein Konto. Er war dafür bekannt, scheinbar mit Leichtigkeit einen Rekord nach dem anderen zu holen. Sowohl bei denen, die am Motorrad-Rennsport beteiligt waren, als auch bei denjenigen, die nur einen Blick riskierten, war er äußerst beliebt - ähnlich wie sein Landsmann Valentino Rossi, bei dem sich dieses Phänomen drei Jahrzehnte später wiederholte.

Damals während der 60er- und 70er-Jahre, war die Macht der Medien - vor allem die des Fernsehens - nicht vergleichbar mit der von heute. Stattdessen war es das jugendliche Idol selbst - als Repräsentant von Italien und als bekannter Sportler - der für seine Popularität sorgte.

Agostinis Entschlossenheit und Klarheit war unübertroffen. Er stammte aus einer Familie, die in keiner Weise mit dem Sport verbunden war. In der Tat war sein Vater von der Idee abgeschreckt, sein Sohn würde Motorradrennen fahren. Schließlich konnte er von einem Offiziellem überzeugt werden, als Ago sich für das Trento-Bondone-Rennen anmelden wollte. Er beendete den Lauf letztendlich auf einer einfachen Morini 175 Settebello auf dem zweiten Platz.

Im folgenden Jahr unterzeichnete Agostini bei Morini für die italienische Meisterschaft, die er im Jahr 1964 gewann. Wichtiger war aber, dass er einen Gastauftritt im 250er-Nationen-Grand-Prix in Monza gab und dort den vierten Platz erreichte. Graf Domenico Agusta wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn direkt neben dem damals amtierenden 500er-Weltmeister Mike 'The Bike' Hailwood bei MV Agusta unter Vertrag.

Er machte sein 500er-Debüt im Jahr 1965. Damals war es üblich für die Fahrer, in mehr als einer Klasse zu konkurrieren, daher trat der Italiener gleichzeitig in der 350er- als auch in der 500er-Klasse an. Sein erster Sieg auf dem originalen Nürburgring erwies sich als der erste von drei in diesem Jahr, und schließlich belegte er hinter dem Engländer Hailwood in der 500er-Wertung den zweiten Gesamtplatz.

Ab dem zweiten Jahr in der 500er-Klasse begann die wirkliche Agostini-Legende zu entstehen. Teamkollege Hailwood ging zu Honda, was Agostini in die Lage versetzte, die maßgeschneiderte MV seinen eigenen Bedürfnissen anzupassen - eine wirklich tödliche Kombination, die in dem Rekord von sieben aufeinanderfolgenden 500-ccm-Titel gipfelte, ein Erfolg, der bis zum heutigen Tag weder wiederholt noch geschlagen werden konnte.

Zwischen 1966 und 1972 war Ago der König der Rennstrecke. Nicht nur, dass er jedes einzelne Jahr die 500-ccm-Krone sicherte, auch in der 350ccm-Klasse holte er fünfmal hintereinander den Titel. Die Schlachten mit Hailwood und Phil Read in der 500er-Kategorie blieben unvergessen, während es in der 350er-Kategorie mit dem Finnen Jarno Saarinen und seinem italienischen Landsmann Renzo Pasolini mindestens genauso eng zuging. Allerdings machte Ago extrem schwierige Zeiten durch, als Saarinen sowie Pasolini im Jahr 1973 bei einem tragischen Crash in Monza ihre Leben verloren.

Phil Read, der zum damaligen Zeitpunkt Teamkollege von ihm bei MV war, erzielte 1973 seinen ersten von zwei Titeln in der Königsklasse. Als eine weitere Parallele mit der zukünftigen Karriere von Valentino Rossi, verließ Agostini sein Team, mit dem er so viel erreicht hatte, um zu Yamaha zu wechseln. Dort feierte er im Jahr 1975 einen weiteren hochkarätigen Titel (seinen letzten). Erneut war es ein Abenteuer: der Gewinn der 500er-Krone mit Yamaha im Jahr 1975 im Anschluss an den Sieg in der Daytona 200 und dem Sieg des 350-ccm-Titels im Jahr 1974.

Giacomo Agostini genoss eine der längsten Karrieren, die der Sport jemals erlebte. Er kämpfte nicht weniger als 17 Jahre auf höchstem Niveau. Als eine Art von déjà vu holte er seinen letzten Sieg am selben Ort wie den ersten: auf dem deutschen Nürburgring. Dann kam der Moment, um den weltberühmte dreifarbigen Helm an den Nagel zu hängen, aber weder Ago noch seine Rekorde sind in der Welt der MotoGP™ jemals in Vergessenheit geraten.

 

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