Alcañiz: Vom Straßenrennen zum Aragón-GP

Alcañiz: From road races to Aragon GP
Mittwoch, 25 September 2013

Aragón mag zwar jetzt für seine Weltklasse-MotoGP™-Anlage, auf der seit 2010 Grands Prix stattfinden, bekannt sein, aber man muss fast ein halbes Jahrhundert zurückschauen, um die wahren Wurzeln des Veranstaltungsortes zu entdecken. Im Vorfeld des vierten Aragón-Grand-Prix hat motogp.com seine bemerkenswerte Geschichte zusammengefasst ...

Damals stand Rennsport in der spanischen Provinz Teruel nicht im Zusammenhang mit dem sogenannten Motor-City-Komplex, der jetzt stolz zwischen den Bergen trohnt, sondern mit dem Premio Ciudad de Alcañiz - ein jährliches Rennen in den Straßen der Kleinstadt selbst.

Gefördert von Dr. Joaquin Repollés (1913-1984), selbst ein leidenschaftlicher Motorsport-Fan, wurde das Rennen - welches erstmals 1965 ausgetragen wurde, zu jener Zeit als Hailwood in der Welt der Motorräder das Sagen hatte und Jim Clark in der der Autos - zu einem sofortigen Erfolg und zog im Laufe der Jahre allerlei Fahrzeugmarken, die von SEAT bis Mini über Porsche und Ford reichten, an. Zahlreiche große Namen nahmen an den Rennen teil: F1-Pilot Luis Perez-Sala, Adrian Campos, Gabriele Tarquini und Emilio de Villota sowie Carlos Sainz, zweimaliger Rallye-Weltmeister. Der Alcañiz-Streckenrekord wird immer noch von Juan Fernandez gehalten, dessen PA9 Osella-BMW eine Rundenzeit von 1 Minute und 33 Sekunden bei einer erstaunlichen Durchschnitts-Geschwindigkeit von fast 150 km/h schaffte.

„Ich hatte von vielen Seiten gehört, wie schwierig diese Strecke war,” erinnert sich Sainz, der 1983 mit einem Renault 5 Turbo bei dem Lauf dabei war. „Als ich dort ankam, merkte ich sofort, dass die Strecke einen besonderen Charme hatte und dass es wirklich auf den Fahrer ankommt. Ich konnte mich gut an den Kurs anpassen und gewann das Rennen. Gewiss hatte mir meine Rallyesport-Erfahrung geholfen, aber dieser Sieg war etwas Besonderes.”

In den 70er- und 80er-Jahren, war eine besonders beliebte Meisterschaft der National Renault 8 TS Cup, an dem ein gewisser Carmelo Ezpeleta teilnahm. „Es war eine sehr schnelle und gefährliche Strecke,” sagte der heutige CEO von Dorna Sports. „Ich bin dort drei Jahre gefahren, zwischen '72 und '74, und nur einmal, glaube ich, habe ich ein Rennen in den Top-Ten beendet - und das war nicht einfach!”

Bikes sind nie auf dem sogenannten Guadalope-Straßenkurs Rennen gefahren, doch in den 90er-Jahren wurde immer offensichtlicher, dass die Strecke auch für die zunehmend leistungsfähigeren Autos zu gefährlich werden würde. Darüber hinaus machten brandneue permanente Rennstrecken in Jerez und Catalunya den Kurs in Alcañiz zu einem unnötigen Risiko für Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen. Die letzte Veranstaltung fand im Jahr 2003 statt, aber die Hoffnung ging nicht verloren, denn zwei Jahre zuvor begann bereits ein neues ehrgeiziges Projekt aufzukeimen. MotorLand Aragón, ein Teil der „La Ciudad de Motor” oder auch Motor City, wurde zu einem multifunktionalen und hochmodernen Komplex, wo Technologie, Sport, Freizeit und Kultur präsentiert werden konnte.

Mit der Unterstützung von lokalen Institutionen, wurde die Strecke - welche bei den MotoGP™-Fans sofort beliebt war - vom Deutschen Hermann Tilke konzipiert. Der Rest ist Geschichte. 2010 fanden erstmals die Rennen der MotoGP™-, Moto2™- und 125-ccm-Klassen vor nicht weniger als 70.000 Fans, die auf den brandneuen Tribünen Platz nahmen, statt. Das Tüpfelchen auf dem i für Aragón war die IRTA-Auszeichnung als bester Grand Prix. Damit war Aragón die erste Veranstaltung in der Geschichte der Weltmeisterschaft, die diese Auszeichnung bereits in ihrer Debüt-Saison erhalten hat.

Die Zuschauer konnten sich auch nicht beschweren, als ihr Lokalmatador Pol Espargaró nach einem spektakulären Kampf mit Landsmann Nico Terol in der 125er-Kategorie den ersten Sieg in Aragón holte. Der Italiener Andrea Iannone fuhr in der Moto2™ als Gewinner über die Ziellinie, während in der Königsklasse Casey Stoner einen unvergesslichen ersten Saison-Sieg für Ducati besiegelte. Dani Pedrosa und Nicky Hayden folgten hinter dem Australier und machten somit das Podium mit zwei Ducatis und einer Honda perfekt.

Nachdem er in den Jahren 2010 und 2011 jeweils hinter Stoner den zweiten Platz belegte, konnte Pedrosa in der Saison 2012 einen überaus wichtigen Sieg sichern. Das sollte für den Repsol Honda-Fahrer der erste von vier Triumphen in den letzten fünf Saison-Rennen sein - etwas, was er 2013 garantiert sehr gern wiederholen würde. Auch Marc Márquez feierte bereits Erfolge in Aragón, so eroberte er den Spitzenplatz im Moto2™-Rennen im Jahr 2011. Möge die Schlacht weitergehen ...

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